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Unpatentierbar: IÖW-Praxispartner stellen Tomatenzüchtung Sunviva vor

Die Sunviva Tomate (Bildquelle: Lea Kliem)

Am 26. April 2017 haben die vom Verein Agrecol ins Leben gerufene Initiative Open Source Seeds und ein Freiland-Tomatenprojekt der Universität Göttingen die Tomatenzüchtung Sunviva lizensiert. Die Besonderheit sind ihre Nutzungsbedingungen: Die Samen sind für jedermann frei verwendbar und dürfen nicht patentiert werden. Gemeinsam mit dem IÖW und den Universitäten Oldenburg und Göttingen engagiert sich Agrecol für gemeingüterbasierte Saatgutsysteme im BMBF-Forschungsprojekt „Right Seeds?“. Das Saatgut für Sunviva kann ab sofort erworben werden.

Bereits seit 2012 sucht eine Arbeitsgruppe von Agrecol nach einer Möglichkeit das Open-Source-Prinzip auf das Saatgut landwirtschaftlicher Kulturpflanzen anzuwenden, was nun für die Tomatensorte Sunviva Realität geworden ist. Die Notwendigkeit für eine neue Rechtsform im Saatgutbereich sehen Agrecol-Lizenzentwickler Dr. Johannes Kotschi und seine Mitstreiter durch die große Zunahme an Patenten und die Oligopolbildung im Saatgutmarkt. Diese unterbindet zunehmend die Züchtung abseits der großen Unternehmen und führt zu großen Verlusten in der genetischen Vielfalt. Für eine Anpassung an den Klimawandel unter den unterschiedlichsten Standortbedingungen weltweit ist jedoch eine Vielfalt im Saatgutsektor dringend notwendig.

Forschungsprojekt untersucht Finanzierungsmöglichkeiten für gemeingüterbasierte Saatgutsysteme

Indem die neue Rechtsform Saatgut wieder zu einem Gemeingut macht, wird die Züchtung von Sorten innerhalb dieses Parallelmarktes wieder zu einer gesamtgesellschaftlichen Aufgabe. Zur Finanzierung müssten daher der Staat, aber auch die Akteure entlang der gesamten Wertschöpfungskette stärker beteiligt werden. Wie die Finanzierung eines gemeingüterbasierten Saatgutsystems ausgestaltet werden kann, wird im Forschungsprojekt „Right Seeds?“ untersucht. Die Erkenntnisse der Praxispartner fließen hier direkt ein und werden weiterentwickelt.

Neben der Tomatensorte „Sunviva“ gibt es bereits eine Sommerweizensorte mit Open-Source-Lizenz. Verhandlungen für weitere Lizenzen laufen. In kleineren Mengen ist das Saatgut bereits jetzt zu erwerben. Größere Mengen für Landwirte und Erwerbsgärtner, werden im Herbst zur Verfügung stehen.

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