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IÖW-Newsletter 2/2015   März


Sehr geehrte Damen und Herren,

1,74 Millionen verkaufte Autos, 53 Milliarden Euro Umsatzerlöse – ein Absatzrekord! So war es in dieser Woche von einem deutschen Autohersteller zu hören. Ist das nun allein ein Grund, sich über die Stärke unserer heimischen Industrie zu freuen? Oder nicht vielmehr ein Grund, sich über die ökologischen und sozialen Folgen des fortdauernden „Größer, Schneller, Weiter“ Sorgen zu machen? Im Jahr 2011 wurde gemeldet, dass die Zahl der motorisierten Fahrzeuge auf der Welt die Schwelle zu einer Milliarde überschritten hat. Und es ist kein Ende in Sicht. Im Gegenteil. Worüber die Wirtschaft jubelt, ist global betrachtet ein Desaster.

Wie Wirtschaften auch anders gehen kann, langsamer, regionaler und auf die ökologischen und sozialen Konsequenzen bedacht, hat das IÖW letzte Woche auf der Tagung „Alternativen denken“ in Berlin mit rund 150 Teilnehmer/innen diskutiert. Und wir haben dort elf kleine und mittlere Unternehmen vorgestellt, die sich bewusst vom Wachstumspfad lösen.

Eine inspirierende Lektüre wünscht Ihnen Ihr

Richard Harnisch
Leiter Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation

PS: Bleiben Sie über tagesaktuelle Neuigkeiten aus dem IÖW immer auf dem Laufenden: Das IÖW auf Twitter @ioew_de.

Aktuell

IÖW stellt elf Unternehmen vor, die sich vom Wachstumspfad lösen

Unternehmen brauchen Wachstum. Oder? Dass diese weit verbreitete Annahme in der Praxis von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) auch anders aussehen kann, zeigt das Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) in der Broschüre „Wir sind so frei. Elf Unternehmen lösen sich vom Wachstumspfad.“ Eine nicht-repräsentative Onlineumfrage, die das IÖW unter KMU durchgeführt hat, ergab, dass ein Drittel der befragten Unternehmen kein oder kaum weiteres Wachstum anstrebt. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben nun elf Unternehmen porträtiert, die sich vom klassischen Wachstumspfad lösen. Diese Unternehmen wurden auf der Tagung „Alternativen denken“, die das IÖW in Berlin gemeinsam mit der Heinrich-Böll-Stiftung durchführte, rund 150 Tagungsgästen und der Öffentlichkeit vorgestellt.

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Erster Stadtdialog zum Berliner Energie- und Klimaschutzprogramm: Ab sofort können Berliner/innen online kommentieren

Wie können wir in Berlin nachhaltiger und mit weniger Emissionen leben und arbeiten? Welche Maßnahmen brauchen wir, um Berlin zukünftig klimaneutral zu gestalten? Diese und weitere Fragen standen beim ersten Stadtdialog im Rahmen der Erarbeitung des Berliner Energie- und Klimaschutzprogramms am 26. Februar 2015 im Fokus. Mehr als 200 Gäste diskutierten im Spreespeicher in Berlin die Maßnahmenvorschläge des Programms in den fünf Handlungsfeldern – Energieversorgung, Gebäude und Stadtentwicklung, Wirtschaft, private Haushalte und Konsum sowie Verkehr.

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Enquete-Kommission „Neue Energie für Berlin“: Für die Verstromung von Braunkohle ist kein Platz mehr

„In einer konsequent erneuerbaren Energiestrategie für Berlin und Brandenburg, die auch den Klimaschutz im Blick hat, ist […] für die Verstromung von Braunkohle kein Platz mehr.“ Dies ist eine der vorläufigen Schlussfolgerungen der Enquete-Kommission „Neue Energie für Berlin – Zukunft der energiewirtschaftlichen Strukturen“ des Berliner Abgeordnetenhauses, die jetzt in einem Zwischenbericht veröffentlicht wurde. Die Kommission untersucht seit Mai 2014 die Zukunft der energiewirtschaftlichen Strukturen des Landes Berlin, auch vor dem Hintergrund der Energiewende. IÖW-Energieexperte Prof. Bernd Hirschl wurde von der Kommission als Sachverständiger angehört und gab eine Stellungnahme zur Rolle der Metropolen bei der Energiewende.

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Rebound-Studie: Wie entwickelt sich der Energieverbrauch von Nichtwohngebäuden nach einer Sanierung?

Eine nun veröffentlichte Studie unter Leitung des IÖW hat erstmals für Nichtwohngebäude wie Büros oder Verwaltungsgebäude untersucht, welcher Anteil der theoretischen Einsparungen durch die energetische Sanierung auch praktisch erreicht wird. Die Studie im Auftrag des Bundesinstitutes für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) nahm zwei Bundesliegenschaften und zwei Liegenschaften des Landes Sachsen vor und nach einer Sanierung unter die Lupe. Das Ergebnis: Ein relevanter Rebound-Effekt konnte nicht nachgewiesen werden, da keine Verhaltensänderungen stattfanden.

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Wie werden Bürger zu „Klima-Citoyens“?

Die Energiewende in Deutschland ist ein gesamtgesellschaftlicher Wandlungsprozess, in dem auch Bürgerinnen und Bürger eine zentrale Rolle spielen. Sie können sich aktiv und eigenverantwortlich als Konsumenten, Energieproduzenten, Investoren oder als politische Mitgestalter an der Energiewende beteiligen. Kommunen und Kreise wie Heidelberg und Steinfurt haben verschiedene Möglichkeiten, ihre Bürger/innen in diesen Rollen zu unterstützen. Im Projekt „Klima-Citoyen“ werden die Rollen der Bürger in der Energiewende und die lokalen Rahmenbedingungen in vier Kommunen – u.a. in Heidelberg und Steinfurt – untersucht. In Workshops stellte das Projekt nun erste Forschungsergebnisse vor und tauschte sich mit kommunalen Akteuren und interessierten Bürger/innen aus.

Zur Dokumentation des Workshops in Heidelberg | Zur Dokumentation des Workshops in Steinfurt

Ist Degrowth eine kapitalismuskritische Bewegung? – Ein Diskussionsanstoß auf dem Blog Postwachstum.de

Ist Degrowth eine kapitalismuskritische Bewegung, fragt unser Autor Ulrich Schachtschneider. Ganz sicher ist es eine Kritik an der Beschleunigung unserer Gesellschaft. Antworten auf diese Beschleunigung bieten etwa Gerrit von Jorck, der über sein Leben als Zeitpionier reflektiert, oder die beiden Autoren Christoph Sanders und Sebastian Jacobs, die die Beschleunigung unserer Hochschullandschaft kritisieren. Damien Demailly gibt derweil einen Einblick in den französischen Postwachstumsdiskurs und Janna Aljets bereichert unseren Blog mit einer Rezension des Buches „Solidarisch aus der Krise wirtschaften“.

Postwachstum – wo geht es hin? Diskutieren Sie mit!

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Ökologisches Wirtschaften

ÖkologischesWirtschaften 1/15: Ökonomie des Klimawandels

Lesen Sie in der ersten Ausgabe des 30. Jahrgangs von Ökologisches Wirtschaften über die Ökonomie des Klimawandels. Ökonomische Ansätze haben eine lange Tradition in der Diskussion um Klimawandel und Klimaanpassung. Sie sind jedoch selbst in der eigenen Disziplin durchaus umstritten. Die IÖW-Wissenschaftler Jesko Hirschfeld, Ulrich Petschow und Eugen Pissarskoi plädieren deshalb dafür, die Ökonomie des Klimawandels differenzierter zu betrachten und deutlich zu erweitern. Neu im freien Download auf Ökologisches Wirtschaften Online: Das Heft zum Schwerpunkt "Wachstumsneutrale Unternehmen. Ideen für eine Postwachstumsgesellschaft".

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Termine

16. März 2015: 1. Forum Klimaökonomie „Warten oder starten: wer, wann, womit? Kosten des Klimawandels und Anpassungsoptionen“

Das Forum Klimaökonomie bietet eine Plattform für die Intensivierung des Austauschs von Wissenschaft und Praxis zu aktuellen Themen der klima- und energiepolitischen Debatte. Dabei behandelt die vom IÖW mitorganisierte Dialogveranstaltung verschiedene Dimensionen der Frage nach den Kosten des Klimawandels und möglichen Anpassungsoptionen: Internationale Rückkopplungseffekte des Klimawandels, Anpassung in Deutschland, Autonome Anpassungsprozesse an den Klimawandel sowie  Unsicherheiten und Werturteile – Implikationen für politisches Handeln.

16. März 2015, Berlin

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17. März 2015: Konferenz „Ökonomie der Anpassung an den Klimawandel in Deutschland“

Auf der Konferenz stellt das Projekt econCCAdapt seine Forschungsergebnisse zu den ökonomischen Auswirkungen von Klimawandel und Anpassungsstrategien in Deutschland vor und lädt Klimaökonom/innen aus anderen Projekten dazu ein, ihre Ergebnisse zu präsentieren und gemeinsam zu diskutieren. Plenare und parallele, thematisch fokussierte Sessions vertiefen diese Analysestränge fachlich und bringen sie in Austausch miteinander. Denn die Tagung möchte deutlich machen, dass methodisch eingleisig angelegte Analysen für die Identifikation und Ausgestaltung nachhaltiger Anpassungspolitiken nicht ausreichend sein werden.

17. März 2015, Humboldt-Universität zu Berlin

Weitere Informationen und Anmeldung…

25. März 2015: „Wasserflüsse in Deutschland“ auf der Messe Wasser Berlin

Auf dem Messestand des BMBF auf der „Wasser Berlin 2015“ präsentiert das IÖW eine deutsche Wasserbilanz: Wie viel Wasser fließt nach Deutschland hinein, in welcher Weise und von wem wird dieses Wasser hier genutzt und auf welchen Wegen, in welcher Form und in welchen Mengen verlässt das Wasser das Land wieder? Eine interaktive Präsentation beantwortet diese Fragen in Bezug auf die natürlichen, künstlichen und virtuellen Wasserflüsse in Deutschland. Am Nachbarstand der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall (DWA) wird der Wasserflüsse-Lernbaukasten vorgestellt, der mit Magneten und Deutschlandkarte eine neue Möglichkeit bietet, Unterricht zu Wasserfragen zu gestalten.

25. März 2015, Messe Berlin

Mehr zum BMBF-Messestand auf der Wasser Berlin

1. Juni 2015: Konferenz „Vulnerabilität Deutschlands gegenüber dem Klimawandel“

Die Deutsche Anpassungsstrategie (DAS) zielt darauf ab, die Vulnerabilität (Verwundbarkeit) relevanter Sektoren gegenüber den Folgen des Klimawandels zu mindern bzw. die Anpassungsfähigkeit natürlicher, ökonomischer und gesellschaftlicher Systeme zu erhalten oder zu steigern. Das Netzwerk Vulnerabilität aus 16 Bundesoberbehörden und -institutionen legt nun ein Gesamtbild vor, das zeigt, wie verwundbar (vulnerabel) Deutschland gegenüber dem Klimawandel ist. Ziel der Fachkonferenz ist es, die Ergebnisse und Methodik der Vulnerabilitätsanalyse vorzustellen.

1. Juni 2015,  Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur, Berlin

Weitere Informationen…

2.-3. November 2015: Save the date – IÖW/VÖW-Jubiläumstagung

30 Jahre Ideen, die fruchten: Das Institut und die Vereinigung für ökologische Wirtschaftsforschung feiern in diesem Jahr ihren 30. Geburtstag. Merken Sie sich den Termin unserer Jubiläumstagung schon jetzt vor.

2.-3. November 2015, Berlin

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Aus dem IÖW

Neu am IÖW: Arno Simons

Der Sozialwissenschaftler Arno Simons arbeitet seit März 2015 am IÖW. Er unterstützt mit seiner wissenschaftlichen Expertise zu Commons-Based Peer Production, Sharing Economy, Green Economy, Environmental Markets und Policy Innovation das Forschungsfeld „Umweltökonomie und Umweltpolitik“. Arno hat einen M. A. in Wissenschafts- und Technikforschung sowie einen B. A. in Sozialwissenschaften. Zuletzt arbeitete er als wissenschaftlicher Mitarbeiter in der BMBF-geförderten Nachwuchsgruppe “Innovation in Governance” an der TU Berlin. Dort beendet er zurzeit seine Promotion zur diskursiven Konstruktion des Emissionshandels als funktionierendes Politikinstrument.

Mehr zu Arno Simons | E-Mail an Arno Simons

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Aus dem IÖW-Netzwerk

Call for Papers: Special Issue "Resilience of Energy Systems"

Für das Online-Journal "Energies – Open Access Energy Research, Engineering and Policy Journal" lädt Prof. Dr. Stefan Gößling-Reisemann, Sprecher des Netzwerkes Industrial Ecology bei der Vereinigung für ökologische Wirtschaftsforschung (VÖW) und Mitglied im VÖW-Vorstand, gemeinsam mit weiteren Gasteditoren dazu ein, Paper zum Thema "Resilienz des Energiesystems" einzureichen. Der Call for Papers läuft noch bis zum 31. Mai 2015.

Mehr Informationen zum Call

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Impressum

Institut für ökologische Wirtschaftsforschung GmbH (gemeinnützig)
Potsdamer Str. 105 | D-10785 Berlin
Telefon: +49-(0)30 - 884 59 4-0 | Fax: +49-(0)30 - 882 54 39
E-Mail: mailbox@ioew.de
Das IÖW bei Twitter: www.twitter.com/ioew_de

Redaktion: Richard Harnisch, Thomas Korbun

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