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IÖW-Wissenschaftlerin Maike Gossen in Kinderkommission des Deutschen Bundestags: „Jugendpartizipation ist eine Voraussetzung für zukunftsfähige Politik“

IÖW-Jugendforscherin Maike Gossen

Für junge Menschen in Deutschland ist der Schutz von Umwelt- und Klima ein Top-Thema. Sie erwarten, dass die Politik mehr tut für Klima und Umwelt, und dass sie dabei auf soziale Gerechtigkeit achtet. Und sie sehen vor allem bei jeder und jedem Einzelnen noch Potenzial, sich stärker umweltgerecht zu verhalten. Diese Ergebnisse der repräsentativen Jugendstudie „Zukunft? Jugend fragen“, die das IÖW im Auftrag des Bundesumweltministeriums und des Umweltbundesamtes im Januar 2020 veröffentlicht hat, stellte IÖW-Wissenschaftlerin Maike Gossen am 3. März 2021 in einem Expertengespräch der Kinderkommission des Deutschen Bundestags vor.

Die Kommission zur Wahrnehmung der Belange der Kinder hat sich unter Vorsitz der grünen Bundestagsabgeordneten Charlotte Schneidewind-Hartnagel dem Thema „Generationenaufgabe Klimawandel“ angenommen. Das öffentliche Fachgespräch wurde aufgezeichnet und kann in der Mediathek des Deutschen Bundestags angesehen werden.

Neben den Befragungsergebnissen ging es um den Beteiligungsansatz der Jugendstudie. Über den Jugendprojektbeirat sind zehn engagierte junge Menschen als Vertreterinnen und Vertreter der jungen Zielgruppe kontinuierlich eingebunden. Der partizipative Ansatz bietet neben Einblicken in die Forschung auch die Möglichkeit, den beteiligten Jugendlichen ein Sprachrohr in die Politik zu geben. Die Qualität der Jugendstudie profitiert stark von dem partizipativen Forschungsansatz und den damit verbundenen Einflussmöglichkeiten. Dante Davis und Nils König berichteten in der Ausschusssitzung von ihren Erfahrungen als Mitglieder des Jugendprojektbeirats. Zudem trugen zwei Vertreterinnen von Fridays for Future ihre Forderungen an die Politik vor.

Wie kann Partizipation junger Menschen gelingen?

In der anschließenden Diskussion ging es vor allem um die Frage, wie die Partizipation junger Menschen gelingen kann. Die Erfahrungen mit der Beteiligung im Rahmen der Jugendstudie zeigen, dass Partizipation nur gelingen kann, wenn sie kontinuierlich erfolgt und in institutionalisierte Strukturen eingebettet wird. Für die Motivation und das Selbstwirksamkeitsgefühl der Jugendlichen ist es zudem wichtig, nicht nur angehört zu werden, sondern auch im Nachgang Resultate und tatsächliche Veränderungen im politischen Handeln feststellen zu können. Die persönlichen Erfahrungsberichte der jungen Aktivist/innen bereicherten die anschließende Debatte zu Engagementmöglichkeiten und Fridays for Future.

Die vorgestellten Ergebnisse der repräsentativen Jugendbefragung, die das IÖW im Rahmen des Projektes Umweltbewusstsein in Deutschland 2018 erhoben hat, stammen aus Vor-Corona-Zeit. Derzeit führt das IÖW gemeinsam mit Partnern im Auftrag des Umweltbundesamtes zum dritten Mal in Folge die Studie zu umwelt-, klima- und nachhaltigkeitsbezogenen Einstellungen und Engagementbereitschaften Jugendlicher durch. Bei der aktuellen Studie geht es vor allem um die Frage, inwieweit Umwelt- und Klimaschutz weiterhin im Bewusstsein junger Menschen eine wichtige Rolle spielt, oder ob andere Themen und zu bewältigende Krisen wie die COVID-19-Pandemie dominieren. Darüber hinaus werden die kollektive Engagementbereitschaft zum Beispiel im Rahmen von Fridays for Future und die Relevanz von Social Media für den Umwelt- und Klimaschutz behandelt.

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Weitere Informationen:

Zur Präsentation von Maike Gossen in der Kinderkommision des Deutschen Bundestags am 3. März 2021

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