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Neuerscheinung: Buch „Potentials and Trends in Biomimetics“

Klettverschluss, Lotus-Effekt, Schwarmintelligenz – alles Begriffe, die dem Forschungsgebiet der Bionik (Biomimetik) entspringen. Zu diesem Thema ist unter Beteiligung des Instituts für ökologische Wirtschaftsforschung nun das englischsprachige Buch "Potentials and Trends in Biomimetics" erschienen. Hierin werden die Trends und Potenziale der Bionik basierend auf den neuesten wissenschaftlichen und technischen Erkenntnissen aufgezeigt und der aktuelle Stand bionischer Forschung in Deutschland und der Welt erörtert. Die Autoren legen dabei ein besonderes Augenmerk auf das „bionische Versprechen“, das beinhaltet, ökologisch verträgliche und risikoarme Lösungen zu entwickeln.

 „Schon seit Leonardo da Vinci, der den Vogelflug analysierte, um seine berühmten Flugapparatskizzen zu entwerfen, versucht der Mensch, Konzepte der Natur nachzuahmen und für seine Zwecke zu nutzen“, so IÖW-Wissenschaftler Ulrich Petschow, Ko-Autor des Buches. „Doch erst in den letzten Jahrzehnten und besonders in den vergangenen 10 Jahren ist eine zunehmende Dynamik der bionischen Entwicklungen festzustellen. Im Gegensatz zu anderen technischen Entwicklungen weisen bionische, da die Natur als Vorbild genutzt wird, eine Faszinationskraft gerade auch für die Öffentlichkeit auf“. Bionische Neuentwicklungen gelten weithin als ausgeklügelt, ökologisch-nachhaltig und risikoarm, da sie auf jahrmillionenalten evolutiven Errungenschaften der Natur beruhen.

In dem Buch werden neben der Bionik im engeren Sinne auch allgemeinere Aspekte des „Lernens von der Natur“ behandelt, etwa die Robotik, die Prothetik oder das Prinzip der Selbstorganisation. Dabei werden die drei Hauptentwicklungsfelder der Bionik differenziert dargestellt: a) Funktionale Morphologie, b) Biokybernetik (dazu zählen die Informationsverarbeitung, die Sensorik und die Robotik) und c) Nanobionik (dazu zählen die molekulare Selbstorganisation und die Nanotechnologie). Die Autoren zeigen auf, dass gegenwärtig ein Zusammenführungsprozess zwischen den bionischen Entwicklungsfeldern stattfindet. Gerade die Bionik könne eine wichtige Rolle bei der Entwicklung neuer Technologien spielen, so die Autoren. Die Bedeutung der Bionik werde gerade im Bereich neuer Technologien, etwa der Nanotechnologie, zunehmen und könne dabei Gestaltungsorientierungen vorgeben sowie zu einer Risikominderung beitragen. Auch das Innovationspotenzial bionischer Produkte sei noch lange nicht ausgeschöpft – vielfach mangele es lediglich an der Umsetzung der R&D-Projekte in die Praxis. Zudem merken die Autoren an, dass Deutschland im internationalen Vergleich eine herausragende Rolle auf dem Forschungsfeld der Bionik spiele.

Professor Werner Nachtigall, ein Pionier auf dem Feld der Bionik, gibt an, es sei das wohl wichtigste Buch der Bionik seit langer Zeit. Dank der bodenständigen Herangehensweise der Autoren werde gesichert, dass die Bionik nicht zu einer bloßen Modeerscheinung reduziert wird, so Nachtigall über das Werk.

Das Buch enthält die überarbeiteten Ergebnisse des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Projektes „Potenziale und Trends der Bionik“.

Arnim von Gleich, Christian Pade, Ulrich Petschow, Eugen Pissarskoi (2010): Potentials and Trends in Biomimetics, 202 Seiten, Springer, Berlin, Heidelberg, ISBN-10: 3642052452.

zur Publikation: Potentials and Trend in Biomimetics
zum Projekt: Potenziale und Trends der Bionik