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Internationaler Workshop verbindet den freien Zugang zu Wissen mit Zukunftsfragen der Landwirtschaft

Was können Diskussionen um Wissen und Saatgut als Gemeingüter voneinander lernen? (Bild: CC0/pixabay.com/41330)

Saubere Luft oder Wasser – Gemeingüter sind frei zugänglich und jede/r darf sie nutzen. Doch welche Ressourcen sind Gemeingüter? Bei Ressourcen, wie etwa Wissen oder Pflanzensorten und Saatgut ist dies eine knifflige Frage. Eine Veranstaltung im IÖW-Projekt RightSeeds hat mehr Struktur in die Debatte um diese Gemeingüter gebracht. Was können Diskussionen um Wissen und Saatgut als Gemeingüter voneinander lernen?

„Gemeingüter sind ein uraltes Konzept, doch bieten sie in unserer heutigen Welt großes Potenzial für sozial-ökologische Transformationen in der Landwirtschaft“, so Lea Kliem, IÖW-Mitarbeiterin im Projekt RightSeeds. Auf der dreitägigen Tagung „Conceptualizing the New Commons – The Examples of knowledge commons & seed and variety commons“ trafen sich vom 6.-8. Juni 2018 30 internationale Wissenschaftler/innen, um den zukunftsfähigen und praktikablen Umgang mit neuen Gemeingütern zu diskutieren. Durch welche wissenschaftlichen Konzepte werden diese neuen Gemeingüter greifbar? Und wie können Pflanzensorten und Saatgut als Gemeingüter genutzt werden?

Was braucht es für neue Gemeingüter?

„Neue Gemeingüter entstehen durch soziale, politische und ökonomische Prozesse. Im kleinen Gemeinschaftsgarten sind diese Prozesse übersichtlich. Möchte man jedoch Saatgut und Pflanzensorten wieder verstärkt zu Gemeingütern machen, gilt es einen Weg durch die komplexen Regeln und Gesetze zu finden, die dieses Handlungsfeld bestimmen und lokale Strukturen aufzubauen“, so Lea Kliem. Die Teilnehmenden waren sich einig: Eine spannende wissenschaftliche Herausforderung ist es, diese Prozesse von Entstehung und Management neuer Gemeingüter zu erfassen und die Knackpunkte für den Erfolg zu identifizieren.

Wissen und Saatgut: Um die Herausforderungen anzugehen, können die Debatten um diese neuen Gemeingüter voneinander lernen. Klar ist: Pflanzensorten – ihre Ausprägungen und die in ihnen enthaltenen Informationen ­– sind letztlich eine Form von Wissen, das aktuell von vielen Seiten vereinnahmt wird.

Startpunkt für langfristigen Austausch

Für die Nachwuchsforscher/innen war der Workshop der Startpunkt für einen langfristigen Austausch mit Wissenschaftler/innen im internationalen und deutschsprachigen Raum. Zu diesem Zweck startet die Gruppe eine neue Publikationsserie: Die Reihe „COAST Working Paper Series on Environment and Sustainability Issues“ bietet insbesondere jungen Wissenschaftler/innen die Möglichkeit, Forschungsergebnisse schnell und unkompliziert in die fachliche Debatte einzubringen.

Nachwuchsforscher/innen des IÖW-Projekts RightSeeds richteten den Workshop zusammen mit dem Center for Sustainability Economics and Management der Universität Oldenburg (CENTOS) und der International Association for the Study of the Commons (IASC) aus. Im Projekt RightSeeds arbeitet das IÖW mit der Universität Oldenburg und der Universität Göttingen zusammen.

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Mehr über die Nachwuchsgruppe Right Seeds

Die Nachwuchsgruppe untersucht, inwieweit gemeingüterbasierte („Commons-based“) Saatgutsysteme ein Transformationspotenzial hin zu einem sozial-ökologischen Pflanzenbau besitzen und wie dieses gefördert werden kann. Konkret sollen Erfolgsfaktoren für eine Inwertsetzung von Ökosystemleistungen im Kontext von Gemeingütersystemen analysiert, Lernprozesse zwischen gemeingüterbasierten Saatgutinitiativen auf nationaler wie internationaler Ebene angestoßen sowie erfolgversprechende Züchtungsansätze, Geschäftsmodelle, Kommunikations- und Governancestrategien für die beteiligten Saatgutinitiativen erarbeitet werden. Das IÖW untersucht dabei insbesondere die Organisationsformen von Saatgutinitiativen und ihre Rolle bei der Bereitstellung von Gemeingütern.

www.rightseeds.de

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