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Indirekte Landnutzungseffekte von Biokraftstoffen: Dr. Elisa Dunkelberg veröffentlicht Dissertation

Dissertation zu indirekten Landnutzungseffekten von Biokraftstoffen von Dr. Elisa Dunkelberg

IÖW-Wissenschaftlerin Elisa Dunkelberg stellt in ihrer Dissertation einen neuen, fallstudienbasierten Ansatz vor, wie indirekte Landnutzungsänderungen (ILUC) quantifiziert werden können, die mit der Biokraftstoffproduktion einhergehen. Ihr nun veröffentlichtes Buch “A Case-Study Approach to Quantifying Indirect Land-Use Change due to Expanding Biofuels Feedstock Cultivation” entstand in im Forschungsprojekt “Fair Fuels?“, einer wissenschaftlichen Nachwuchsgruppe, die im Programm Sozial-ökologische Forschung des Bundesforschungsministeriums gefördert wurde.

Dunkelbergs Herangehensweise beinhaltet es, regionalspezifische Kompensations- und Vermeidungsmaßnahmen zu identifizieren und zu bewerten. Die Arbeit berücksichtigt dabei auch Maßnahmen, die die agrarwirtschaftlichen Erträge steigern und den Konsum flächenintensiver Produkte wie Fleisch oder Milch verringern sollen. Die neue fallstudienbasierte Methode ermöglicht es dadurch besser als bestehende Ansätze, das ILUC-Risiko einer konkreten Biokraftstoffinvestition abzubilden. Des Weiteren ermöglicht es der neue Ansatz zukünftige Biokraftstoffprojekte so zu gestalten, dass ILUC vermieden werden und tatsächlich ein Beitrag zum Klimaschutz geleistet wird.

Drei Fallstudien: Malawi, Brasilien, Deutschland

Dunkelberg wendet den neu entwickelten Ansatz auf drei Fallstudien an: die Zuckerrohr-Ethanolproduktion in Malawi und in Brasilien sowie die Getreide-Ethanolproduktion in Deutschland. Dabei zeigt die Arbeit, dass konkrete Maßnahmen wie die Implementierung von Bewässerungssystemen, die Steigerung der Rinderbestandsdichte und eine Reduktion des Fleischkonsums je nach regionalen Bedingungen als Kompensationsmaßnahmen geeignet sind.

Indirekte Landnutzungsänderungen können Klimaschutzbeitrag von Biokraftstoffen zunichtemachen

Werden keine Kompensations- oder Vermeidungsmaßnahmen umgesetzt, so sind die Treibhausgasemissionen aus ILUC so hoch, dass viele Biokraftstoffe keinen Beitrag zum Klimaschutz mehr leisten können. Die Dissertation zeigt somit, dass es für einen erfolgreichen Klimaschutz erforderlich ist, die gesamte Agrarwirtschaft in den Blick zu nehmen. Auch wird deutlich, dass dem Ausbau der flächenbasierten Bioenergie Grenzen gesetzt sind. Der Nutzen der Bioenergie müsse somit jeweils genau geprüft werden.

Elisa Dunkelberg forscht seit 2009 am IÖW als wissenschaftliche Mitarbeiterin zum Thema Klima und Energie. Die Dissertation an der Technischen Universität Berlin entstand im Projekt „Fair Fuels? Zwischen Sackgasse und Energiewende: Eine sozial-ökonomische Mehrebenenanalyse transnationaler Biokraftstoffpolitik“, das das IÖW von 2009 bis 2014 gemeinsam mit dem Lateinamerika-Institut (LAI) der Freien Universität Berlin und dem Deutschen Institut für Entwicklungspolitik (DIE) bearbeitet hat. Arbeitsschwerpunkte von Elisa Dunkelberg sind Erneuerbare Energien, Ökobilanzen, Ökologische Bewertung und Energetische Gebäudesanierung.

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Dunkelberg, Elisa (2014): A Case-Study Approach to Quantifying Indirect Land-Use Change due to Expanding Biofuels Feedstock Cultivation. Mensch und Buch Verlag, Berlin, 235 Seiten, ISBN: 978-3-86387-437-7

Den Beitrag in der Publikationsliste von Elisa Dunkelberg finden Sie hier.

Mehr zu dem Forschungsprojekt „Fair Fuels?“.

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