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Konferenz: Kooperative und partizipative Forschung – wie Wissenschaft und Zivilgesellschaft gemeinsam globale Herausforderungen angehen

Prof. Dr. Angelika Zahrnt moderierte (Foto: Gordon Welters, IÖW)

Auf der Konferenz „Ziemlich beste Freunde? – Forschung von Wissenschaft und Zivilgesellschaft für nachhaltige Transformationen“ diskutierten am 2. November 2015 in Berlin rund 120 Teilnehmende, welche Art von Forschung nötig ist, um mit großen gesellschaftlichen Herausforderungen wie Klimaschutz, Armutsbekämpfung oder Erhalt der Biodiversität umzugehen. Zu der Konferenz hatten das Ecological Research Network (Ecornet) gemeinsam mit dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), dem Naturschutzbund Deutschland (NABU), Brot für die Welt und der Zivilgesellschaftlichen Plattform Forschungswende aus Anlass des Jubiläums vom Institut und der Vereinigung für ökologische Wirtschaftsforschung eingeladen. Wilfried Kraus, Unterabteilungsleiter im Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) überbrachte den Jubilaren Glückwünsche von Bundesforschungsministerin Johanna Wanka.

Zivilgesellschaftliche Partizipation im Wissenschaftssystem

„Wir benötigen wissenschaftlich fundierte und in der Praxis anwendbare Lösungen für komplexe Nachhaltigkeitsprobleme“, so Thomas Korbun, Sprecher des Ecornet. „Wissenschaft und Zivilgesellschaft entwickeln dazu gemeinsam alternative Handlungsoptionen für die Gesellschaft. Ein Beispiel dafür ist die Energiewende.“ Wilfried Kraus würdigte die Bedeutung von kritischen Beiträgen aus der Zivilgesellschaft für gesellschaftliche und technische Innovationen im Rahmen von Forschungsprojekten und bei der Konzeption anwendungsorientierter Forschungsprogramme. Möglichen Einwänden gegen eine intensivere Zusammenarbeit von Wissenschaft und Zivilgesellschaft entgegnete Kraus: „Eine stärkere Förderung anwendungsorientierter Forschung steht nicht im Widerspruch zum Ausbau von exzellenter Grundlagenforschung.“ Hubert Weiger, Bundesvorsitzender des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) forderte, die Zivilgesellschaft stärker in die Formulierung von Forschungsprogrammen einzubeziehen. Und Thomas Jahn, Sprecher der Institutsleitung des Instituts für sozial-ökologische Forschung (ISOE), kam zu diesem Fazit: „Für die Erkundung von Wegen in eine nachhaltige Entwicklung ist die Verbindung wissenschaftlichen Wissens mit der Expertise aus Alltag und Profession unerlässlich.“

Nachhaltiger Konsum – ein Erfolgsmodell

Am Beispiel des Themenfeldes Nachhaltiger Konsum konnte auf der Konferenz gezeigt werden, welchen Beitrag die transdisziplinäre Nachhaltigkeitsforschung bieten kann, um gegenseitige Lernprozesse zwischen Wissenschaft und Zivilgesellschaft zu befördern. So stellte Christan Löwe vom Umweltbundesamt etwa Ansätze aus der Ressortforschung des Bundesumweltministeriums vor, die „Experimentierräume“ als neuen Modus partizipativer Gestaltungsforschung für nachhaltigen Konsum fördern sollen. Aus dem Förderschwerpunkt Sozial-ökologische Forschung des BMBF stammten innovative Beispiele kooperativer Forschung, die Immanuel Stieß (ISOE) zur Diskussion stellte.

Sustainable Development Goals – neue Forschungsfragen

Die Sustainable Development Goals (SDG) der Vereinten Nationen sind ein Meilenstein für eine sozial und ökologisch nachhaltige Entwicklung. Sie werfen auch neue Forschungsfragen auf, so Klaus Seitz von Brot für die Welt. Die Rolle der Wissenschaft bleibt im UN-Bericht jedoch weitgehend ausgespart, so Maja Göpel vom Wuppertal Institut, dabei sei sie essenziell. Das gelte beispielsweise für den Umgang mit wirtschaftlichem Wachstum. Marianne Beisheim von der Stiftung Wissenschaft und Politik sieht die Zivilgesellschaft insbesondere bei der Konkretisierung der Ziele gefordert sowie bei der Umsetzung und der Mitwirkung am gesellschaftlichen Diskurs über die Erreichung der aufgestellten Ziele, auch auf nationaler Ebene.

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