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Nachhaltiges Bauen und Wohnen: Europäische Experten beginnen Kooperation

15.11.2011

In Anbetracht des globalen Klimawandels, der wachsenden fossilen Energiekrise und dem fortwährenden demographischen Wandel steht die Zukunft des Bauen und Wohnens vor grundlegenden ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Herausforderungen. Um den Übergang zu nachhaltigem Bauen und Wohnen zu fördern, startet das europäische Konsortium CORPUS eine Workshop-Reihe, die eine Verbesserung des Austausches zwischen Politik und Wissenschaft in diesem Bereich zum Ziel hat. Die Workshop-Reihe bringt europäische Experten aus dem Bereich Bauen und Wohnen zusammen, um den Wissensaustausch zu fördern. Der erste Workshop findet vom 23. – 25. November 2011 in Helsinki, Finnland, statt. Parallel zu der Workshop-Reihe wurde zum Zweck des Wissenstransfers und dem Aufbau eines professionellen Netzwerks die Webseite www.scp-knowledge.eu/section/housing eingerichtet.

„Die Winter der vergangenen Jahre haben einige der drängendsten Aspekte im Bereich des nachhaltigen Bauen und Wohnens aufgezeigt, so gab es zum Beispiel Probleme in der Beheizung von Wohnraum in einigen osteuropäischen Ländern aufgrund von Engpässen in der Gasversorgung“,  erklärt Gerd Scholl, IÖW-Wissenschaftler und  Koordinator des CORPUS Konsortiums. Der bevorstehende Expertenworkshop zielt darauf ab, die wichtigsten Nachhaltigkeitsthemen im Bereich  Bauen und Wohnen zu bearbeiten und Schlüsselthemen wie zum Beispiel die Barrieren der Energieeinsparung in privaten Haushalten, ökologische Architektur, Energieeinsparungspotentiale und sozial nachhaltiges Wohnen hervorzuheben. „Unser zentrales Ziel ist es, den direkten Austausch zwischen Entscheidungsträgern und Wissenschaftlern aus verschiedenen europäischen Ländern zu ermöglichen“, verdeutlicht Scholl. „Durch ein tiefgreifendes Verständnis davon, wie verschiedene Faktoren das nachhaltige Bauen und Wohnen beeinflussen, wollen wir neue Entscheidungsansätze  fördern.“

Unter den Keynote-Rednern des ersten Workshops ist Gerd J. Meyer, Professor an der Fakultät für Architektur der Fachhochschule Erfurt. Zwei weitere Workshops werden im März und Juni 2012 folgen. Dabei wird es zum einen um wirksame Politikstrategien und Politikinstrumente in diesem Bereich gehen, zum anderen um Szenarien nachhaltigen Bauens und Wohnens. „Nachhaltiges Bauen und Wohnen der Zukunft muss gleichzeitig weniger energieintensiv sein, Treibhausgasemissionen reduzieren sowie soziale Aspekte berücksichtigen. Im Idealfall wird das Bild, das wir entwickeln wollen, sowohl allgemeine als auch divergierende Ansichten aufzeigen und helfen Zukunftsthemen des Wissensmanagements in diesem Bereich zu identifizieren.“

Das Projekt „CORPUS – Enhancing the connectivity between research and policy-making in sustainable consumption“ wird aus Mitteln des Siebten Forschungsrahmenprogramms der EU (RP7) finanziert. CORPUS zielt darauf ab, durch praxisnahe Forschung neue integrative Möglichkeiten des Wissenstransfers im Bereich nachhaltige Verbraucherpolitik zu erproben. In Ergänzung zum Themenkomplex des nachhaltigen Bauen und Wohnens liegen weitere Schwerpunkte in den Bereichen nachhaltige Mobilität und nachhaltige Ernährung.


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