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Brandenburg auf dem Weg zur Klimaneutralität: Kabinett beschließt ambitionierte Klimaschutzziele für 2030 und 2040

Brandenburg will bis spätestens 2045 klimaneutral wirtschaften und leben. Dieses Ziel hat die Landesregierung nun mit zwei Beschlüssen untermauert und stützt sich dabei unter anderem auf Empfehlungen und Daten eines vom IÖW geleiteten Gutachtens. Das Kabinett beschloss den von Klimaschutzminister Axel Vogel vorgeschlagenen Pfad mit Zwischen- und Sektorzielen für den Klimaplan. Zudem verabschiedete die Regierung eine neue Energiestrategie 2040, deren erhöhte Ausbauziele für Solar- und Windkraft ebenfalls mit Szenariowerten des Klimaplangutachtens übereinstimmen.

„Mit der Veröffentlichung von landesspezifischen Sektorzielen ist Brandenburg beim Klimaschutz aktuell ein Vorreiter unter den Bundesländern“, sagt Bernd Hirschl vom Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) und der BTU Cottbus-Senftenberg. Er leitet das Gutachten, das die wissenschaftlichen Grundlagen für den Brandenburger Klimaplan unter Federführung des Umweltministeriums (MLUK) erarbeitet. Die Festlegung der Sektor- und Zwischenziele erfolgte auf Basis der fachlichen Empfehlungen und Berechnungen aus dem noch laufenden Gutachtenprozess. Die verabschiedete Energiestrategie liegt in der Federführung des Wirtschaftsministeriums (MWAE).

Klimaschutzziele für die Zwischenjahre 2030 und 2040 sowie für alle Sektoren

Für die Jahre 2030 und 2040 sowie für das Zieljahr der Klimaneutralität 2045 gibt es jetzt Vorgaben zur Senkung der gesamten Brandenburger Treibhausgasemissionen sowie spezifische Vorgaben für die Sektoren Energiewirtschaft, Industrie, Gebäude, Verkehr, Abfallwirtschaft, Landwirtschaft und Landnutzung. Damit hat Brandenburg erstmals einen konkreten Pfad zur Klimaneutralität definiert. Mit diesem Beschluss geht Brandenburg auch bundesweit voran und gehört zu den ersten Bundesländern, die umfassende sektorenspezifische Ziele verabschiedet haben.

Bis 2030 will die Landesregierung die Treibhausgasemissionen (THG-Emissionen) um 75 Prozent auf 31,3 Millionen Tonnen gegenüber 1990 (125,7 Millionen Tonnen THG-Emissionen) mindern. Damit übersteigt die Brandenburger Zielsetzung den aktuellen Bundeszielwert (minus 65 Prozent bis 2030).

Bis 2040 muss ein weiterer großer Reduktionsschritt mit einer Minderung der THG-Emissionen um 96 Prozent auf 5,4 Millionen Tonnen gegenüber 1990 gelingen. Vor allem durch den bis dann greifenden Infrastrukturumbau und den Technologiewechsel soll die Reduktionsmenge auf etwa 26 Millionen Tonnen THG-Emissionen gesteigert werden.

Klimaplan mit Maßnahmenpaket für alle Ministerien soll folgen

„Die Zwischen- und Sektorziele sind ambitioniert, denn es muss gelingen, den bisherigen Trend der steigenden Treibhausgasemissionen in allen Sektoren schnell und nachhaltig umzukehren“, so Klimaschutzminister Axel Vogel. „Ehrgeizige Ziele sind nur mit ambitionierten Maßnahmen erreichbar. Deshalb starten wir im nächsten Schritt zügig die Erarbeitung des Maßnahmenprogramms für den künftigen Klimaplan, den wir im Frühjahr 2023 vorlegen wollen. Dafür werden alle Landesministerien eng zusammenarbeiten. Der aktuelle Sommer zeigt einmal mehr, wie dringend konsequenter Klimaschutz ist. Hier braucht es entschlossenes gemeinsames Handeln.“
Die Maßnahmenempfehlungen des vom IÖW geleiteten Gutachtens, welche die Grundlage des zu entwickelnden Brandenburger Klimaplans darstellen werden, stehen voraussichtlich im Herbst 2022 zur Verfügung.

Mehr Informationen zum Klimaschutzplan: https://mluk.brandenburg.de/mluk/de/klimaschutz/klimaschutz/klimaplan/

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