
Der Schöneberger Norden im Berliner Bezirk Tempelhof-Schöneberg liegt zwischen der Kurfürstenstraße, dem Park am Gleisdreieck und der Yorck- sowie Großgörschenstraße. Bild: Projekt WärmSchöN 2026
Das Land Berlin plant in den nächsten Monaten seinen Wärmeplan vorzulegen, danach gilt es bei der Wärmewende in die Umsetzung zu kommen. Eine Herausforderung dabei sind die zahlreichen Berliner Altbauquartiere. In einem neuen Forschungsprojekt steht der Kiez „Schöneberger Norden“ Pate für die Entwicklung von Lösungen für die klimafreundliche und bezahlbare Wärmeversorgung von Bestandsgebäuden in stark verdichteten Innenstadtbereichen. Das Projekt WärmSchöN untersucht mit Förderung des Bundeswirtschaftsministeriums (BMWE), wie Bezirk, Land und lokale Akteure die Wärmewende auf Quartiersebene gemeinsam umsetzen können und wie die Erfahrungen anderen Quartieren als Blaupausen dienen können.
In dem Projekt kooperiert das Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg mit dem Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW), dem Hermann-Rietschel-Institut der Technischen Universität Berlin (TU Berlin), der Gewobag Energie- und Dienstleistungsgesellschaft, der AG Wärmewende beim Quartiersrat Schöneberger Norden und der Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt (SenMVKU).
Fernwärmenetz mit lokalen Wärmenetzen ergänzen
Bis 2045 will Berlin klimaneutral werden, doch noch immer ist Erdgas die wichtigste Wärmequelle. „Damit Heizen auch in Zukunft bezahlbar bleibt, braucht es energetische Sanierungen und einen Ausstieg aus fossilen Wärmequellen“, sagt Projektleiterin Dr. Julika Weiß vom IÖW. „Der Schöneberger Norden ist ein typisches Beispiel für die Situation von Berliner Altbauquartieren: Sie bestehen überwiegend aus vermieteten Bestandsgebäuden, die aktuell einen hohen Energieverbrauch haben und – wenn sie nicht in Fernwärmenetzgebieten liegen – noch überwiegend mit Gas beheizt werden“, erklärt die Umweltingenieurin. Das Gebiet ist geprägt von einer dichten, gründerzeitlichen Blockrandbebauung aus der Zeit um 1900, die durch markante Nachkriegsbauten und soziale Wohnungsbauprojekte der 1970er-Jahre ergänzt wird.
In Bestandsgebieten, die in den nächsten Jahren keinen Anschluss ans Fernwärmenetz erhalten, stellt sich die Frage, wie diese zukünftig klimaneutral beheizt werden. Nahwärmenetze auf Basis erneuerbarer Energien oder lokaler Abwärme können dort eine sinnvolle und wirtschaftliche Lösung sein. Derzeit gibt es jedoch noch viele Herausforderungen, lokale Wärmenetze anzustoßen und umzusetzen.
Zusammenspiel der Akteure verbessern
„Damit eine sozialverträgliche Wärmewende gelingt, müssen Senat, Bezirk und Unternehmen vor Ort gut zusammenarbeiten. Zugleich sollten Bürger*innen frühzeitig einbringen können, was ihnen wichtig ist“, betont Bezirksbürgermeister Jörn Oltmann. Das Projekt WärmSchöN untersucht die dafür nötigen Prozesse und Werkzeuge.
Die Ergebnisse sollen auch in anderen dicht besiedelten Bestandsquartieren in Berlin und darüber hinaus als Vorbild für klimaneutrale und sozialverträgliche Wärmeversorgungslösungen dienen. Geplant sind aufbereitete Konzepte und Infomaterialien, die Bezirke und andere Akteure bei der Planung, Kommunikation und Realisierung unterstützen.
Von Partizipationsformaten bis zur technischen Machbarkeit
Das transdisziplinäre Projektteam bearbeitet vier Themenbereiche:
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Weitere Informationen:
• Website des Projekts „Wärmewende Schöneberger Norden – WärmSchöN“