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IÖW präsentiert Klimaschutz- und Wärmestrategien für Berlin auf den Berliner Energietagen

Berlin fit für die Zukunft und den Klimawandel machen – dazu gehören die Themen CO2-Neutralität und Wärmewende unabdingbar dazu und waren auch auf den Berliner Energietagen, die vom 19.-30. April im digitalen Raum stattfanden, präsent. Die IÖW-Wissenschaftler/innen Prof. Bernd Hirschl, Dr. Elisa Dunkelberg und Dr. Julika Weiß präsentierten in mehreren Veranstaltungen Entwicklungen und konkrete Strategien, um diese Ziele zu erreichen.

Berlin Paris-konform klimaneutral machen

Prof. Bernd Hirschl präsentierte aktuelle Auszüge aus einer noch nicht veröffentlichten Studie für das Land Berlin. In dieser werden die bisherigen Berliner Klimaschutzszenarien an die Anforderungen des Pariser Übereinkommens angepasst und hierfür Strategie- und Maßnahmenempfehlungen abgeleitet. Im Rahmen der übergreifenden Veranstaltung „Klimaschutz in Berlin“ zeigte Prof. Hirschl zunächst die aktuellen CO2-Entwicklungen in Berlin auf, die klar zeigen, dass Berlin gegenwärtig nicht auf Kurs Richtung Klimaneutralität ist. Die Emissionsrückgänge des Jahres 2020 sind primär auf bundesweite Effekte wie den Rückgang der Kohleverstromung oder den Anstieg erneuerbarer Energien im Strommix zurückzuführen, jedoch nicht auf Berliner Klimaschutzeffekte. 

Restriktionsbasiertes Szenario weist auf prioritäre Handlungsfelder hin

Für die Studie wurde ein neuer, restriktionsbasierter Ansatz gewählt: Neben dem Langfristszenario für 2050 wurden zentrale, limitierende Faktoren in allen Handlungsfeldern identifiziert, die einem deutlich schnelleren Erreichen der Klimaneutralität bis 2030 im Wege stehen. Diese sind daher politisch prioritär zu adressieren. Im Ergebnis zeigt sich, dass das Senken der CO2-Emissionen um mindestens 95 Prozent gegenüber 1990 bis 2030 in Berlin nicht zu erreichen, bis 2040 kaum realisierbar, aber vor 2050 durchaus möglich ist. Das Szenario erreicht mit sehr hohen Anstrengungen bis 2030 eine CO2-Reduktion in Höhe von 65 Prozent nach Quellenbilanz – aber nur dann, wenn auch bundesweit eine deutlich ambitioniertere Umsetzung erfolgt (z.B. Kohleausstieg 2030). Kurz- bis mittelfristig stehen dem Erreichen der Klimaneutralität zu viele limitierende Faktoren im Weg, die nicht alle gleichzeitig beseitigt werden können. Sie müssen jedoch politisch adressiert werden und zwar mittels einer Klima-Governance-Architektur, die Klimaschutz in allen Sektoren und Ressorts hoch priorisiert und Probleme aktiv beseitigt. Die Studie formuliert hierzu rund 50 übergreifende und handlungsfeldspezifische Vorschläge, die als ein Update der mittlerweile sechs Jahre alten Vorschläge des Endberichts zum „Entwurf für ein Berliner Energie- und Klimaschutzprogramm (BEK)“ aus dem Jahr 2015 zu verstehen sind.

Wärmewende entscheidend für Klimaschutzziele

In der Veranstaltung „Berlin auf dem Weg zur klimaneutralen Wärmeversorgung“ stellten Dr. Elisa Dunkelberg und Dr. Julika Weiß vom IÖW gemeinsam mit dem Projektpartner Hamburg Institut vor über 250 Teilnehmenden eine Wärmestrategie für das Land Berlin vor. Eine Wärmestrategie ist notwendig, da ohne zusätzliche Maßnahmen im Jahr 2050 noch rund 3,5 Mio. Tonnen CO2 zu viel emittiert werden. Zentrales Element der Wärmestrategie soll eine räumliche Wärmeplanung sein, die für die unterschiedlichen Gebiete der Stadt jeweils geeignete und kosteneffiziente Wärmeversorgungsoptionen identifiziert, zum Beispiel Wärmepumpen in Gebieten mit Ein- und Zweifamilienhäusern und Fernwärme in der Innenstadt. Die Wärmeplanung ist Voraussetzung, um Instrumente auf Landesebene zu gestalten und eine integrierte Netzplanung (Gas, Netz, Fernwärme) umzusetzen. Die Potenziale in der dezentralen Wärmeversorgung sind enorm. Jedoch ist in diesem Zusammenhang die Zukunft des Wärmeenergieträgers Gas zu klären: Derzeit dominieren Gas- und Öl-Kessel, von denen mehr als die Hälfte in den nächsten zehn Jahren ausgetauscht werden muss. Dabei muss der Wechsel zu Wärmepumpen gelingen. Eine Nutzungspflicht für erneuerbare Energien wäre dafür eine wirkungsvolle Maßnahme. Das Land Berlin sollte seine ordnungsrechtlichen Handlungsspielräume nutzen, um die Klimaschutzziele zu erreichen. Das unterstützten auch die Teilnehmenden der Veranstaltung, die mehrheitlich laut Umfrage mehr Ordnungsrecht im Wärmemarkt als sinnvoll erachteten. Verbrennungsverbote sowie Beratung und Förderung beim Technologiewechsel können die Wärmewende ebenfalls unterstützen.

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Mehr zu den Projekten „Berlin Paris-konform machen: Aktualisierung der Machbarkeitsstudie Klimaneutrales Berlin 2050“ und „Entwicklung einer Wärmestrategie für das Land Berlin

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