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Beschaffung am IÖW

Ein zentraler Aspekt für die Nachhaltigkeit des IÖW liegt in der Beschaffungspraxis. Viele Bereiche sind dabei schon immer sehr ökologisch orientiert, in anderen Bereichen wie der Beschaffung von Informations- und Kommunikationstechnik haben wir in den letzten Jahren deutliche Fortschritte gemacht.

Informations- und Kommunikationstechnik

Wir sind auf einem guten Weg unsere „Green-IT-Nachhaltigkeitsstrategie“ umzusetzen. Ihr Ziel ist es, immer mehr Anwender/innen die gemeinsame Nutzung geteilter Rechenleistung auf sogenannten Terminalservern zu ermöglichen.

Ein Bestandteil dieser Strategie ist unsere Richtlinie zur Beschaffung von nachhaltigeren IKT-Geräten. Sie beschreibt den Prüfprozess bei der Neuanschaffung von Geräten, der vom IT-Beauftragten des Instituts begleitet und kontrolliert wird. Die Richtlinie enthält einen verbindlichen Gerätestandardkatalog, über den ein Großteil notwendiger Neuanschaffungen abgedeckt wird. Weiterhin wird vor jeder Neuanschaffung geprüft, ob bestehende Geräte weitergenutzt oder im Haus getauscht werden können.

Das Monitoring der IT-Beschaffung ist eine Maßnahme unseres Nachhaltigkeitsprogramms. Die Evaluation erfolgt seit 2017 jährlich. In den Jahren 2015 bis 2017 verzichteten wir auf den Neukauf von Festrechnern. Der Anteil von energiesparenden Thin-Clients an der Gesamtzahl der stationären Arbeitsplätze am IÖW hat sich seitdem deutlich erhöht (von 5 Prozent in 2015 auf 31 Prozent in 2018). Im Berichtsjahr 2018 arbeitete eine Mehrzahl der Mitarbeiter/innen auf zentral bereitgestellten energieeffizienten Servern. Dadurch teilen sie sich dieselbe IT-Hardware. Mehrere Exemplare eines Mini-Computers, der lediglich die Funktion übernimmt, eine Verbindung mit dem Terminalserver herzustellen, setzen wir seit Anfang 2015 als sogenannte Thin-Clients ein.

Dementsprechend senkten wir auch unseren Gesamtstromverbrauch zwischen 2017 (36.574 kWh) und 2018 (34.833 kWh) um 1.740 Kilowattstunden und somit um 4,8 Prozentpunkte, während das Institut im gleichen Zeitraum zehn Prozent mehr Mitarbeitende einstellte. Deshalb entwickelte sich auch der spezifische Stromverbrauch sehr erfreulich: Der Jahresverbrauch an Strom pro Vollzeitäquivalent betrug 622 kWh (2017: 768 kWh, 2016: 792 kWh); im Vergleich zum Vorjahr konnten wir 2018 also den spezifischen Stromverbrauch um 19 Prozent senken. Dieser deutlich reduzierte Wert beim spezifischen Stromverbrauch zeigt unserer Einschätzung nach, dass unsere Richtlinie zur Beschaffung von nachhaltigeren IKT-Geräten und gerade auch die Energieeffizenzstrategie für die neu eingerichteten Arbeitsplätze tragen.

Eine Ausnahme für die Terminalservernutzung bildet bislang bestimmte Spezialsoftware (z. B. Modellierungsprogramme), die weiterhin auf lokalen Arbeitsgeräten ausgeführt wird.

Vergabe von Dienstleistungsaufträgen

Am IÖW arbeiten wir im Zusammenhang mit unseren Projekten und internen Aktivitäten gelegentlich mit externen Dienstleistern wie Marktforschungsinstituten, Grafikagenturen oder Druckereien zusammen. Bei der Vergabe von Aufträgen sind sowohl die Erfahrungen und die Fachkunde der Dienstleister als auch ihre unternehmerische Ausrichtung an Nachhaltigkeitszielen ausschlaggebend. Daher hatten wir bereits im Jahr 2016 unsere verbindlichen und allgemeingültigen Vergaberichtlinien für Dienstleistungsaufträge um den Aspekt des Nachhaltigkeitsengagements erweitert.

Papierverbrauch am IÖW

Wie für Dienstleistungs- und Informationsunternehmen üblich, ist auch am IÖW Papier ein viel genutztes Arbeitsmittel. Beim Einkauf von Papierprodukten legt das Institut daher größten Wert auf Umweltfreundlichkeit. Unser Standard ist es, ausschließlich 100 Prozent Recyclingpapier zu verwenden, das mit dem Umweltzeichen Blauer Engel ausgezeichnet ist. Es ist eine Selbstverständlichkeit, am IÖW sparsam mit Papier umzugehen. Einseitig bedrucktes Papier, das nicht mehr gebraucht wird, wird zunächst als „Schmierpapier“ für handschriftliche Notizen benutzt, bevor es über den Papiermüll entsorgt wird. Für den Mehrseitendruck ist in den Druckprofilen standardmäßig doppelseitiger Druck eingestellt.

Der Verbrauch von DIN A4-Kopierpapier am IÖW ist im Jahr 2018 leicht gestiegen auf 85.710 Blatt Papier (2017: 82.000 Blatt). Obwohl am IÖW so viele Menschen arbeiten wie nie zuvor, reduzierte sich der Jahresverbrauch pro Vollzeitäquivalent. Er liegt bei 1.531 Blatt und damit auf dem niedrigsten Wert seit Beginn der Datenerfassung in 2009. Seit 2017 kommunizieren wir an dieser Stelle einen Vierjahresvergleich (vorher drei Jahre). Er zeigt deutlich die Entwicklung des rückläufigen Papierverbrauchs: Der spezifische Papierverbrauch wurde zwischen 2015 und 2018 halbiert.

Im Januar 2017 führten wir eine neue Erfassungsmethode für unseren Papierverbrauch ein. Seitdem stellen wir den Einkaufszahlen die tatsächlichen Papierbestände gegenüber. Dafür erfassen wir nun nicht mehr nur die Bestellmengen an Druck- und Kopierpapier, sondern zu Beginn eines jeden Jahres im Rahmen einer kleinen Inventarisierung auch den Bestand. Auf diese Weise ermitteln wir den jahresspezifischen Papierverbrauch exakter.

Druckerzeugnisse

Eigene Druckerzeugnisse des IÖW werden von Druckereien mit zertifiziertem Umweltmanagementsystem erstellt. Bei der Auswahl der Druckereien achten wir auch darauf, dass die Lieferwege möglichst gering ausfallen und wählen bevorzugt Druckereien aus Berlin.

Eine der Druckereien berücksichtigt darüber hinaus soziale Nachhaltigkeitsanforderungen, zum Beispiel im Umgang mit ihren Mitarbeiter/innen, und setzt sich als Unternehmen der Gemeinwohlökonomie mit Grundlagen gesellschaftlicher Gerechtigkeit auseinander. Diese Druckerei nimmt Kleinauflagen nicht an. Müssen Printprodukte in geringen Mengen erstellt werden, weicht das IÖW auf andere Druckereien aus und achtet darauf, dass ausschließlich umweltfreundliches Papier eingesetzt wird.

Druckerzeugnisse, die im Rahmen von Projekten erstellt werden sollen, planen wir bei der Projektentwicklung nach den gleichen ökologischen Standards. Diese werden von unseren Förderern in der Regel akzeptiert.

Die vom IÖW gemeinsam mit der Vereinigung für ökologische Wirtschaftsforschung (VÖW) herausgegebene Fachzeitschrift Ökologisches Wirtschaften erscheint im oekom Verlag in München, dem ersten klimaneutralen Verlag Deutschlands. Das Papier der Zeitschrift besteht zu 100 Prozent aus Recyclingpapier, zertifiziert mit dem Blauen Engel RAL-UZ 14.

Veröffentlichungen sind ein wichtiges Element unseres Kerngeschäfts. Bislang kennen wir hier aber das Ausmaß unserer Umweltwirkung nicht. Das soll sich ändern! Hand in Hand mit unserem Ansatz „papierlose Veranstaltung“ (siehe Abschnitt „Nachhaltige Organisation von Veranstaltungen“) haben wir uns als neues Nachhaltigkeitsziel vorgenommen, bis Ende 2019 den Papierverbrauch in unseren Publikationen zu bilanzieren und zu optimieren. Wir wollen dabei die Stellschrauben für Verbesserungspotenzial identifizieren und punktuell smarte Alternativen ausprobieren.

Büromaterialien

Beim Einkauf der weiteren Büromaterialen (wie Briefumschläge, Stifte, Ordner etc.) wird in den meisten Fällen die umweltfreundlichere Alternative gewählt. Wir führten in 2017 für die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR) die Marktstudie zu nachhaltigen biobasierten Büroartikeln durch und identifizierten über 260 biobasierte Produktalternativen am deutschen Angebotsmarkt. Wir überprüfen unter Nachhaltigkeits-, Qualitäts- und Kostengesichtspunkten, ob und welche unserer bisher verwendeten Büromaterialien durch diese innovativen Produkte ersetzt werden können. Weiterhin setzen wir dabei auf die einschlägige Kompetenz und Beratung von Händlern, die als Pioniere für nachhaltiges Wirtschaften für ihre Sortimentsgestaltung und auch für die umweltfreundliche Logistik und soziales Unternehmertum ausgezeichnet wurden.

Möbel

Büromöbel wie Schreibtische oder Stühle wurden bisher nur zu einem geringeren Teil von ökologisch orientierten Händlern und nach ökologischen und sozialen Standards bezogen. Den Großteil der im Zuge der Büroerweiterungen seit 2016 benötigten Möbel haben wir als neuwertige Gebrauchtware angeschafft. Alle Möbel werden möglichst lange genutzt und anschließend, sofern noch möglich, einer Weiterverwendung durch Dritte zugeführt.

Bewirtung im Büro

Zur (Pausen)verpflegung von Mitarbeiter/innen und Gästen beschaffen wir im Berliner Büro Kaffee, Tee, Kleingebäck, Milch, Hafermilch und Zucker aus ökologischer Produktion. Der Kaffee ist außerdem fair gehandelt. Jeden Tag gibt es Bio-Obst und -Möhren – wenn vorhanden aus der Region – als kostenlosen Snack für alle. Auch das Heidelberger Büro beschafft „öko“, zum Teil auch „fair“.

Leuchten und Leuchtmittel

Am IÖW verwenden wir in der Regel energieeffiziente Energiesparlampen und Leuchtstoffröhren. Einbau-Halogenleuchten wurden anstelle von Halogenstrahlern mit LED-Leuchtmitteln ausgerüstet.

Nachhaltigkeitsprogramm

Das Nachhaltigkeitsprogramm nennt Maßnahmen zu der Zielstellung "Spezifischen Papierverbrauch reduzieren" sowie zum Handlungsfeld "Energieeffizienz der IT-Hardware".

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