
Ein Arbeitsschwerpunkt des Forschungsfeldes ist das Entwickeln und Evaluieren von Instrumenten zur Förderung nachhaltigen Konsums. Anhand von qualitativen Methoden der Sozialforschung (z.B. leitfadengestützte Experteninterviews, Fallstudien) ist es uns beispielsweise möglich, die Wirkung des breiten Spektrums von Maßnahmen und Instrumenten zu beurteilen, die die Ökobilanz von Verbraucherverhalten beeinflussen (können). Auf dieser empirischen Basis erarbeitet das IÖW Handlungsempfehlungen für die Politik.
Die Beeinflussung von konsumbezogenen Handlungen und Orientierungen von Verbrauchern ist ein wichtiger Ansatzpunkt, um eine Ökologisierung des Konsums einzuleiten. Das Handeln von Einzelnen ist in diesem Zusammenhang u.a. geprägt durch die unterschiedlichen sozialen Rollen und die dementsprechend unterschiedliche Sicht- und Handlungsweise von Frauen und Männern ("gender"), den ökologischen Folgen ihrer Arbeitsteilung (Erwerbsarbeit / Reproduktionsarbeit) und von Werten und Handlungsorientierungen, wie sie typisch sind für sogenannte "Lebensstil-Gruppen", z.B. junge Familien, Senioren oder Singles. Handlungsmotive, Bedingungen und praktische Möglichkeiten ökologischen Konsumverhaltens dieser Gruppen werden auch in Zukunft zum zentralen sozialwissenschaftlichen Untersuchungsfeld gehören.Handlungsoptionen auf der Anbieterseite zu fördern ist ein weiterer Schwerpunkt des IÖW. So kann beispielsweise die Etablierung von Öko-Kaufhäusern mit breitem Sortiment dazu beitragen Beschaffungsprobleme abzubauen, die dem ökologischen Einkauf im Wege stehen. Das IÖW erarbeitete hierfür u.a. die betriebswirtschaftlichen Grundlagen (Gemeinschaftsmarketing, Betreibermodell) und entwickelte die Eckpunkte eines Qualifizierungskonzeptes für Mitarbeiter umweltorientierter Kaufhäuser.
Daneben spielen Fragen der Akzeptanz des verbraucherpolitischen Instrumentariums eine besondere Rolle: Was sind die Erfolgsbedingungen und Entwicklungsperspektiven von Umweltkennzeichen? Am Beispiel des Europäischen Ökolabels, das bislang in Deutschland von Herstellerseite kaum genutzt wird, untersuchte das Forschungsfeld die Grenzen informierten Verbraucherverhaltens und entwickelte Maßnahmen zur Akzeptanzerhöhung dieser Kennzeichen.

Leiter des Forschungsfeldes Ökologischer Konsum
Geschäftsstelle Berlin
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Gerd.Scholl(at)ioew.de
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