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Langfristiger Wärmeschutz: IÖW untersucht Entwicklungsoptionen für den Wohngebäudebestand

Bildquelle: Marcus Lazzari / IÖW

Rund ein Drittel des Energieverbrauchs in Deutschland wird derzeit genutzt, um Gebäude zu beheizen. Für eine erfolgreiche Energiewende ist es daher von zentraler Bedeutung, in diesem Bereich deutlich effizienter zu werden. Im Projekt „Gebäude-Energiewende“, gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen des Programms Sozial-ökologische Forschung (SÖF), identifiziert das IÖW Entwicklungsoptionen für den Wärmeschutz und die Wärmeversorgung des Wohngebäudebestands, die ökonomisch und ökologisch vorteilhaft sowie sozial verträglich sind und von den beteiligten Akteuren akzeptiert werden. Ziel des Projekts ist es, neues Wissen zu erarbeiten und somit zu einer zukünftig nachhaltigen Wärmeversorgung beizutragen.

Bisherige Sanierungsstrategien greifen zu kurz

Aufgrund des hohen Energieverbrauchs des Gebäudebestands ist es für eine erfolgreiche Energiewende besonders wichtig, diesen Verbrauch und die damit verbundenen CO2-Emissionen deutlich zu reduzieren. Viel wichtiger als der Bau von neuen Niedrigenergie-, Passiv- oder „Nullemissionshäusern“ ist es, die über 18 Millionen bestehenden Wohngebäude auf eine nachhaltige und klimafreundliche Wärmeversorgung umzustellen.

Eine umfassende Sanierung der Gebäudehülle ist dafür ein wichtiger Baustein, aber sie wird nicht ausreichen, um die festgelegten Reduktionsziele – die Bundesregierung will bis 2050 den Primärenergieverbrauch im Gebäudebereich um 80% reduzieren – zu erreichen. Baulich-technische und sozio-ökonomische Barrieren schränken die Effizienzpotenziale für den in diesem Vorhaben untersuchten Teil des Gebäudebestandes ein. Das Forschungsvorhaben geht deshalb von der These aus, dass in einem relevanten Teil des Gebäudebestands eine Sanierung mit dem Ergebnis eines sehr geringen Heizwärmebedarfs nicht möglich sein wird. Daher kommt eine zweite Strategie zur CO2-Reduktion ins Spiel: die Verwendung von alternativen Formen der Wärmeerzeugung, wie die Integration erneuerbarer Energien (EE) in die Wärmeversorgung oder der Einsatz von Kraft-Wärme-Kopplungslösungen (KWK).

Erkenntnisse über Handlungsmotive

Ziel des Projekts ist es, neues Wissen für eine nachhaltige Wärmeversorgung zu erarbeiten. Es sollen Entwicklungsoptionen für den Wärmeschutz und die Wärmeversorgung des Wohngebäudebestands identifiziert werden, die ökonomisch und ökologisch vorteilhaft sowie sozial verträglich sind und von den beteiligten Akteuren akzeptiert werden. Ein Großteil der Wohneinheiten in Deutschland befindet sich in Ein- und Zweifamilienhäusern sowie kleineren Mehrfamilienhäusern. Diese sind oft in privatem Eigentum. Da die Besitzer/innen dieser Gebäude mit den bestehenden Sanierungsstrategien bisher nur schwer zu erreichen sind, untersucht das Vorhaben genau diese Zielgruppe. Da die jeweils besten Lösungen stark von regionalen Bedingungen abhängen, werden zwei Regionen im Land Brandenburg mit unterschiedlicher Wachstumsdynamik untersucht. Das Projektteam erarbeitet für die beiden Regionen Szenarien und bewertet deren regionalökonomische Wirkungen.

Darüber hinaus wird in dem Vorhaben auch Wissen über die Handlungsmotive und -bedingungen von Hauseigentümer/innen und Mieter/innen generiert. Außerdem wird der Problematik eines Rebound-Effektes u. a. durch verändertes oder nicht an die neuen Technologien angepasstes Nutzerverhalten Rechnung getragen, indem nicht nur berücksichtigt wird, welcher theoretische Wärmeenergiebedarf besteht, sondern auch wie viel Energie tatsächlich in den Gebäuden verbraucht wird.

IÖW leitet Projekt Gebäude-Energiewende

Die Erkenntnisse des Projekts Gebäude-Energiewende werden abschließend den relevanten Ziel- und Akteursgruppen mittels spezifischer Informationsmaterialien zur Verfügung gestellt. Dadurch sollen diese darin unterstützt werden, nachhaltige Sanierungen umzusetzen bzw. zu fördern und Akteure vor Ort motiviert werden, sich aktiv für eine Energie(effizienz)wende in ihrer Kommune einzusetzen.

Das Projekt „Gebäude Energiewende“ ist ein Gemeinschaftsvorhaben des IÖW, der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg (BTU CS) und der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen (RWTH Aachen) und wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert im Rahmen des Programms Sozial-ökologische Forschung (SÖF). Als weitere Partner sind co2online GmbH, das Institut für Wirtschaftsforschung Halle sowie die Planungsgemeinschaften Havelland-Fläming und Lausitz-Spreewald beteiligt.

Weitere Informationen finden Sie auf der IÖW-Projektseite sowie unter www.gebaeude-energiewende.de.

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