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Energiewende und Versorgungssicherheit: Energiesuffizienz muss politisches Leitprinzip werden

„Energiesuffizienz muss zu einem Leitprinzip der Politik werden.“ Mit diesem Appell wenden sich rund 75 Expert*innen aus der Energie- und Nachhaltigkeitsforschung an Politik, Unternehmen sowie an Bürger*innen. In den aktuellen Diskussionen um den richtigen energiepolitischen Kurs im Umgang mit den Konsequenzen des Kriegs in der Ukraine sehen die Unterzeichnenden des Appells das Prinzip der Energiesuffizienz noch zu wenig berücksichtigt. Thomas Korbun, Wissenschaftlicher Geschäftsführer des IÖW, die Leiterin und der Leiter des Forschungsfelds Nachhaltige Energiewirtschaft und Klimaschutz am IÖW, Dr. Julika Weiß und Prof. Dr. Bernd Hirschl, sowie weitere IÖW-Wissenschaftler*innen unterstützen den Appell.

Energiesuffizienz in der Energiepolitik strategischer angehen

„Die beste Kilowattstunde ist diejenige, die gar nicht erst verbraucht wird“, sagen die Energiewendeexpert*innen Hirschl und Weiß. „Hierüber wird bei den aktuellen Diskussionen um Energieversorgungssicherheit noch nicht strategisch genug gesprochen. Mit dem Appell wollen wir darauf aufmerksam machen, dass Energiesuffizienz ein Schlüsselprinzip für die Energiepolitik ist, das ins Zentrum öffentlichen Bewusstseins gehört neben der Substitution fossiler Brennstoffe durch den Umstieg auf erneuerbare Energien. Suffizienz ist ein zentrales Element, um neuen Handlungsspielraum für Energiesicherheit zu schaffen.“

Im Thesenpapier zeigen die Unterzeichnenden Einsparpotenziale in den Bereichen Verkehr, Wärme, öffentliche Gebäude, Gewerbe, Dienstleistungen und Handel sowie Industrie, Landwirtschaft und Digitalisierung auf. Zugleich verdeutlichen sie die positiven Effekte von Energiesuffizienz: Sie macht unabhängiger und widerstandsfähiger gegen Lieferausfälle und damit politisch handlungsfähiger. Viele Maßnahmen, um energiesuffizienter zu werden, sind kurzfristig umsetzbar und noch dazu günstig, da sie nur geringe Investitionen und Infrastrukturen benötigen, so die Unterzeichnenden. Darüber hinaus lassen sich mit Energiesuffizienz neue Abhängigkeiten von klimaschädlichen Technologien ebenso verhindern wie Kompromisse mit Staaten, die Menschenrechte missachten.

Der Aufruf zu energiesparendem Handeln richtet sich an Bürger*innen ebenso wie an Organisationen und Unternehmen und an die Politik. Die Forscher*innen fordern die politisch Verantwortlichen dazu auf, umgehend damit zu beginnen, Deutschland und Europa durch Energiesuffizienz krisenfester zu machen. 

Zum Aufruf im Wortlaut:

https://doi.org/10.5281/zenodo.6419202

Wissenschaftliche*r Ansprechpartner*in:

Prof. Dr. Bernd Hirschl
Leiter des Forschungsfelds Nachhaltige Energiewirtschaft und Klimaschutz am IÖW
bernd.birschl(at)ioew.de

Dr. Julika Weiß
Leiterin des Forschungsfelds Nachhaltige Energiewirtschaft und Klimaschutz am IÖW julika.weiss(at)ioew.de

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