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Beirat des Projekts „Postwachstumspioniere“

Dr. Franz Ehrnsperger

Der Braumeister und Kaufmann Dr. Franz Ehrnsperger ist seit 1971 geschäftsführender Gesellschafter des Bio-Getränkeherstellers Neumarkter Lammsbräu. Für seine Pionierleistungen im Umweltmanagement von Brauereien wurde Dr. Ehrnsperger 2001 von der DBU als Umweltpreisträger ausgezeichnet. Viele weitere Initiativen wie „Fair zum Bauern“ und die Qualitätsgemeinschaft Bio-Mineralwasser e.V. bezeugen sein ganzheitliches Verständnis nachhaltigen Wirtschaftens, das auf regionale Wirtschaftskreisläufe, ökologischen Landbau und die Sensibilisierung der Branche für Nachhaltigkeitsthemen zielt. Sein Engagement für Postwachstumsthemen speist sich aus seinem Blick auf die Natur:

„Natürliche Systeme beginnen in dem Moment zu schwanken, in dem ein Bestandteil des Systems unkontrolliert auf Kosten der anderen wächst. Unser Ziel als Unternehmen ist es daher, die Vision eines werteorientierten, zukunftsfähigen Wirtschaftens in all unseren Einflussbereichen mit Leben füllen.“

Prof. Dr. Rudi Kurz

Rudi Kurz studierte Volkswirtschaftslehre, promovierte an der Universität Tübingen und war wissenschaftlicher Referent am Institut für angewandte Wirtschaftsforschung Tübingen (IAW). Seit 1988 ist er Professor für Volkswirtschaftslehre an der Hochschule Pforzheim. Er ist in verschiedenen Hochschulfunktionen aktiv, u.a. Prorektor der Hochschule und Dekan der Fakultät für Wirtschaft und Recht. Er ist Gutachter- und Beratertätigkeit für verschiedene Bundes- und Landesministerien und engagiert sich ehrenamtlich beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Seine Forschungsschwerpunkte sind (mit ca. 100 Publikationen): Ordnungspolitik, Innovationsforschung, Wirtschaftswachstum, Umweltökonomie und Nachhaltige Entwicklung.

"Die Frage nach der Zukunft des Wirtschaftswachstums im Nachhaltigkeitskontext stellt sich nicht nur auf der volkswirtschaftlichen Ebene, sondern auch einzelwirtschaftlich: Ist Wachstum unverzichtbar für das Überleben eines Unternehmens? Gibt es Gegenbeispiele? Empirische Grundlagenarbeit, die solche Beispiele erfasst und analysiert könnte einen neuen Unternehmenstypus identifizieren, dessen Erfolg nicht an Wachstum gekoppelt ist, sondern der sich von anderen Zielen leiten lässt. Das wäre eine willkommene Bereicherung der Debatte um (zukunftsfähiges) Unternehmertum und (responsible) Management."

Prof. Dr. Reinhard Pfriem

Reinhard Pfriem forscht seit drei Jahrzehnten zu Fragen ökologischer bzw. nachhaltiger Unternehmenspolitik sowie einer zukunftsfähigen Theorie der Unternehmung. Als Initiator der Gründung des Instituts für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) 1985 war er verantwortlich für die Leitung und Durchführung der ersten Projekte, die unter Begriffen wie Ökobilanz und Öko-Controlling in zahlreichen Unternehmen die ersten Schritte bei der Bearbeitung ihrer ökologischen Herausforderungen begleiteten.

„Die Abkehr vom  Zwang zum permanenten wirtschaftlichen Wachstum  kann nicht durch quantitative Begrenzungsregeln erreicht werden, sondern nur dadurch, dass anbietende Unternehmen und nachfragende Konsumenten durch Erstarken von Qualität, Dauerhaftigkeit und Genügsamkeit einen Weg finden, der im Ergebnis wegführt von den abstrakten Steigerungsspielen, die die modernenn Wirtschaftsgesellschaften mehr denn je prägen. Neue unternehmerische Initiativen zur Stabilisierung regionaler Wirtschaftskreisläufe und zur Förderung von Prosumententum spielen dabei eine herausragende Rolle.“

PD Dr. Irmi Seidl

Irmi Seidl leitet an der Eidg. Forschungsanstalt WSL die Forschungseinheit Wirtschafts- und Sozialwissenschaften und lehrt in Zürich (Universität, ETH). Seit dem Doktorat zu Umweltinnovationen in Unternehmen (Hochschule St. Gallen) Anfang der 1990er Jahre treibt sie das Thema Wachstum um; als in den 2000ern offensichtlich wurde, dass die Effizienzrevolution nicht genug greift und umweltökonomische Instrumente Lippen- bekenntnisse bleiben, begann sie, zusammen mit Angelika Zahrnt, die Konturen und Voraussetzungen einer Postwachstumsgesellschaft zu formulieren.

"Ein wichtiger Ansatzpunkt sind Unternehmen: es geht darum, a) bei Unternehmen ein Bewusstsein zu schaffen, dass wir nolens volens auf dem Weg in eine Postwachstumsgesellschaft sind, b) zu erforschen, ob, warum und welche Unternehmen überhaupt wachsen müssen und c) der BWL Impulse zu geben, die Realität und potentielle Zukunft von Wachstumsneutralität und Postwachstum wahrzunehmen und in Forschung, Lehre und Beratung aufzugreifen."

Prof. Dr. Werner Wild

Werner Wild ist Professor für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre, Umweltmanagement und Rechnungswesen an der Technischen Hochschule Nürnberg. Er lehrt und forscht in den Gebieten: Umwelt- und Nachhaltigkeitsmanagement, Managementsysteme, Corporate Social Responsibility, Nachhaltigkeitskommunikation, Energiepolitik und Energiemanagement. Er ist Mitglied im Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und ehrenamtlich tätig im BUND - Arbeitskreis Wirtschaft und Finanzen. Außerdem ist er Mitglied in der Vereinigung für Ökologische Wirtschaftsforschung (VÖW) und im Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS).

"Unternehmen unterstützen  den Prozess in Richtung einer nachhaltigen Entwicklung, wenn sie sich vom Wachstumsparadigma unabhängig machen. Postwachstumspionieren geht es nicht darum, immer mehr materielle Güter zu produzieren und abzusetzen. Aber es kann auch nicht darum gehen, mögliches Wachstum von nachhaltig wirtschaftenden Unternehmen zu verhindern. In der unmittelbaren ökonomischen Zwecksetzung bedeutet dies für Unternehmen vor allem die Orientierung an einzelwirtschaftlichen Zielgrößen wie Prozess- und Produktqualität, effizienten Einsatz von Ressourcen, Work-Life-Balance der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter."

Prof. Dr. Angelika Zahrnt

Angelika Zahrnt war nahezu 20 Jahr Vorsitzende bzw. stellvertretende Vorsitzende des BUND und ist jetzt Ehrenvorsitzende. Sie ist in verschiedenen Gremien tätig, so im wissenschaftlichen Beirat der Ratingagentur oecom research und im Anlageausschuss des Nachhaltigkeitsfonds Ökovision. Sie ist Fellow am IÖW. Sie hat veröffentlicht zu den Themen Ökologische Steuerreform, Nachhaltigkeit, Lebensstilen und – zusammen mit Irmi Seidl zur Postwachstumsgesellschaft.

"Unternehmen sind mit ihrem Wachstumsstreben Treiber des volkswirtschaftlichen Wachstums – wie können sie sich auf eine Postwachstumsgesellschaft einstellen? Was lässt sich schon heute von erfolgreichen Unternehmen lernen, die nicht wachstumsorientiert sind?"

Unsere Wissenschaftler/innen

Jana Gebauer (Projektleiterin)

Seit 2005 beforscht Jana Gebauer am IÖW Themen im Bereich nachhaltiger Unternehmensführung und Nachhaltigkeitsberichterstattung sowie allgemein Fragen der Übernahme gesellschaftlicher Verantwortung durch unterschiedliche Akteure wie Unternehmen, NGOs, Gewerkschaften und Social Entrepreneurs. Sie ist außerdem Leiterin des Projekts Postwachstumspioniere.

 

 

 

Dr. Christian Dietsche

Christian Dietsche studierte Geographie, Soziologie und Geschichte an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. 2005 war er als freier Mitarbeiter am Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie tätig und arbeitete anschließend als Wissenschaftlicher Mitarbeiter an den Geographischen Instituten der Otto-Friedrich-Universität Bamberg und der Universität zu Köln. Seit 2010 arbeitet Christian Dietsche am IÖW zu den Themen Nachhaltigkeitsberichterstattung, Unternehmens- verantwortung, Social Entrepreneurship und Postwachstum.

„Unternehmenswachstum gilt oft als Synonym für unternehmerischen Erfolg. Viele kleine Unternehmen sind sich aber der Grenzen und Risiken eines dauerhaften Wachstums bewusst und schlagen alternative Wege ein. Statt eine stetige Maximierung des Gewinns oder der Mitarbeiterzahl anzustreben, richten sie ihre Unternehmensentwicklung an alternativen Zielgrößen aus. Erfolgreiches Wirtschaften drückt sich für diese Unternehmen beispielsweise darin aus, gute Arbeits- und Lebensbedingungen herzustellen, einen Beitrag zur Ressourcenschonung zu leisten oder gesellschaftlichen Mehrwert zu schaffen.“

Thomas Korbun

Thomas Korbun ist Wissenschaftlicher Geschäftsführer des Instituts für ökologische Wirtschaftsforschung, das schon seit seiner Gründung im Jahr 1985 nach Alternativen zu unserem derzeitigen Wirtschaftssystem forscht.

„Nach den jüngsten Finanz- und Schuldenkrisen haben sich Politik und weite Teile der Öffentlichkeit wieder mit der Wachstumsgesellschaft arrangiert. Auch aus der Wissenschaft kommen zu wenige Impulse. Mit Forschungsprojekten wie 'Postwachstumspioniere' wollen wir das Thema bei Politik, Unternehemen und in der Gesellschaft wieder auf die Tagesordnungsetzen.“

Dr. Eugen Pissarskoi

Eugen Pissarskoi ist seit 2010 Wissenschaftlicher Mitarbeiter am IÖW und forscht zu den Themen Umweltgerechtigkeit, Auffassungen der Lebensqualität, Transformationsforschung und Wachstumsdebatten. Dabei arbeitet er unter anderem in Projekten wie "Ökonomie der Anpassung" und "Postwachstumspioniere".

Kontakt

Jana Gebauer

Geschäftsstelle Berlin
Telefon: +49 30-884 594-33
Jana.Gebauer(at)ioew.de

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