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Umweltbewusstsein und Umweltverhalten in Deutschland: Vertiefungsstudie erschienen

Gehört für Sie eine intakte natürliche Umwelt zu einem guten Leben dazu? Achten Sie beim Kauf auf die Nachhaltigkeit der Produkte? Fragen wie diese beantworteten mehr als 4.000 Personen für die Umweltbewusstseinsstudie 2016. Die gesammelten Daten wurden nun mit einer sozialwissenschaftlichen Perspektive noch einmal vertiefend ausgewertet. Der Fokus lag dabei auf der Frage, ob das Konzept des sozial-ökologischen Wandels an den Alltag der Menschen anschlussfähig ist und inwieweit sie bereit sind, sich für einen solchen Wandel zu engagieren. Das Umweltbundesamt hat die Vertiefungsstudie jetzt veröffentlicht.

Verlässt man die sozial-ökologischen Expertenkreise und begibt sich in den Alltag der Menschen, kommen Konzepte wie das des sozial-ökologischen Wandels praktisch nicht vor. Doch konkrete Vorschläge für eine nachhaltige Umgestaltung von Konsum, Produktion und Verhalten stoßen durchaus auf Zustimmung. So zeigen sich 90 % der repräsentativ Befragten offen für die Ziele einer nachhaltigen Entwicklung. Diese Offenheit resultiert aus der Einsicht, dass unsere natürlichen Lebensgrundlagen gefährdet sind. Ein einfaches Weiter-So ist nicht möglich – diese Ansicht teilen inzwischen fast alle Bürgerinnen und Bürger.

Acht Handlungsmuster für Engagement
Doch wie kann eine nachhaltige Zukunft aussehen? Die größte Zustimmung erhielten Vorschläge für eine nachhaltige Zukunft, die das gemeinschaftliche Zusammenleben stärken oder Umweltinnovationen in der Wirtschaft fördern. Insgesamt mehr als die Hälfte der repräsentativ Befragten sucht nach Alternativen zum Wirtschaftswachstum und wünscht sich mehr Zeitwohlstand und eine Politik, die die Märkte in Richtung Nachhaltigkeit lenkt. Und wie bereit sind die Deutschen, sich im Sinne eines sozial-ökologischen Wandels zu engagieren? Zu dieser Frage haben die Forscher acht Handlungsmuster identifiziert: vom Eintreten für spezifische Werte über individuelles Konsumhandeln bis zur Beteiligung an Kampagnen. Ein Ergebnis: Engagement für soziale und ökologische Ziele tritt oft gemeinsam auf. An anderer Stelle zeigt sich aber auch, dass die Frage nach der sozialen Gerechtigkeit derzeit das stärkste Konfliktpotenzial zwischen sozialen und ökologischen Zielsetzungen birgt.

Für die Vertiefungsstudie wurden wahrgenommene Veränderungen, mögliche Lösungsräume und Veränderungswege sowie Einstellungen zum sozial-ökologischen Wandel erhoben. Dabei fanden die Ergebnisse der qualitativen Vorstudie, die aus sechs Fokusgruppen und einer Research Online Community bestand, besondere Beachtung. Auch methodisch komplexere Ansätze für die Analyse der quantitativen Daten werden ausführlich dargestellt.

Zum Download der Studie

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Schipperges, Michael; Holzhauer, Brigitte; Scholl, Gerd (2018): Umweltbewusstsein und Umweltverhalten in Deutschland 2016. Vertiefungsstudie: Sozial-ökologischer Wandel – Anschlussfähigkeit und Engagement-Potenziale. Umweltbundesamt, Dessau-Roßlau.

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