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Umweltpolitik in Kommunen: Klimaschutz und Konsum zusammendenken

Immer mehr Städte, Kommunen und Regionen haben politisch beschlossen klimaneutral zu werden. Dies erfordert viele Veränderungen im Alltag vor Ort, dort wo eingekauft, gebaut, gegessen, sich fortbewegt – ja, dort wo gelebt wird. Ein nachhaltiger Konsum spielt eine wichtige Rolle, um Klimaschutzziele zu erreichen. Denn in der Praxis heißt das beispielsweise vegetarische Kantinenessen, Lastenräder statt Lieferwagen oder öko-faire Beschaffung. Bislang verschränkt Kommunalpolitik die Förderung nachhaltigen Konsums und Klimaschutz noch wenig strategisch miteinander. Welche guten Ansätze bereits Praxis sind, das zeigen das Umweltbundesamt und das Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) in einer jetzt veröffentlichten Broschüre.

Sie stellt strategische Ansatzpunkte sowie erfolgreiche Beispiele vor, wie Kommunen und Landkreise Konsumthemen in bestehende Klimaschutzanstrengungen und -konzepte einbinden können und welche Herausforderungen und Ansatzpunkte dabei für Klimaschutzmanager/innen und ehrenamtlich im Klimaschutz Engagierte bestehen.

Impulse, Konsumthemen in Klimaschutzkonzepte aufzunehmen

Regionale und lokale Klimaschutzkonzepte können als Strategie auch dazu dienen, nachhaltige Lebensstile und nachhaltigen Konsum zu etablieren: Klimaschutzmaßnahmen eignen sich als Türöffner für nachhaltigen Konsum in Kommunen. Das zeigt die Studie „Klimaneutrale Regionen als Strategieansatz zur Förderung nachhaltiger Konsummuster“, auf deren Ergebnissen diese neue Broschüre basiert. Sie richtet sich vor allem an lokale Akteure, wie etwa Klimaschutzmanagerinnen und -manager, und will ihnen zeigen: Welche Ideen lassen sich aus anderen Kommunen auf die eigene übertragen und unter welchen Bedingungen? Was macht sie erfolgreich? Damit sollen Impulse gegeben werden, die es kommunalen Akteuren leichter machen, Klimaschutzkonzepte umzusetzen und dabei zeitgleich nachhaltigen Konsum voranzutreiben.

„Nachhaltigen Konsum als festen Bestandteil des Klimaschutzes verankern“

„Es ist wichtig, nachhaltigen Konsum als festen Bestandteil eines politisch beschlossenen Klimaschutzkonzeptes zu verankern“, so der Studienautor Frieder Rubik, Ökonom am IÖW. Ria Müller, Mitautorin der Studie, ergänzt: „Klimaschutzmanagerinnen und -manager spielen eine Schlüsselrolle und sollten als dauerhafte Akteure in kommunalen Verwaltungen etabliert werden – und zwar ganz aktiv: Nur mit einem klaren Bekenntnis und konkreten Maßnahmen zum Klimaschutz können die Städte und Landkreise ihre Bürgerinnen und Bürgern dazu anregen, auch ihren Konsum nachhaltig und klimaentlastend auszurichten. Das Thema muss deshalb in das Gesamtprogramm ‚Klimaneutralität‘ eingebunden werden, um seine volle Wirkung zu entfalten.“

Sieben Best-Practice-Beispiele von Beckum bis Zürich

Klimaneutralität ist auf kommunaler Ebene zu einem wichtigen Gegenstand geworden, nachdem das Klimaschutzgesetz der Bundesrepublik festlegt, dass Deutschland bis spätestens 2050 klimaneutral sein soll. „Klimaneutralität ist nicht nur ein abstraktes Ziel. Klimaneutralität ist eine klare Leitlinie für kommunalen Klimaschutz und für die Förderung eines nachhaltigen Konsums“, so Dirk Messner, Präsident des Umweltbundesamtes, im Vorwort der Broschüre. Jede Kommune und jeder Landkreis verfolgt dieses Ziel auf unterschiedliche Art und Weise. In der Broschüre werden sieben Best-Practice-Beispiele vorgestellt: Die Region Hannover etwa legt ihren Schwerpunkt auf Beschaffungsprozesse in der Verwaltung als Antrieb für Veränderung, Beckum in Nordrhein-Westfalen setzt auf Schulen und Bildung, Frankfurt am Main nutzt das niedrigschwellige Thema Ernährung als Einstieg in die alltägliche Beschäftigung mit klimafreundlichem Konsum.

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Bibliografische Informationen:

Ria Müller, Dr. Frieder Rubik, Dr. Steven Salecki, Dr. Pauline Riousset, Joyce-Ann Syhre, Michael Bilharz, Burkhard Huckestein, Chiara Brendel (2020): Zusammendenken, was zusammengehört: Kommunaler Klimaschutz und nachhaltiger Konsum. Ideen für Kommunen und Landkreise, Broschüre des Umweltbundesamts, 48 Seiten

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