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IÖW-Newsletter 5/2012   August


Sehr geehrte Damen und Herren,

in Zeiten multipler politischer Krisen wird es immer wichtiger, einen Werkzeugkoffer parat zu haben, um Politiken, Projekte und Programme hinsichtlich ihrer Zukunftsfähigkeit bewerten zu können. Als Messlatte hat sich das weithin akzeptierte Konzept Nachhaltigkeit etabliert. Wie es in Evaluierungsverfahren zum Einsatz kommen kann, um soziale und ökologische Auswirkungen abzuschätzen, behandelt das jüngst erschienene Werk „Sustainable Development, Evaluation and Policy-Making“, das von IÖW-Forscher Frieder Rubik mitherausgegeben wurde. Mehr dazu erfahren Sie in diesem Newsletter.

Außerdem: Bereits 880 Personen unterstützen das Memorandum zur sozial-ökologischen Forschung! Sie auch? Die Unterzeichnung ist noch bis zum Jahresende möglich.

Mit sommerlichen Grüßen aus Berlin

Ihr

Richard Harnisch
Leiter Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation

Inhaltsverzeichnis

AKTUELL
ÖKOLOGISCHES WIRTSCHAFTEN
TERMINE
AUS DEM IÖW
AUS DEM IÖW-NETZWERK

Aktuell

Neuerscheinung: Sustainable Development, Evaluation and Policy-Making

In Zeiten wachsenden Drucks auf die Rechtfertigung öffentlicher Ausgaben steigt die Notwendigkeit zur Bewertung von Projekten, Programmen und Politiken. Nachhaltigkeit hat sich als ein sozial und politisch weithin akzeptiertes Konzept etabliert und sollte daher stärker in Evaluierungsverfahren berücksichtigt werden, um soziale und ökologische Auswirkungen abzuschätzen. Das Buch „Sustainable Development, Evaluation and Policy-Making“ geht auf die Wahrnehmung von Nachhaltigkeitsproblemen und die Rolle von Evaluation in der Formulierung, Implementation und Reformulierung von politischen Maßnahmen ein. Das vom IÖW und dem Ecologic Institut herausgegebene Buch entstand im Projekt EPOS – Evaluating Policies for Sustainable Development und wurde vom BMBF im Programm Sozial-ökologische Forschung gefördert.

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Umweltfreundlich beschaffen, aber wie? IÖW recherchiert über 300 Umweltkennzeichen und Leitfäden – Datenbank jetzt beim UBA online

Gebäudeausstattung, Bürogeräte, Fahrzeuge und vieles mehr – für 360 Milliarden Euro im Jahr kaufen deutsche Behörden ein. Eine relevante Nachfragemenge, um den Markt in Richtung nachhaltige Produkte und Dienstleistungen zu verändern. Doch auf welcher Grundlage kann die öffentliche Hand Produkte und Dienstleistungen ausschreiben, deren direkte Umweltauswirkungen geringer sind als die vergleichbarer Konkurrenzprodukte? Das IÖW hat untersucht, welche Informationsangebote Behörden bei der umweltfreundlichen Auftragsvergabe zurate ziehen können. Jetzt ist die Datenbank online: www.beschaffung-info.de.

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Mobilität fit für die Zukunft machen – Europäische Experten empfehlen neue Forschungsagenda

Europäische Konsumexperten veröffentlichten am 4. Juli 2012 eine Forschungsagenda, um die private Mobilität in Europa nachhaltiger zu gestalten. Angesichts der globalen Klimakrise und steigender Preise fossiler Brennstoffen plädieren die Fachleute für neue Prioritäten in der Forschung zu nachhaltiger Mobilität. 100 Mobilitätsexperten aus ganz Europa haben im Projekt CORPUS daher eine „Forschungsagenda für nachhaltige Mobilität in Europa” entwickelt. Sie betonen fünf Themen, die sie als besonders dringlich ansehen, um die zerstörerischen Nebeneffekte des momentanen Transports zu überwinden. 

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Memorandum zur sozial-ökologischen Forschung an Bundesforschungsministerin Annette Schavan übergeben – Unterzeichnung weiterhin möglich

Bereits 880 Mitunterzeichner unterstützen das Memorandum „Verstehen – Bewerten – Gestalten. Transdisziplinäres Wissen für eine nachhaltige Gesellschaft“, das das Ziel verfolgt, die sozial-ökologische Forschung inhaltlich, organisatorisch und institutionell zu stärken. Die Autorengruppe des Memorandums, der auch IÖW-Geschäftsführer Thomas Korbun angehört, hat es mit den ersten Unterschriften am 18. Juni 2012 an Bundesforschungsministerin Annette Schavan geschickt. Auch bei dem öffentlichen Fachgespräch im Bundestag zum Thema „Nachhaltigkeits- und Transformationsforschung“ am 27. Juni 2012 wurde das Memorandum bereits thematisiert. Eine Unterzeichnung ist noch bis zum Jahresende möglich.

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Ressourcenleicht konsumieren – Nutzen statt besitzen

Geiz ist geil war gestern. Heute ist Teilen, Mieten oder Verschenken gefragt, denn Autos, Waschmaschinen oder Skier intensiver zu nutzen, hilft die Ressourcen zu schonen. Auf dem Blog „bewusst kaufen“ hat IÖW-Konsumexperte Gerd Scholl seine Gedanken zum ökologischen Potenzial von Konsum ohne Eigentum gepostet und zu den Faktoren, die den Wandel vorantreiben. Die Zauberformel: Ressourcen schonen durch intensivierten kollektiven Gebrauch von Konsumgütern. Das Rezept: Vertrauen und eine neue Nutzungskultur. 

Lesen Sie selbst

Größte Verbundstudie zu Sozialunternehmertum in Deutschland: Innovationsimpulse, Verbreitungsschwächen, Kooperationspotenziale

Gründungen von Sozialunternehmen sind medial präsent, können aber angesichts des schwachen Wachstums, der geringen Kooperationsaktivitäten und der Mittelvergabe der öffentlichen Hand nicht zu den etablierten Wohlfahrtsverbänden und staatlichen Angeboten aufschließen. Das Wohlfahrtssystem hat dagegen ein Innovationsproblem, Social Entrepreneure können hier wichtige Innovationsimpulse setzen. Bei der Verbreitung ihrer innovativen Ideen stoßen sie jedoch regelmäßig auf Schwierigkeiten. Kooperationen der Sozialunternehmer untereinander sowie mit den großen Wohlfahrtsorganisationen sollten noch ausgebaut werden. Das sind die zentralen Ergebnisse der bisher größten Verbundstudie zum Thema Social Entrepreneurship in Deutschland. Das IÖW war Teil des Mercator Forscherverbunds "Innovatives Soziales Handeln – Social Entrepreneurship".

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Nach Rio+20: Welche weiteren Schritte müssen unternommen werden? Neue Beiträge auf dem Blog Postwachstum.de

Im Mittelpunkt der Konferenz von Rio+20 stand die „Green Economy“. Angelika Zahrnt gibt zu bedenken, dass die Grüne Ökonomie dazu beiträgt, die Wachstumsillusion zu verlängern. Ulrich Brand plädiert für eine sozial-ökologische Transformation anstelle eines „zahnlosen“ internationalen Rahmenwerkes. Barbara Muraca ruft dazu auf, vor allem über die Grundlagen für die Verwirklichung eines „Guten“ Lebens zu diskutieren. Im Gegensatz dazu mahnt die Bundestagsabgeordnete Marie-Luise Dött am Gewinnstreben festzuhalten, da „Wachstum die Grundlage für alles weitere bildet“.

Postwachstum – wo geht es hin? Diskutieren Sie mit!

Rückblick: 55 Big Jumps für Gewässerschutz

Am 17. Juni 2012 sprangen über 50 Jugendgruppen in Flüsse und Seen, um mit Spaß gegen die unzureichende Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie zu protestieren. Angestoßen wurde die Aktion im Rahmen der Bildungskampagne "Big Jump Challenge 2012", einem Praxisprojekt der SÖF-Nachwuchsgruppe "GETIDOS" zusammen mit der Deutschen Umwelthilfe, der Grünen Liga, dem Global Nature Fund, betterplace lab sowie Viva con Agua. Mit der Kampagne werden deutschlandweit Jugendliche für das Thema Gewässerschutz sensibilisiert. Schon während der Vorbereitungen war das Engagement vielerorts groß: Schulklassen diskutierten die WRRL im Unterricht und testeten die lokale Wasserqualität. Sie fragten bei den Behörden nach, schmiedeten Kooperationen und wurden von ihren Kommunen unterstützt.

Big Jump Challenge 2012

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ÖKOLOGISCHES WIRTSCHAFTEN

Vorschau: Ökologisches Wirtschaften 3/12 – „Nachhaltigkeit im Klimawandel“

Anpassung an den Klimawandel muss nachhaltig gestaltet werden, wenn sie langfristig erfolgreich sein soll und dauerhaft negative Auswirkungen vermeiden will. In ihrer konkreten Ausgestaltung können Anpassungsmaßnahmen jedoch konträr zu Zielen sozialer Gerechtigkeit oder des Umweltschutzes wirken. Wo genau liegen die Spannungsfelder zwischen Anpassungs- und Nachhaltigkeitszielen? Wie kann eine nachhaltige und angepasste Entwicklung vollzogen werden? Diesen Fragen geht die nächste Ausgabe von Ökologisches Wirtschaften nach. Sie erscheint am 3. September 2012.

www.oekologisches-wirtschaften.de

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TERMINE

Öffentliche Abschlussdiskussion Sneep-VÖW-Sommerakademie 2012

Unser Wirtschaftssystem ist geprägt durch das Wachstumsparadigma. Aber kann es heute noch so weitergehen? In Zeiten, in denen die ökologischen und sozialen Grenzen des quantitativen Wachstums immer deutlicher werden? Wachstum wird mittlerweile über alle gesellschaftlichen Gruppen hinweg in Frage gestellt. An vielen Orten werden Ansätze einer Postwachstumsgesellschaft entwickelt. Die Sneep-VÖW-Sommerakademie geht aktuellen Erkenntnissen zu diesem Thema nach und stellt die Ergebnisse auf einer öffentlichen Abschlussveranstaltung vor.

24. August 2012, 14.00-15.30 Uhr, Berlin

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Transformatives Wissen schaffen: Der Beitrag der Stiftungen zu einer Transformativen Wissenschaft

Was kann die Rolle von Stiftungen bei der Förderung einer transformativen Wissenschaft sein? Was sind interessante Best Practices für die Förderung? Wie können Stiftungen die staatliche Wissenschaftsförderung ergänzen? Diese Fragen stellt die Diskussionsveranstaltung im Rahmen der Reihe "Transformatives Wissen schaffen" vom Nawis-Verbund und dem Institutenetzwerk Ecornet im Wissenschaftsjahr 2012 "Zukunftsprojekt Erde".

10. September 2012, ProjektZentrum Berlin der Stiftung Mercator

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RADOST-Tour 2012: Ostseeküste 2100 – auf dem Weg zu regionaler Klimaanpassung

RADOST geht auf Tour: Unter dem Titel „Ostseeküste 2100 – auf dem Weg zu regionaler Klimaanpassung“ wird das BMBF-Projekt "Regionale Anpassungsstrategien für die deutsche Ostseeküste (RADOST)" vom 10. bis 20. September 2012 aktuelle Forschungsergebnisse zu regionaler Klimaanpassung in verschiedenen Städten der deutschen Ostseeregion vorstellen. Das IÖW betreut den Workshop "Chancen und Risiken des Klimawandels sowie Anpassungsbedarfe und -kapazitäten in den deutschen Ostseehäfen" und ist bei der öffentlichen Abendveranstaltung "Klimawandel an der Küste - Herausforderungen für die Hafenstadt Lübeck" dabei.

17. September 2012, Lübeck

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Klimarisiko im Griff? Dialog zu öffentlichem und privatem Risikomanagement im Klimawandel

Klimaanpassung ist längst kein Randthema mehr: Klimarisiken werden in vielen Branchen und Institutionen intensiv diskutiert – politische Strategien und Leitlinien werden entwickelt. Jetzt ist es an der Zeit, Maßnahmen zur Klimaanpassung umzusetzen und Erfahrungen auszuwerten. Hierzu gehört auch, systematisch Klimarisiken zu erfassen und im öffentlichen und privaten Risikomanagement umzusetzen. Der Dialog „Klimarisiko im Griff?“ zielt auf die Weiterentwicklung praxisorientierter Ansätze zum systematischen Umgang mit Klimarisiken in den betroffenen Handlungsfeldern von Unternehmen, Verbänden und der Verwaltung von Bund und Ländern.

11.-12. Oktober 2012, Umweltbundesamt Dessau

Weitere Informationen auf der Homepage des Kompetenzzentrums Klimafolgen und Anpassung (KomPass)

The Political Ecology of Agrofuels: Workshop des Projektes "Fair Fuels?"

Das rasante Wachstum des Agrarkraftstoffsektors in den letzten Jahren hat zu kontroversen internationalen Debatten geführt. Ziel des internationalen Workshops ist es, den konzeptionellen und theoretischen Beitrag der Politischen Ökologie zur Analyse der komplexen Dynamiken im Zusammenhang mit der Expansion der Agrarkraftstoffe zu diskutieren. Zudem soll auf Grundlage der empirischen Forschungsarbeiten der Referent/innen ein Informationsaustausch zu den Dynamiken und transnationalen Verflechtungen in unterschiedlichen Ländern und Regionen ermöglicht werden. 

11.-12. Oktober 2012, Berlin

Workshop Flyer (pdf)

Linking Policy and Science for Greening the Economy – RESPONDER-Workshop

2nd EU Dialogue on Sustainable Consumption and Economic Growth

29.-30. Oktober 2012, Brüssel

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Aus dem IÖW

Neu am IÖW: Dr. Sascha Dickel

Dr. Sascha Dickel, M.A. der Politologie, ist neuer Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Bereich Umweltökonomie und Umweltpolitik am IÖW. Er arbeitet zum Schwerpunkt Innovations- und Technikanalysen im Projekt "Potenziale von neuen Technologien, dezentraler und personalisierter Produktion vor dem Hintergrund des Leitbildes kohlenstoffarmer Wirtschaft".

Mehr zu Dr. Sascha Dickel

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Aus dem IÖW-Netzwerk

Buch: „Nachhaltiges Wirtschaften für KMU“ von Prof. Anja Grothe

Klimaerwärmung, Ressourcenverknappung, demografischer Wandel, globale Armutszunahme: Es wird immer klarer, dass ein »Business as usual« nicht zu rechtfertigen ist. Was das speziell für kleine und mittelständische Unternehmen bedeutet, ist Thema des Buches "Nachhaltiges Wirtschaften für KMU" von VÖW-Mitglied Anja Grothe. Es versteht sich als Transfer- und Praxisbuch zum Thema Nachhaltiges Wirtschaften und enthält unter anderem ein Kapitel von IÖW-Wissenschaftlerin Jana Gebauer zum Thema Nachhaltigkeitsberichterstattung.

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Zivilgesellschaftliche Plattform Wissenschaftspolitik gegründet

Im Juli 2012 hat sich in Berlin eine neue Initiative gegründet, die das Ziel verfolgt, die Wissenschaft stärker als bisher darauf zu drängen, Antworten auf gesellschaftlich bedeutsame Fragen zu suchen. Anlass dafür sei "Unbehagen über aktuelle Antworten", wie die taz titelte. Umweltverbände, Kirchen, Gewerkschaften, Verbraucherschutz- und entwicklungspolitische Organisationen wollen sich mit eigenen Positionen stärker als bisher in die Wissenschaftspolitik einbringen. Damit holt die Plattform, die unter dem Dach der Vereinigung Deutscher Wissenschaftler (VDW) koordiniert wird, das Thema Wissenschaft in die öffentliche Diskussion. Das IÖW und weitere Ecornet-Institute engagieren sich als Partner der Plattform.

Kontakt: Dr. Steffi Ober (VDW), steffi.ober[at]humboldt-viadrina.org | zum taz-Artikel

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Impressum

Institut für ökologische Wirtschaftsforschung GmbH (gemeinnützig)
Potsdamer Str. 105 | D-10785 Berlin
Telefon: +49-(0)30 - 884 59 4-0 | Fax: +49-(0)30 - 882 54 39
E-Mail: mailbox@ioew.de
Das IÖW bei Twitter: www.twitter.com/ioew_de

Redaktion: Richard Harnisch, Thomas Korbun

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