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Bremer Unternehmen bereiten sich auf Klimawandel vor

Stürme, Starkregen, Hitze: Bremen kann als internationaler Logistikstandort durch weltweite Klimaveränderungen zukünftig stark betroffen sein. Eine Workshop-Reihe beleuchtete die Auswirkungen von Extremwetterereignissen auf die Maritime Wirtschaft und Logistik sowie die Ernährungswirtschaft. Fazit: Klimaanpassung wird erfolgreicher, wenn Akteure zusammenarbeiten. Die Workshops wurden vom IÖW und dem Institut für Seeverkehrswirtschaft und Logistik (ISL) in Kooperation mit dem Bremer Umweltsenat im Projekt Bresilient durchgeführt.

Wie sich der Klimawandel auf Bremer Unternehmen der Maritimen Wirtschaft und Logistik sowie der Ernährungswirtschaft auswirkt und mit welchen Anpassungsmaßnahmen sie zunehmenden Extremwetterereignissen begegnen können, wurde in einer dreiteiligen Workshop-Reihe des Forschungsprojekts „BREsilient - Klimaresiliente Zukunftsstadt Bremen“ diskutiert. Dabei ging es um Maßnahmen, die einerseits der direkten Betroffenheit durch zunehmende Stürme, Starkregenereignisse und Hitzeperioden vor Ort und andererseits den indirekten Auswirkungen des Klimawandels durch globale Handelsverknüpfungen entgegenwirken.

In Bremerhaven werden jährlich rund 5,5 Millionen Standard-Container umgeschlagen. „Fast jeder fünfte Arbeitsplatz im Land Bremen ist mittelbar oder unmittelbar abhängig von den Häfen“, erläutert Rainer Müller vom ISL. „Als internationaler Logistikstandort kann Bremen durch Klimaveränderungen in anderen Weltregionen zukünftig verstärkt betroffen sein. Beispielsweise, wenn globale Lieferketten unterbrochen werden, die über die Bremischen Häfen und ihre Hinterlandverbindungen abgewickelt werden.“

Kooperation für erfolgreiche Klimaanpassung

Rund 30 Interviews haben das ISL und das IÖW im Vorfeld mit Unternehmensvertretern aus der Region Bremen geführt, um Erfahrungswerte aus der unternehmerischen Praxis zu ermitteln und in die Risikobewertung mit aufzunehmen. „In der Workshop-Reihe ging es darum, die vielschichtigen Praxiserfahrungen vorzustellen und gemeinsam mögliche Anpassungsmaßnahmen zu erarbeiten“, erklärt Dr. Esther Hoffmann vom IÖW. „Bei einem Planspiel in Rahmen eines Workshops hat sich gezeigt, dass Klimaanpassung erfolgreicher wird, wenn verschiedene Akteure zusammenarbeiten.“ Beispiele für kooperative Maßnahmen sind die gemeinsame Nutzung von Infrastrukturen und Lagerflächen, das gegenseitige Ausleihen von Kühlcontainern oder die Zusammenarbeit von Transporteuren, um beim Ausfall eines Verkehrsträgers schnellen Zugriff auf alternative Verkehrsträger sicherzustellen.

Workshop-Reihe entwickelt vielseitige Ansätze

Beim abschließenden Online-Workshop mit rund 30 Teilnehmenden aus Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung stand am 24. November die inhaltliche Weiterentwicklung solcher kooperativer Maßnahmen im Fokus. Geteilte Lagerflächen sollen beispielsweise im Gewerbegebiet Lune Delta in Bremerhaven umgesetzt werden. Dort kommen außerdem Begrünung und Versickerung zum Einsatz um vor Hitze und Starkregen zu schützen. Für die Logistik wurde ein Inland-Hub diskutiert, also ein Terminal im Hinterland, das stark mit den bremischen Häfen kooperiert und die Verkehrsträger Bahn und Binnenschiff stärkt.

Darüber stellten sich Vernetzungsakteure aus der Region wie Partnerschaft Umwelt Unternehmen, IHK und die Investitionsfördergesellschaft BIS vor, die bereits Informations- und Vernetzungsangebote für Unternehmen zum Klimawandel anbieten.

Die Ergebnisse der Workshop-Reihe „Bremer Unternehmen im Klimawandel“ werden im Rahmen der BREsilient-Abschlussveranstaltung Frühjahr 2021 öffentlich präsentiert.

Über das Projekt BREsilient – Klimaresiliente Zukunftsstadt Bremen

Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Projekt BREsilient bündelt Kompetenzen aus Forschung, Verwaltung und Praxis, um in vier Modellbereichen Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel zu entwickeln. Im Modellbereich „Maritime Wirtschaft und Logistik“ wurden Interviews und Workshops mit Unternehmensvertreterinnen und -vertretern zu direkten und indirekten Klimafolgen durchgeführt. BREsilient wird von der Senatorin für Klimaschutz, Umwelt, Mobilität, Stadtentwicklung und Wohnungsbau geleitet. Forschungspartner sind die Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, das Institut für ökologische Wirtschaftsforschung und das Institut für Seeverkehrswirtschaft und Logistik. Weitere Informationen zum Projekt unter www.bresilient.de

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