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Eugen Pissarskois Dissertation „Gesellschaftliche Wohlfahrt und Klimawandel“ erschienen

"Gesellschaftliche Wohlfahrt und Klimawandel" von Dr. Eugen Pissarskoi

Eugen Pissarskoi verteidigt in seiner Dissertation die These, dass wir trotz Unsicherheit über die Folgen des Klimawandels die Pflicht haben, die Treibhausgaskonzentration möglichst schnell auf das vorindustrielle Niveau zu senken. In seinem jetzt erschienenen Buch „Gesellschaftliche Wohlfahrt und Klimawandel“ setzt er sich mit der klimaökonomischen Debatte über die Frage auseinander, welche Klimapolitik die Wohlfahrt der gesamten Gesellschaft erhöht. Hierzu diskutiert er die normative Annahme, die gesamtgesellschaftliche Wohlfahrt solle maximiert werden, und hinterfragt, was wir darüber wissen, wie der Klimawandel das zukünftige Wohlergehen beeinflussen wird.

Normative Annahmen in der Kritik

Pissarskoi zeigt, dass gesellschaftliche Wohlfahrt unterschiedlich aufgefasst wird: Wohlfahrt als Aggregat von individuellen Präferenzen, von Glücksempfindungen, von Einschätzungen der Zufriedenheit sowie von idealen mentalen Zuständen. Er bezweifelt jedoch, dass es vernünftige Gründe gibt, die Maximierung der Wohlfahrt in einer dieser Bedeutungen zum politischen Ziel zu erklären und die Folgen des Klimawandels in einer einzigen Einheit zu bewerten. Gleichzeitig unterbreitet er Vorschläge dafür, wie Informationen über individuelle Präferenzen, Glücksempfindungen oder Einschätzungen der Zufriedenheit in normative Prinzipien eingebunden werden und damit zur Rechtfertigung politischer Entscheidungen beitragen sollten.

Plädoyer für das Vorsorgeprinzip

Die Folgen des Klimawandels auf das Wohlergehen zukünftig lebender Menschen unterliegen Ungewissheiten: Wir können sie weder deterministisch vorhersagen, noch können wir Wahrscheinlichkeiten für ihre möglichen Zustände angeben. Pissarskoi veranschaulicht, dass wir auch in dieser Situation sinnvoll über eine vernünftige Klimapolitik diskutieren können. Die Studie mündet in ein Argument für die These: Wir haben trotz der Ungewissheiten über die Folgen des Klimawandels die Pflicht, die Treibhausgasemissionen möglichst schnell auf das vorindustrielle Niveau zu senken. Um diese These zu rechtfertigen, entwickelt er eine Präzisierung des Vorsorgeprinzips.

Eugen Pissarskoi forscht am IÖW im Forschungsfeld Umweltökonomie und Umweltpolitik zu Themen wie Umweltgerechtigkeit, Auffassungen der Lebensqualität, Transformationsforschung und Wachstumsdebatten. Im Projekt „Postwachstumspioniere“ untersucht er derzeit zusammen mit anderen IÖW-Forscher/innen welche Rolle kleine und mittelständische Unternehmen in einer Postwachstumsgesellschaft einnehmen können.

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Pissarskoi, Eugen (2014): Gesellschaftliche Wohlfahrt und Klimawandel. oekom verlag, München, 273 Seiten, ISBN-13: 978-3-86581-685-6

Den Beitrag in der Publikationsliste von Eugen Pissarskoi finden Sie hier.

Mehr über das Buch lesen und bestellen können Sie hier.

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