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Das IÖW trauert um seinen Gründungsgesellschafter Eckart Hildebrandt

"Mir hat es viel Spaß gemacht, das IÖW mitzugründen, da konnte ich wirklich den Tiger reiten, meine Interessen richtig austoben und etwas tun, das wirklich Sinn macht."
Eckart Hildebrandt (2015)


Eckart Hildebrandt, einer der Mitgründer des IÖW, ist tot. Er starb am 24. Juli 2016 im Alter von 73 Jahren in Berlin nach schwerer Krankheit. Der Wirtschafts-Ingenieur und habilitierte Politikwissenschaftler gehörte 1985 zum Kreis der Gründungsgesellschafter des Instituts um Reinhard Pfriem.

Die Mitarbeiter/innen und Gesellschafter/innen des Instituts reagierten mit Trauer auf die Nachricht. "Das IÖW verliert mit Eckart Hildebrandt einen Wegbereiter, einen Impulsgeber und einen guten Freund. In die tiefe Trauer über seinen Tod mischt sich die Erleichterung, dass Eckarts Leiden nun ein Ende gefunden hat. Unsere Gedanken sind bei seiner Familie", sagt Thomas Korbun, Wissenschaftlicher Geschäftsführer des IÖW.

Ein Wegbereiter der ökologischen Arbeitspolitik in Forschung und Praxis

Eckart Hildebrandt war von 1977 bis 2008 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB), in den 1990er Jahren hatte er zudem eine Professur an der Universität Bremen inne. Er war führend bei der Begründung einer ökologischen Arbeitspolitik als Forschungsthema und etablierte sie maßgeblich mit. Soziale Fortschritte in den Arbeitsbeziehungen und Gute Arbeit sollten, so Eckart Hildebrandt, nicht auf Kosten der Umwelt erreicht werden. Seine weiteren Forschungsschwerpunkte waren Umwelt und Beschäftigung, neue Arbeitsformen und ökologische Lebensführung.

Mit dem von der Hans-Böckler-Stiftung geförderten Projekt "Arbeit und Ökologie" oder im von ihm koordinierten europäischen IRENE-Forschungs-Netzwerk "Industrial Relations and the Environment in Europe" schuf der umtriebige und hervorragend vernetzte Wissenschaftler grundlegende Arbeiten, die ihm genauso wichtig waren wie praktische und politische Interventionen. Als einer der Herausgeber der Kritischen Gewerkschaftsjahrbücher griff er in den 1980er Jahren die atom- und wachstumsfreundliche Haltung der damaligen Gewerkschaftsführungen an und stellte ihr alternative Konzepte entgegen. Zudem engagierte er sich in der gewerkschaftlichen Bildungsarbeit für seine Themen.

Sein wohl wichtigstes Projekt: Das IÖW

Die Verbindung von Forschung und Praxis für eine nachhaltigere Gesellschaft war seine Leidenschaft. Und sollte auch den Kern des IÖW ausmachen, das Eckart Hildebrandt mitgründete. Bereits ein Jahr vor der Gründung des Instituts veranstaltete er im Jahr 1984 mit Reinhard Pfriem an der damaligen Berliner Fachhochschule für Wirtschaft (FHW, heute HWR) die Tagung "Strategien alternativer Produktion", bei der – in der Tradition der Rüstungskonversion – zwischen Wissenschaft und Betriebsräten nicht nur Fragen nach dem "Wie" der industriellen Produktion, sondern auch nach dem "Was" im Sinne einer sozial und ökologisch orientierten Produktion gestellt wurden.

Nach der Gründung des IÖW arbeitete Eckart Hildebrandt in Projekten zur Entwicklung und Anwendung der Ökobilanz-Methode in Unternehmen mit und konzipierte die Grundlagen eines Forschungsfeldes "Ökologischer Konsum". Er begleitete das Institut über 30 Jahre engagiert als Gesellschafter und Vorstand und war auch in Krisenzeiten als wichtiger Ratgeber präsent.

"Für Eckart war das IÖW eine Herzensangelegenheit. In 30 Jahren hat er viele Freundinnen und Freunde unter den Mitarbeitenden gewonnen. Die Arbeitskultur am IÖW positiv zu gestalten war ihm neben den wissenschaftlichen Themen ein echtes Anliegen. Seine Energie, seine Lebensfreude und sein kritischer Geist haben das Institut tief geprägt. Wir werden Eckart schmerzlich vermissen", so Thomas Korbun. 

Die Trauerfeier für Eckart Hildebrandt fand am 12. August 2016 auf dem Südwestfriedhof in Stahnsdorf bei Berlin statt.

 

 

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