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Forschungsprojekt PeerInnovation: Von Linux, Wikipedia & Co. für Nachhaltigkeit lernen

Auch Hardware kann Open Source entwickelt werden. (Foto: Pixabay)

Um die Umwelt und das Klima zu schützen, sind soziale und technologische Innovationen ein wichtiges Element. Innovationen kommen nicht nur aus der Wirtschaft, sondern werden auch in dezentralen Netzwerken von unabhängigen Entwicklerinnen und Entwicklern geschaffen. Welche Potenziale solche gemeinschaftlichen Innovationsaktivitäten für einen gesellschaftlichen Wandel zu mehr Nachhaltigkeit haben, untersuchen das Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) und die Technische Universität Berlin (TU Berlin) im Forschungsprojekt „PeerInnovation“ mit Förderung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF).

„Moderne Informations- und Kommunikationstechnologien machen es Freizeitakteuren immer leichter, sich online in Communities miteinander auszutauschen und Projekte in dezentralen Netzwerken zu koordinieren“, sagt Projektleiter Dr. Jan Peuckert vom IÖW. „Es ist zu erwarten, dass kollaborative Innovationsaktivitäten mit fortschreitender Digitalisierung weiter an Bedeutung gewinnen werden.“

Wie die Crowd gemeinschaftlich Innovationen entwickelt

„Innovationen nehmen häufig nicht bei den späteren Herstellern ihren Anlauf, sondern kommen aus dem Anwendungsbereich von den Nutzenden selbst“, so Prof. Dr. Knut Blind, Innovationsökonom an der TU Berlin. „Bekannte Beispiele für kollaborative, von der Crowd gemeinsam entwickelte Projekte sind etwa das quelloffene Betriebssystem Linux, die freie Enzyklopädie Wikipedia oder die lizenzfreie Geodatenbank OpenStreetMap. Sie zeugen von der Leistungsfähigkeit dieses Innovationsmodus.“ Aber auch Hardware-Lösungen werden durch Freiwillige arbeitsteilig geschaffen und kontinuierlich weiterentwickelt, etwa der 3D-Drucker der RepRap-Community oder die Landmaschinen der Open Source Ecology.

Sichtbarkeit durch Messbarmachen

In dem Projekt kartieren die Forschungspartner wichtige Projekte, Akteure und Interaktionsplattformen in den drei Handlungsfeldern nachhaltige Energie, nachhaltige Mobilität und nachhaltige Stadtentwicklung. Ziel ist es, die Beziehungen der Akteure zu verstehen und ihre Interaktionen zu analysieren. Den Einstieg bilden bekannte Open-Source-Datenbanken und online verfügbare Projektdokumentationen. Davon ausgehend werden bedeutende Initiativen und Plattformen ermittelt. Die OpenEnergyMonitor-Community etwa befasst sich in ihren Foren mit der intelligenten Messung und Steuerung des privaten Stromverbrauchs, unzählige Anleitungen und Erfahrungsberichte zum Bau von Lastenfahrrädern werden in Wikis geteilt und das Fab City Netzwerk entwickelt gemeinsam Lösungen für die Selbstversorgung von Städten.

„Indem wir Kommunikationskanäle, Interaktionsmuster, Regeln und Koordinierungsinstrumente verstehen und unsere Ergebnisse mit anderen teilen, wollen wir der sogenannten Peer Innovation Sichtbarkeit verleihen“, so der Innovationsforscher Jakob Pohlisch von der TU Berlin. „Wir entwickeln hierfür neuartige Messmethoden und Kennzahlen, um einen Bereich des Innovationsgeschehens zu analysieren, den offizielle Statistiken bisher nicht erfassen. Wertschöpfungsprozesse außerhalb des Marktes werden immer noch als Nischenphänomen wahrgenommen, obwohl sie bereits heute in einigen Bereichen kommerzielle Innovationen ergänzen und ersetzen.“

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PeerInnovation ist eines von sieben Forschungsprojekten, die im Rahmen der zweiten Förderrunde des BMBF-Programms „Weiterentwicklung der Indikatorik für Forschung und Innovation“ seit September 2019 an der Verbesserung der empirischen Erfassung des Innovationsgeschehens arbeiten. Das Förderprogramm erkennt an, dass sich das Innovationsgeschehen wandelt und neue Themenfelder und Phänomene dazu führen, dass das Indikatorsystem ebenfalls weiterentwickelt werden muss. Es ist im Oktober 2019 gestartet und hat eine Laufzeit von 36 Monaten.

Mehr Informationen zum Projekt: www.peer-innovation.de

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