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Suffizienz: Neue Ausgabe „Ökologisches Wirtschaften“

Suffizienz kann dazu beitragen, menschliches Wohlbefinden zu sichern und planetare Grenzen zu wahren. Die neue Ausgabe „Ökologisches Wirtschaften“ stellt Suffizienz als Nachhaltigkeitsstrategie in den Mittelpunkt: Dass ein „Genug für alle durch bewusstes Handeln“ etwa dazu beitragen könnte, durch einen reduzierten Ressourcenverbrauch die geopolitische Unabhängigkeit zu stärken, machen Dr. Lars-Arvid Brischke, Monika Orlowski und Jan Wiesenthal in der Einführung in das Schwerpunktthema deutlich. Die Autor*innen ordnen Suffizienz als Leitbild ein, das nur dann wirksam werden kann, wenn es langfristig im Alltag, in Konsumentscheidungen und Lebensweisen verankert und politisch sowie gesellschaftlich gestützt wird.

Suffizienz hat Antworten auf multiple Krisen

Suffizienz bedeutet, dass passgenau die materiellen und nicht materiellen Bedürfnisse aller Menschen befriedigt werden und dabei lokale sowie globale ökologische Grenzen gewahrt werden. Dr. Vivian Frick und Dr. Julia Fülling machen im Standpunkt-Beitrag „Suffizienz bleibt unverzichtbar: Warum Deutschland mehr braucht als Hightech“ deutlich, dass Suffizienz Antworten auf aktuelle Krisen bereithält. Die Autorinnen zeigen, was Suffizienz leisten kann, auch wenn sie in Politik und Öffentlichkeit bislang zu wenig Gehör findet.

Suffizienz in der Praxis

Wie sich das in unterschiedlichen Handlungsfeldern konkret übersetzen lässt, zeigt etwa der Artikel „Die Prosumer von morgen“ von Tidian Baerens et al. Die Autor*innen fragen, wie der Stromverbrauch im Sinne des Energiesystems verantwortungsvoll gestaltet werden kann, wenn Haushalte einen Teil ihrer Energie selbst erzeugen. 

Der Beitrag „Wachstum interdisziplinär denken“ von Dr. Tobias Gumbert et al. nimmt ökonomisches Wachstum als umstrittenen Wohlstandsmaßstab in den Blick und diskutiert, wie nachhaltige Entwicklung unter veränderten Wachstumsverständnissen gedacht werden kann.

Außerdem in diesem Heft: KI und Kreislaufwirtschaft

Was bedeutet Suffizienz im KI-Zeitalter? Angesichts der Klimakatastrophe setzt die Digitalisierung auf Effizienzgewinne, um die Wirtschaft nachhaltiger zu machen, statt den Fokus auf Suffizienz zu legen. Wie eine digitale Infrastruktur in Zeiten künstlicher Intelligenz innerhalb der planetaren Grenzen funktionieren kann, erörtert Dr. Nicolas Guenot.

Technologische Innovationen ordnet auch der Beitrag „Künstliche Intelligenz für die Kreislaufwirtschaft“ ein: Kay Lorenz Langhammer et al. analysieren KI-Anwendungen, die zirkuläre Strategien unterstützen sollen, und identifizieren Erfolgsfaktoren für ihren wirksamen Einsatz.

Leseproben:

► Zur Online-Ausgabe von Ökologisches Wirtschaften 2/2026


Neu zum freien Download: Wandel am Limit?

Nach einer kurzen Euphorie nachhaltiger Veränderung scheint das Projekt sozial-ökologischer Transformation derzeit zu stagnieren. Zustimmungswerte gehen zurück, reaktionäre Kräfte gewinnen zunehmend an Land. Ist der sozial-ökologische Wandel am Limit? Stößt unsere Gesellschaft an eine Grenze ihrer Transformationsfähigkeit oder ist vielleicht schon auf dem besten Weg, wieder hinter die erreichten Fortschritte zurückzugehen? Ist die Krise unserer Lebensbedingungen nur ein Modethema unter anderen?

Im Schwerpunkt der Ausgabe von „Ökologisches Wirtschaften“ diskutieren die Autor*innen politische, soziologische oder ökonomische Erklärungsansätze für das Phänomen der Stagnation, gehen auf zugrundeliegende strukturelle Herausforderungen ein und erörtern Lösungsvorschläge und Strategien. Dabei wird auch deutlich: Einige der eigenen Überzeugungen müssen kritisch in Frage gestellt werden, wenn das Projekt nachhaltigen Wandels Aussicht auf Erfolg haben soll.

► Zur Online-Ausgabe von Ökologisches Wirtschaften 2/2025