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IÖW-Studentin Nora Schlagenwerth über die Jugenddelegation auf Weltklimakonferenz COP 23

Vom 6. bis 17. November 2017 fand in Bonn die 23. UN-Weltklimakonferenz (COP 23) statt. Als Teil einer jungen Klimadelegation nahm die IÖW-Studentin Nora Schlagenwerth bereits zum dritten Mal an den Verhandlungen teil und machte sich für einen ambitionierteren Klimaschutz stark. Vor den Verhandlungen organisierten Nora und die Jugenddelegation in Bonn die Conference of Youth (COY13): 1000 Jugendliche aus der ganzen Welt nahmen drei Tage lang an Workshops zu Themen wie Klimagerechtigkeit, Aktivismus und Jugendbeteiligung in der Klimapolitik teil und bereiteten sich mit verschiedenen Aktionen gemeinsam auf die Klimaverhandlungen vor.

Jugenddelegation fordert ambitionierten Klimaschutz

Die junge Klimadelegation nahm die Jamaika-Sondierungsgespräche in Berlin beispielsweise zum Anlass, einen offenen Brief an die Vertreter/innen von CDU/CSU, FDP und Bündnis90/Die Grünen zu schreiben und verteilte Kohlestücke, um darauf aufmerksam zu machen, dass Deutschland bis 2030 aus der Kohle aussteigen muss, damit die nationalen Klimaschutzziele erreicht werden. Aber auch in Gesprächen mit Verhandler/innen machten die Jugenddelegierten deutlich, dass sie einen ambitionierteren Klimaschutz fordern. Außerdem protestierten die Mitglieder der Klimadelegation gemeinsam mit anderen Klimaschützer/innen aus der ganzen Welt gegen ein großes Event der US-amerikanischen Kohlelobby und boykottierten es mit lauten Gesängen. Die Erkenntnis: Auch als Jugenddelegierte kann man Druck aufbauen, Forderungen stellen und etwas bewegen.

Talanoa-Dialog soll Klimaziele stärken

Die COP 23 fand unter der Präsidentschaft des Inselstaates Fidschi statt, der bereits von den Folgen des Klimawandels betroffen ist. Obwohl schon im Vorfeld der Konferenz klar war, dass große politische Entscheidungen erst 2018 getroffen werden, konnten die Verhandler/innen einige Ergebnisse erzielen.  Nachdem 2015 in Paris das neue Klimaschutzabkommen geschlossen wurde, diskutierten die Teilnehmer/innen nun, wie die darin festgelegten Ziele, insbesondere das 1,5-Grad-Ziel, erreicht werden können.

Passend zur fidschianischen Präsidentschaft wurde der Prozess des Talanoa-Dialogs festgelegt. Der fidschianische Begriff steht für einen Austausch mit allen Beteiligten: In Zukunft werden sich alle Mitgliedsstaaten regelmäßig und intensiv darüber austauschen, welche Maßnahmen bis 2020 nötig sind, damit die Klimaziele erreicht werden können. 

Ein weiterer wichtiger Schritt wurde im Bereich der Geschlechtergerechtigkeit getan: Die Länder haben sich dazu bekannt, dass Gendergerechtigkeit ein wichtiger Baustein im Kampf gegen den Klimawandel ist und es ein ausgewogenes Geschlechterverhältnis in den Delegationen bei den Klimaverhandlungen geben soll.

Nicht einigen konnten sich die Staaten über die Klimafinanzierung: Besonders im Bereich von bereits entstandenen Schäden und Verlusten wollen die Industrienationen den ärmeren Ländern keine verbindliche Zusage für Unterstützung geben.

Nächstes Jahr gehen die Klimaverhandlungen in Katowice weiter. Nora Schlagenwerth und andere Jugenddelegierte wollen sich dann in Polen auf internationalem Parkett für den Klimaschutz einsetzen.

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