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Sustainable Finance: Neue Ausgabe „Ökologisches Wirtschaften“

Grüne Geldanlagen gelten einerseits als zentraler Hebel für eine nachhaltige Transformation, andererseits ist Greenwashing im Finanzsektor weit verbreitet. Die aktuelle Ausgabe von „Ökologisches Wirtschaften“ beleuchtet die Herausforderungen für Green Finance und zeigt, welche Probleme trotz neuer EU-Leitlinien fortbestehen. Wie können öffentliche und private Finanzströme für mehr Nachhaltigkeit mobilisiert werden – etwa für klimafeste Infrastrukturen, neue Technologien und Wirtschaftszweige? Trotz steigender Investitionen in erneuerbare Energien bestehen in vielen Bereichen „gigantische Finanzierungslücken“, die eine gezielte Lenkung erfordern – so Dr. Florian Kern und Dr. Bernd Hirschl in der Einleitung zum Schwerpunkt

Politik, Markt und Finanzwende: Neue Perspektiven auf Sustainable Finance

Wie lassen sich Realwirtschaft und Finanzmärkte besser miteinander verzahnen, um die sozial-ökologische Transformation effektiv zu gestalten? Kristina Jeromin appelliert mit ihrem Beitrag „Geld, da wo wir es brauchen“ an die Politik: Nur ein verlässlicher ordnungspolitischer Rahmen schafft die nötige Planungs- und Erwartungssicherheit, damit öffentliche wie private Akteure gemeinsam handeln können.

Silke Ötsch nimmt anschließend in „Sustainable Finance vom Kopf auf die Füße stellen“ eine kritische Bewertung des EU-Ansatzes vor. Sie zeigt, dass der bisherige Fokus auf Transparenzmechanismen und Marktlogiken nicht ausreicht, um tiefgreifende Veränderungen zu ermöglichen – und plädiert stattdessen für andere sozial-ökologisch motivierte Ansätze.

Die drohende Aufweichung bestehender Regelwerke steht im Zentrum des Beitrags „Warum nachhaltige Finanzregulierung unverzichtbar ist“ von Magdalena Senn und Alison Schultz von der Organisation „Finanzwende“. Sie argumentieren, dass die geplante Abschwächung von Dokumentationspflichten ein Rückschritt wäre – und fordern stattdessen eine Stärkung und Weiterentwicklung des europäischen Sustainable-Finance-Regelwerks.

Transformation gestalten: Öffentliche Akteure und Zivilgesellschaft im Fokus

Können Sparkannen „vom Nachzügler zum Vorreiter“ für die Finanzierung der Transformation werden? Dieser Frage gehen Ulrich Klüh, Jakob Kubin und Ilias Naji nach. Sie analysieren widersprüchliche institutionelle Logiken innerhalb des Sparkassensystems und diskutieren, unter welchen Bedingungen Sparkassen wieder stärker auf „Relationship Banking“ setzen könnten.

Auch Städte spielen eine zentrale Rolle, wenn es um nachhaltige Investitionen geht. Christine Wilcken fordert im Beitrag „Der Zukunftspakt muss die Städte finanziell stärken“, dass Kommunen einen festen Anteil am geplanten Zukunftspakt des Bundes erhalten – verbunden mit klarer Planungs- und Investitionssicherheit, der Mobilisierung privaten Kapitals und Sozialverträglichkeit.

Abschließend beleuchten Sophie Progscha, Janina Urban und Florian Kern die Rolle der Zivilgesellschaft in der nachhaltigen Finanzwelt. Ihr Beitrag „Wie zivilgesellschaftliche Akteure die Transformation des Finanzsystems voranbringen“ zeigt, wie Organisationen über verschiedene Kanäle Einfluss auf Politik und Finanzmärkte nehmen.

Außerdem in diesem Heft: Umweltpolitik im Wandel und Home-Office als Energiefrage

Wie müssen sich Governance-Ansätze und Umweltpolitik im Zeitalter des Anthropozäns verändern? Ulrich Petschow empfiehlt: „Umweltpolitik im Anthropozän braucht gemeinsame Verantwortung und neue Allianzen“. Er plädiert dafür, sich stärker an Alltagsrealitäten, Care-Praktiken und langfristigen Utopien zu orientieren. Statt technokratischer Lösungen braucht es eine andere Moderne, die ökologische Krisen in ihren sozialen Zusammenhängen begreift.

Auch der Wandel der Arbeitswelt hat tiefgreifende Auswirkungen auf Energieverbrauch und Klimapolitik. Im Beitrag „Home-Office als Treiber struktureller Veränderungen im Energiesystem“ zeigen Astrid Aretz, Julika Weiß, Kai Rewitz, Dennis Derwein und Dirk Müller, welche Anforderungen neue Arbeitsformen an das Energiesystem stellen. Zwar sind die CO₂-Effekte derzeit noch gering, doch langfristig ergeben sich wichtige Impulse für eine nachhaltige und integrierte Energieinfrastruktur.

Leseproben:

Zur Online-Ausgabe von Ökologisches Wirtschaften 3/2025


Neu zum freien Download: Landwirtschaft und Energiewende

Die Energiewirtschaft war im Jahr 2023 der größte Emittent von Treibhausgasen. Um das Ziel zu erreichen, die Emissionen des Sektors bis 2045 auf null zu bringen, sind mehr erneuerbare Energien nötig. Der Ausbau etwa von Photovoltaikanlagen braucht viel Platz – dadurch entsteht ein Flächendruck, der sich wiederum auf die Landwirtschaft auswirkt. Im Schwerpunkt der Ausgabe diskutieren die Autor*innen diese Schnittstellen und zeigen Synergien auf – etwa kann Agri-Photovoltaik helfen, Flächenkonflikte zu entspannen. „Neue Konzepte und Technologien bergen einen beidseitigen Nutzen für Energie- und Landwirtschaft auf dem Weg zur Klimaneutralität“, so die IÖW-Wissenschaftler Hannes Bluhm und Johannes Rupp in der Einführung zum Schwerpunktthema.

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