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Trends der Flächennutzung bis 2030 in Deutschland – Tagung diskutiert erste Forschungsergebnisse

Quelle: johnnyb/pixelio.de

Für die Produktion von Nahrungsmitteln und Energie, für Siedlungen und Straßen, aber auch für Erholung und Freizeit brauchen wir ausreichend Flächen. Doch die Ressource Boden ist begrenzt. Die wachsenden Anforderungen führen zu starker Flächenkonkurrenz. Diesem Problem widmet sich das Forschungsprojekt CC-LandStraD, in dem erstmals deutschlandweit Trends der Flächennutzungen bis 2030 für die Land- und Forstwirtschaft sowie das Siedlungswesen erarbeitet werden. Mehr als 80 Akteure der Landnutzung und Wissenschaftler/innen verschiedener Disziplinen diskutieren heute und morgen in Braunschweig auf der Tagung „Wechselwirkungen zwischen Landnutzung und Klimawandel“ die ersten Forschungsergebnisse des bis 2015 laufenden Projektes.

Klimaschutz als gesellschaftlicher Anspruch an die Landnutzung

Aktuell kommen in Deutschland neue gesellschaftliche Ansprüche an die Landnutzung hinzu. Zum Beispiel der Klimaschutz. „Bei der Senkung der Treibhausgasemissionen rücken Landwirtschaft und Landnutzung zunehmend ins Blickfeld“, sagt Projektkoordinator Dr. Horst Gömann vom Thünen-Institut in Braunschweig. Wissenschaftler von CC-LandStraD zeigen auf, wie sich die Sektoren der Landnutzung bei den bisher bestehenden Regelungen vermutlich entwickeln werden und wo Potenziale zur Reduzierung von Emissionen bestehen. Dr. Sandra Rajmis und Dr. Jesko Hirschfeld vom Institut für ökologische Wirtschaftsforschung referieren auf der Konferenz zum Thema "Sozioökonomische Bewertung landwirtschaftlich genutzter Landschaft".

Regionale Handlungsoptionen für Klimaschutz in der Landwirtschaft

In der Landwirtschaft stammt ein wesentlicher Anteil der Treibhausgasemissionen aus mikrobiellen Prozessen in landwirtschaftlich genutzten Böden. Von besonderer Bedeutung ist hier das Lachgas (N2O), rund 300-mal so klimawirksam wie Kohlendioxid. Forscher der Thünen-Institute für Agrarklimaschutz und für Ländliche Räume haben Methoden entwickelt, die es erlauben, Lachgasemissionen landwirtschaftlich genutzter Böden deutschlandweit abzubilden. Im Vergleich zum einheitlichen Ansatz des Zwischenstaatlichen Ausschusses für Klimaänderungen (IPCC) lassen sich dadurch regional differenzierte Handlungsoptionen entwickeln und Empfehlungen zur Reduktion von Treibhausgas-Emissionen ableiten.

Wissenslücken schließen
CC-LandStraD steht für „Climate Change – Land Use Strategies“ in Deutschland. Die Ergebnisse des Projektes tragen dazu bei, nationale wie globale Klimaschutzziele zu erreichen und Wissenslücken hinsichtlich nationaler Anpassungsstrategien an den Klimawandel zu schließen. CC-LandStraD wird gefördert im BMBF-Forschungsprogramm Nachhaltiges Landmanagement.

Neben dem Thünen-Institut als federführender Einrichtung sind das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR), das Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW), das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK), die Westfälische Wilhelms-Universität Münster sowie das Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) beteiligt. Vom Thünen-Institut wirken die Fachinstitute für Ländliche Räume, für Agrarklimaschutz, für Forstökonomie und für Biodiversität mit.

Informationen zur Tagung und zum Projekt unter: www.cc-landstrad.de 

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