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Saatgut und Sorten: Von philippinischen Gemeingut-Bauern lernen

Workshop zu Zwiebelsaatgut auf der Farm von Masipag Farmer Carlito in Bongabon, Nord Luzon

Was passiert, wenn Saatgut nicht mehr verkauft, sondern verschenkt wird? Im philippinischen Reisbauernetzwerk Masipag züchten und tauschen Kleinbauern seit Mitte der 1980er Jahre gemeinsam Saaten und Sorten. Ein Beispiel auch für deutsche Landwirt/innen? Um das herauszufinden, besuchte Lea Kliem vom IÖW gemeinsam mit anderen Forscher/innen des Projekts „Right Seeds?“ den philippinischen Praxispartner.

In der vom BMBF geförderten Nachwuchsgruppe „Right Seeds?“ untersuchen Wissenschaftler/innen vom IÖW, der Universität Oldenburg und der Universität Göttingen, ob gemeingüterbasierte Rechte an Saatgut und Sorten einen ökologischen und sozialen Wandel im Pflanzenbau anstoßen können. Bisher ist es gängige kommerzielle Praxis, dass Pflanzenzüchter Saatgut unter Sortenschutz stellen und Lizenzgebühren für deren Nutzung erheben. So verhindern sie, dass Saatgut ohne weiteres wiederverwendet, verschenkt oder verkauft werden darf.

Austausch zwischen philippinischen und europäischen Gemeingut-Netzwerken

Auf den Philippinen führte das Projektteam einen einwöchigen Workshop durch, bei dem sie sich gemeinsam mit Praxispartnern aus dem deutschsprachigen Raum mit dem philippinischen Reisbauernetzwerk Masipag über Chancen und Risiken von Gemeingut-Netzwerken austauschten. Das Reisbauernnetzwerk Masipag besteht aus etwa 35.000 Kleinbauern. Die Landwirtschaft ist für die philippinischen Kleinbauern oft von existenzieller Bedeutung. Im Netzwerk teilen sich die Bauern das wirtschaftliche Risiko: Knapp 2.200 Sorten teilen und züchten sie gemeinsam, betreiben netzwerkeigene Forschung und geben sich gegenseitig Tipps zu Aussaat, Pflege und Standorten. Dabei verpflichten sich die teilnehmenden Landwirte, ökologisch verträglich zu arbeiten.

Ein Beitrag zur Sortenvielfalt und Resilienz

Lea Kliem führte vor Ort Interviews mit Landwirt/innen und Koordinator/innen von Masipag durch. „Masipags gelebte Praxis hilft, die Sortenvielfalt zu erhalten. Außerdem tragen die Bauern damit zur Resilienz und zur Anpassungsfähigkeit an den Klimawandel der Landwirtschaft bei.“

Der Gegenbesuch in Deutschland ist bereits geplant. Im kommenden Jahr wird eine philippinische Delegation nach Deutschland kommen, um sich in die Geheimnisse erfolgreicher Gemüsezucht einweisen zu lassen – ein Thema, das künftig bei Masipag vorangetrieben werden soll.

Mehr zum Projekt: www.rightseeds.de

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