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Ergebnisbericht online: Die Chancen kleiner und mittlerer Dienstleister im Umweltsektor in China

© Gerlinde Neumüller / PIXELIO // www.pixelio.de

Chinas Aufstieg zu einer der wachstumsstärksten und größten Volkswirtschaften der Welt ist verbunden mit enormen Umweltproblemen, die von dem Land nicht alleine gelöst werden können. Der hohe Nachholbedarf Chinas im Umweltbereich ist eine große Chance für exportorientierte deutsche Unternehmen aus dem Umweltbereich. Dies gilt nicht nur für Produzenten von Umwelttechnologien, sondern in zunehmendem Maße auch für Anbieter umweltbezogener Dienstleistungen. Eine vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Studie, an der neben dem Institut für ökologische Wirtschaftsforschung das Soziologische Forschungsinstitut Göttingen (SOFI) und InterTraining beteiligt waren, hat die Chancen und Risiken des China-Exports von Umweltdienstleistungen im Bereich der Wasserwirtschaft untersucht. Dazu zählen etwa der Betrieb von Anlagen, Beratung, Engineering und technische Planung, Wartung und Reparatur, Aus- und Fortbildung, Analytik sowie Forschung und Entwicklung.

Eine im Rahmen der Studie durchgeführte Befragung der deutschen Wasserwirtschaft zeigte, dass diese hauptsächlich durch den Anlagenbau und die Komponentenfertigung auf internationalen Märkten präsent ist. „Der Dienstleistungsbereich ist dagegen überwiegend regional oder national orientiert und wird von kommunalen Wasserbetrieben und kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) geprägt“, so Dr. Wilfried Konrad, einer der beiden Autoren der Studie. „Doch lassen sich die High-Tech-Produkte der deutschen Wasserwirtschaft allein immer schwerer in China vermarkten. Um hier Marktanteile zu erhalten und auszubauen ist es erforderlich, technologisches Know-how mit Umweltdienstleistungen zu innovativen Komplettangeboten zu verbinden. Dabei kommt es nicht auf die Schaffung standardisierter Paketlösungen an, sondern auf flexible Konzepte, die problemkonform an spezifische Anforderungen angepasst werden können.“

Ein Anwendungsschwerpunkt für solche intelligenten neuen wasserwirtschaftlichen Konzepte in China liegt in Lösungen für ökologische und auf Nachhaltigkeit bezogene Problemstellungen. Die Fähigkeit, darauf angepasste Kombinationen von Technologien und Dienstleistungen anbieten zu können, werde sich zu einem entscheidenden Wettbewerbsvorteil auf dem chinesischen Markt entwickeln, so die Wissenschaftler. Den chinesischen Kunden müsse dabei der ökonomische und ökologische Nutzen nachhaltigkeitsorientierter integrierter wasserwirtschaftlicher Lösungen in Form von eingesparten Ressourcen und Optimierungen der bisherigen Leistungserbringung deutlich gemacht werden.

Last but not least kommt es bei der Erschießung des chinesischen Marktes auf einen langen (finanziellen) Atem an. Denn in diesem Markt, der von Beobachtern als der intensivste Konkurrenzmarkt überhaupt eingeschätzt wird, werden nur die Unternehmen und Konsortien eine Chance auf Erfolg haben, die bereit sind, für mehrere Jahre beträchtliche Summen zu investieren, bevor sie möglicherweise Gewinne machen.

 

Wilfried Konrad & Gerd Paul: Die Chancen kleiner und mittlerer Dienstleister im Umweltsektor in China, Göttingen, 2009.

Weitere Informationen:
zum Projekt | die Studie als Download (pdf)

 

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