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Smart Meter für private Haushalte könnten das Klima schützen

Wann lohnen sich intelligente Stromzähler für den häuslichen Gebrauch? In der Studie „Erkenntnisse zu Umweltwirkungen von Smart Metern – Erfahrungen aus dem Einsatz von Smart Metern in Europa“ haben Forschende des IÖW die Umweltwirkung von Smart Metern in Privathaushalten untersucht. Unterm Strich dienen die digital vernetzten Messgeräte nur dann der Umwelt, wenn sie langfristig und intensiv genutzt werden.

Die Studie formuliert Handlungsempfehlungen für Deutschland. Fazit: Mit staatlicher Förderung und Regulierung, einem optimierten Ressourcen- und Energieeinsatz beim Betrieb und langer Lebensdauer können Smart Meter das Klima schützen. Die Studie ist nun beim Umweltbundesamt erschienen und wurde im Projekt „Klimaschutzpotenziale der Digitalisierung“ durchgeführt.

Smart Meter – Die Energiewende in die eigenen vier Wände holen 

Per Smart Meter erhalten Stromkund/innen detaillierte und aktuelle Informationen zu ihrem Energieverbrauch. Um das ⁠Klima⁠ zu schützen, sollten diese Daten Anreize zum Stromsparen schaffen: Nutzer/innen können den Stromverbrauch nahezu in Echtzeit mitverfolgen. Algorithmen erkennen ineffiziente Geräte, etwa eine alte Waschmaschine, sodass die Verbraucher/innen diese Geräte austauschen können.

Die Forschenden haben Erfahrungen beim Einbau von Smart Metern und den ökologischen Auswirkungen in allen europäischen Mitgliedsstaaten verglichen und eigene Berechnungen zu den ökologischen Effekten von Smart Metern auf Haushaltsebene durchgeführt. Ergebnis: Der Smart-Meter-Rollout führt nicht automatisch zu positiven Umwelteffekten. Für eine Netto-Energieeinsparung und damit einen Umweltnutzen ist insbesondere ein differenziertes und verständliches Feedback an die Nutzer/innen zentrale Voraussetzung. Der aktuell geltende rechtliche Rahmen schreibt ein differenziertes Feedback aber nicht vor.

Nutzung erleichtern und Nutzen erklären

Damit Smart Meter möglichst intensiv von Privathaushalten genutzt werden, empfehlen die Wissenschaftler/innen klare Anreize: So müssten die Daten zum Stromverbrauch möglichst in Echtzeit ablesbar und die Bedienung nutzerfreundlich sein. Bislang fehlen zum Beispiel einheitliche Regeln für die Visualisierung oder Auswertung der Daten. Wichtig seien Angebote und Geschäftsmodelle, die sich auf das Stromsparen auch in kleinen Haushalten spezialisieren. Zudem müssen Bürger/innen dazu motiviert werden, sich auf die neue Technologie einzulassen – durch Informationen über den Zusatznutzen und durch geeignete Förderprogramme.

Wie können Smart Meter möglichst lange genutzt werden?

Eine lange Lebensdauer der Messgeräte verringert ihren ökologischen Fußabdruck. Darum sollten Eichfristen möglichst hoch gesetzt werden, sodass der Geräteaustauch nicht früher als nötig anfällt. Vor allem aber sollten die Funktionen von Smart Metern durch Updates für zukünftige Anforderungen erweiterbar sein. Das zeigen Erfahrungen aus Italien und Schweden. In Deutschland werden aktuell beispielsweise 15-Minuten-Werte übertragen. Es ist aber jetzt schon absehbar, dass für Reaktionen in Echtzeit kürzere Zeiträume benötigt werden.  

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Bibliographische Informationen:

Swantje Gährs, Julika Weiß, Hannes Bluhm, Elisa Dunkelberg, Jannes Katner (2021): Erkenntnisse zu Umweltwirkungen von Smart Metern. Erfahrungen aus dem Einsatz von Smart Metern in Europa. Herausgegeben vom Umweltbundesamt.

•    Zur Studie
•    Weitere Informationen zum Projekt Klimaschutzpotenziale der Digitalisierung
 

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