
Unter den aktuellen Rahmenbedingungen kann Energy Sharing nur mit erhöhtem Abspracheaufwand umgesetzt werden. Grafik: IÖW im Projekt Forum EnShare, 2026
Seit Juni 2026 ist in Deutschland Energy Sharing formal möglich, doch noch scheitert die Umsetzung an Fragen zu Netzzugang, Bilanzierung und Abrechnung. Im Projekt Forum EnShare vom Future Energy Lab der dena – Deutsche Energie-Agentur, wissenschaftlich begleitet vom Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW), diskutierten Expert*innen über Lösungen, um Energy Sharing effizient umsetzen zu können. In einem Impulspapier zeigen sie etwa, welche Vorgaben von der Bundesnetzagentur fehlen und wie Verteilnetzbetreiber auf Anfragen zu Energy Sharing reagieren sollten.
„Das Interesse an Energy Sharing ist groß. Viele Energiegenossenschaften, Prosumer*innen und Kommunen wollen selbstproduzierten Strom innerhalb ihres Verteilnetzgebietes mit anderen Abnehmern teilen“, sagt Stromwende-Forscherin Dr. Astrid Aretz vom IÖW. „Bisher konnten allerdings noch keine Projekte realisiert werden – und das liegt vor allem an unklaren Zuständigkeiten, fehlenden Vorgaben und an Verzögerungen bei der Digitalisierung.“
Wer dennoch mit einem Pilotprojekt vorangehen möchte, sollte sich frühzeitig an den örtlichen Verteilnetzbetreiber wenden und einen Energy-Sharing-Dienstleister einbinden, empfiehlt Aretz.
Was jetzt wichtig ist
Im Dialog mit Verteilnetzbetreibern, Start-ups sowie Verbänden aus Energiewirtschaft, Bürgerenergie und Verbraucherschutz sind zehn Empfehlungen entstanden. Die größten Hebel sehen die Expert*innen hier:
Chance für die Energiewende
„Energy Sharing eröffnet neue Möglichkeiten für die Teilhabe an der Energiewende vor Ort,“ sagt Lisa Strippchen, Seniorexpertin Stromerzeugung bei der dena. „Für den Erfolg des Modells ist jetzt essenziell, dass die Umsetzung in der Praxis für Bürgerinnen und Bürger effizient und einfach möglich wird. Dazu gehört beispielsweise der diskriminierungsfreie Netzzugang und ein standardisiertes Kommunikationsverfahren mit den Verteilnetzbetreibern.“
Auf der Website des Future Energy Labs gibt es neben dem Empfehlungspapier auch ein FAQ zum Thema Energy Sharing.
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