Innovatives Element: Prüfung aller politischen Entscheidungen auf Klimaverträglichkeit
Die Ergebnisse zeigen etwa, dass es sich bei den Kommunen weder um besonders reiche oder politisch „grüne“ Kommunen noch um Klimaschutz-Vorreiter handelt, sondern dass diese ein eher durchschnittliches Profil aufweisen. Die Analyse des Prozesses, der in den Kommunen zur Ausrufung des Klimanotstands geführt hat, zeigt, dass zivilgesellschaftliche Akteure signifikant oft den Anstoß gegeben haben – darunter häufig Fridays for Future. Ein innovatives Element vieler Beschlüsse ist, dass alle politischen Entscheidungen auf Klimaverträglichkeit geprüft werden. „Im Zusammenklang mit Verschärfungen von Zielen und Maßnahmen – die in einigen Fällen bereits beschlossen sind, in vielen Kommunen noch diskutiert werden – kann eine solche Klimaverträglichkeitsprüfung eine neue Qualität für Klimaschutz mit sich bringen, wenn sie mit einem breiten Monitoring einhergeht“, so Hirschl. Hirschl: „Neuer Akteur mit Potenzial“ Nach Einschätzung von Hirschl sind die Klimanotstandskommunen ein neuer Akteur mit Potenzial für die Umsetzung der nationalen Klimaschutzstrategie. Daher sollten sie im einschlägigen Förderprogramm, der Nationalen Klimaschutzinitiative (NKI) des Bundesumweltministeriums, auch entsprechende Aufmerksamkeit erhalten. Mit staatlicher Unterstützung und durch wissenschaftliche Begleitung könnten etwa Methoden, Tools und Verfahren entwickelt werden, um die Klimawirkung von verschiedensten politischen Maßnahmen standardisiert, vergleichbar und messbar zu erfassen. Zudem könnte der Bund die Kommunen bei der Erfüllung der damit verbundenen zusätzlichen personellen Verwaltungsaufgaben finanziell unterstützen. Auch der Austausch von Erfahrungen und Best Practices sowie eine Kommunikationsstrategie zur Verbreitung könnten gefördert werden. +++++++++ Weitere Informationen Vortrag von Prof. Hirschl zum Download (PDF, 0,6 MB). Der gesamte Bericht wird in Kürze veröffentlicht.