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Reparieren verbindet: Erzählcafé mit Repair-Café-Engagierten in der Gropiusstadt

Teilnehmende des Erzählcafés

Raum für Austausch und Vernetzung: Teilnehmende des Erzählcafés „Reparieren verbindet“ (Foto: IÖW)

Was macht Reparieren mit Menschen – und was braucht es, damit noch mehr Leute den Mut finden, eine Reparatur selbst in die Hand zu nehmen? Diesen Fragen ist das Forschungsteam des Projekts „Rolle von Emotionen in sozialen Innovationen für nachhaltigen Konsum“ (REsI) unter Leitung des IÖW am 8. Juli 2026 bei einem Erzählcafé im Nachbarschaftstreffpunkt „Kreisler“ in der Gropiusstadt (Berlin) nachgegangen. Eingeladen waren Menschen, die sich in Repair Cafés oder auf andere Weise fürs Reparieren engagieren.

Reparatur ist eine emotionale Angelegenheit

Reparieren, das wurde im Gespräch schnell klar, ist für alle Beteiligten mit Gefühlen verbunden. „Zwei Menschen glücklich machen, das ist die Erklärung des Repair Cafés“, brachte es ein Teilnehmender auf den Punkt: Reparateur*innen freuen sich, wenn sie den Fehler finden, und erleben die Dankbarkeit ihrer Gäste. Die Gäste wiederum gehen „happy raus“, wenn sie sich – manchmal nach anfänglichem Zögern – trauen, selbst Hand anzulegen.

Viele Menschen, die ein Repair Café besuchen, bringen Gegenstände mit, an denen ihnen etwas liegt. „Was dabei oft fehlt, ist der Mut zum Aufschrauben“, so ein Teilnehmer des Erzählcafés. Statt zu reparieren, wird lieber neu gekauft. Genau hier setzen Repair Cafés an: Im gemeinsamen Tun geben Reparateur*innen diesen Mut weiter.

Orte der Gemeinschaft und der Gastlichkeit

Repair Cafés sind für die Engagierten mehr als Reparaturwerkstätten. „In Repair Cafés werden nicht nur Dinge repariert, sondern auch Menschen“, so das Fazit einer Teilnehmerin, mit dem sie einen zentralen Punkt des Abends traf. Nicht umsonst heißen die Treffen „Cafés“: Es gibt Kaffee und Kuchen, manche kommen einfach nur zum Reden. Reparieren wird so zum gemeinsamen Tun, das Vereinzelung und Einsamkeit entgegenwirkt.

„Deutlich wurde, wie wichtig dafür die Gastlichkeit ist – Menschen willkommen zu heißen und dafür zu sorgen, dass sie sich wohlfühlen und gerne wiederkommen“, so REsI-Projektleiterin Dr. Julia Fülling vom IÖW. „Und: Reparieren braucht Zeit. Genau diese Zeit, sich mit den eigenen Alltagsgegenständen zu befassen, nehmen sich viele Menschen im Alltag nicht mehr. Repair Cafés schaffen einen Ort, an dem sie das wieder lernen können.“

Austausch bei Snacks und entspannter Atmosphäre

Bei Snacks und in entspannter Atmosphäre tauschten sich die Teilnehmenden über ihre Erfahrungen, Erfolge und auch Frustrationen aus – und diskutierten, welche Rahmenbedingungen in Politik, bei Herstellern und in der Gesellschaft das Reparieren leichter machen würden. Für das REsI-Team war der Abend eine wertvolle Gelegenheit, direkt von den Menschen zu lernen, die das Reparieren jeden Tag mit Leben füllen.

Ein besonderer Dank gilt dem Kreisler in der Gropiusstadt, der als Nachbarschaftstreffpunkt für Reparatur, Teilen und Kreislaufwirtschaft der ideale Ort für dieses Erzählcafé war und die Veranstaltung mit organisiert hat.

Das Erzählcafé wurde als Teil des REsI-Projekts gefördert durch das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV).