Arbeitsgruppe 1
Der Einfluss ökonomischer Strukturen auf Diversität: Globaler versus regionaler Markt
Die zunehmenden Konzentrationsprozesse auf der Nachfrageseite, die Erschließung der economies of scale sowie die Globalisierung der Märkte für landwirtschaftliche Produkte haben zum Verlust von Agrobiodiversität beigetragen. Welche Strategien existieren, die diese Tendenzen begrenzen oder gar umkehren können? Sind Regionalisierungsstrategien oder Diversifizierungsstrategien geeignete Ansätze?
Arbeitsgruppe 2
Der Einfluss der Nutzungsformen: No Agrobiodiversity without Cultural Diversity (in englischer Sprache)
An agrobiodiversity that is not lived is not one. Diversity in agricultural, economic and nutritional practises constitutes what is now discussed under the term agrobiodiversity. In other words, today’s diversity in crops and livestock is the result of cultural diversity – and this is increasingly threatened, e. g. by a worldwide uniform food culture. The workshop addresses such constraints as well as social and cultural prerequisites for promoting agrobiodiversity, worldwide and especially in Germany.
Arbeitsgruppe 3
Der Einfluss internationaler Politik auf Agrobiodiversität bei Tieren
Welche Möglichkeiten und Grenzen der Umsetzung internationaler Regelungen in Industrieländern bestehen, um Agrobiodiversität bei Tieren zu erhalten? Am Beispiel Deutschlands sollen die Global Strategy, der FAO-Report on the State of the World’s Animal Genetic Resources und besonders das Nationale Fachprogramm Tiergenetische Ressourcen diskutiert werden. Welche Ziele verfolgen diese Programme? Welche Rahmenbedingungen sind für deren Umsetzung notwendig und welche Instrumente sollten zum Einsatz kommen?
Arbeitsgruppe 4
Der Einfluss internationaler Politik auf Agrobiodiversität bei Pflanzen
Das Thema Pflanzengenetische Ressourcen (PGR) für Ernährung und Landwirtschaft hat sich in den vergangenen Jahren als eigenständiges Politikfeld herausgebildet. Viele Impulse kommen dabei von internationaler Ebene. Welche internationalen Politiken wirken sich positiv und welche hemmend auf den Erhalt und die Nutzung pflanzlicher Agrobiodiversität aus? Welche Differenzen bestehen im Umgang mit Agrobiodiversität zwischen südlichen Ländern und Industrieländern?
Arbeitsgruppe 5
Internationale Tendenzen der Tierzüchtung und die Rolle der Zuchtunternehmen
Die Privatisierung der Tierzucht beeinflusst weltweit Zuchtziele, Züchtungstechniken und Züchtungsforschung. Diese - privaten - Herkünfte sind für züchterische Initiativen Dritter in der Regel nicht verfügbar. Gleichzeitig verdrängen die hochleistenden Tiere andere Herkünfte und reduzieren damit die Agrobiodiversität. Auf die diversitätsrelevanten Daten besteht zudem keine Zugriffsmöglichkeit. Wie weit könnten und bis zu welchem Grad sollten Zuchtunternehmen ihrer Verantwortung diesbezüglich gerecht werden? Welche weiteren Tendenzen kennzeichnen die private Tierzucht und welche Auswirkungen lassen sich daraus für die Agrobiodiversität ableiten?
Arbeitsgruppe 6
Bäuerliche Erhaltungsinitiativen zwischen Idealismus und Überforderung
Die Zucht und Haltung bedrohter Rassen ist in den seltensten Fällen rentabel. Von der Tierversorgung über Inzuchtvermeidung bis hin zu Vermarktung und Fördergeldersuche muss also alles „nebenher“ erledigt werden. Die Ansprüche an Allmende pflegende „Hobbyzüchterinnen“ und „Hobbyzüchter“ sind hoch. (Wie) sollte die öffentliche Hand finanziell und fachlich unterstützend tätig werden?
Arbeitsgruppe 7
Agrobiodiversität im Getreidesektor: regionale statt universale Sorten als Chance für Vielfalt
Angesichts des zunehmenden Wettbewerbs konzentriert sich die Züchtung zur Refinanzierung ihrer Investitionskosten auf weniger werdende, ökonomisch interessante Arten. In der Konsequenz müssen heute zugelassene Sorten möglichst universell einsetzbar sein, um einen (welt)weiten Absatz zu finden. Unter welchen Voraussetzungen könnte eine Orientierung auf Regionalität, besondere Standortanforderungen und unterschiedliche Verwertungsoptionen Impulse zur Förderung der Agrobiodiversität im Getreidesektor erbringen?
Arbeitsgruppe 8
Jenseits des Weltmarktes: Gärten und Agrobiodiversität
Initiativen wie so genannte community gardens, internationale Gärten und Gärten der Frauen nehmen an Zahl und Bedeutung zu. In ihnen werden Pflanzen und Saatgut getauscht, Wissen vermittelt und Sorten erhalten bzw. durch ihren Anbau an die jeweiligen regionalen Standortbedingungen angepasst. Welchen Beitrag leisten alternative gärtnerische Nutzungsformen zum Erhalt und zur Weiterentwicklung der agrarbiologischen Vielfalt? Mit welchen Problemen werden sie dabei konfrontiert?
Arbeitsgruppe 9
Rechtliche Instrumente für eine aktive Agrobiodiversitätspolitik in Deutschland
Gegenwärtig bestehen in Deutschland neben finanziellen Fördermaßnahmen nur wenige staatliche Ansätze zur Erhaltung von Agrobiodiversität. Es soll daher gefragt werden, welche Maßnahmen nötig und möglich sind, um die Agrobiodiversität wirksamer als bisher zu fördern. Welche politischen Rahmenbedingungen sind für eine Umsetzung erforderlich? Wie können private Akteure in die Entwicklung solcher Instrumente einbezogen werden und welche Erfolgsaussichten haben freiwillige Selbstverpflichtungen in diesem Bereich?