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Studie: Braunkohlereviere zu Energiewenderegionen transformieren

(Bild: pixabay, CC0)

Untersuchung im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums zeigt, dass verstärkte Nutzung erneuerbarer Energien wichtigen Beitrag zu erfolgreichem Strukturwandel in deutschen Braunkohlerevieren leisten kann

Berlin, 20. November 2018 – Der geplante Kohleausstieg bewegt das Land und die Gemüter. Eine neue Studie im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie zeigt, wie die deutschen Kohlereviere auch zukünftig als wichtige Player in der Energiewirtschaft in Deutschland mitspielen können. Fazit: Eine gezielte Transformation hin zu Energiewenderegionen könnte maßgeblich neue Perspektiven für Beschäftigung und Wertschöpfung im Rheinischen, Mitteldeutschen, Lausitzer und Helmstedter Revier schaffen.

Kohlekraftwerke durch Solar-Windstrom-Großkraftwerke ersetzen

Die Experten mehrerer Forschungs- und Beratungsinstitute empfehlen, die Potenziale erneuerbarer Energien in den Tagebauregionen stärker zu nutzen. Besondere Chancen bietet der verstärkte Ausbau von Solar- und Windstrom im Verbund. Diese Anlagen könnten schrittweise in den Regionen aufgebaut werden und freiwerdende Netzkapazität ersetzen, während die Kohleverstromung heruntergefahren wird. Weiterhin empfiehlt das Gutachten, Anlagen für die sogenannte Power-to-X-Technologie, also das Umwandeln von Strom etwa in Gas oder Wärme, gezielt in den Tagebauregionen anzusiedeln. „Solche Anlagen werden im zukünftigen Energiesystem eine wichtige Rolle zur Speicherung oder anderweitigen Nutzung von temporären Stromüberschüssen aus Wind oder Photovoltaik spielen“, sagt Martina Richwien vom Beratungsinstitut IFOK, das die Erarbeitung der Studie geleitet hat.

Die Potenziale der Reviere für den Strukturwandel in den Blick nehmen

„In der Debatte um den Strukturwandel werden die Potenziale der Energiewende bisher noch zu wenig gesehen“, so Bernd Hirschl vom Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW), das in der Studie berechnet hat, in welchem Umfang Arbeitsplätze und Wertschöpfung in den Bereichen Wind- und Solarenergie neu entstehen können. „Die vorhandenen Infrastrukturen und Kompetenzen bieten sich an, die Reviere zu Energiewende-Modellregionen zu entwickeln – entsprechend ihrer jeweiligen Voraussetzungen. Wenn die Akteure vor Ort dafür zusammen mit den betroffenen Bundesländern und dem Bund an einem Strang ziehen, können nennenswerte Wertschöpfung und Beschäftigung entstehen.“

Gemeinsam vor Ort tätig werden

„Die Erschließung der Potenziale kann nur in den Regionen und gemeinsam mit den regionalen Akteuren erfolgen, die mit den Veränderungen vor Ort leben und arbeiten“, betont Martina Richwien. „So muss beispielsweise die Frage nach der Verfügbarkeit geeigneter Flächen im Dialog vor Ort beantwortet werden. Hier wird es wichtig sein, weitere Vorstellungen der Flächennutzung einzubeziehen und mögliche Unterstützer zu finden, um die insbesondere in der Lausitz erheblichen Beschäftigungspotenziale auch nutzen zu können.“
Die Experten weisen darauf hin, dass für ein Gelingen der Reviertransformation spezifische Maßnahmen erforderlich sind, bei denen die verschiedenen Ebenen zusammenarbeiten müssen. Etwa seien Sonderausschreibungen erforderlich, um die Anlagen gezielt in die Regionen zu bekommen. Damit die Reviere ökonomisch davon profitieren, sind darüber hinaus nennenswerte Beteiligungen von Kommunen, Unternehmen und Bürgern vor Ort erforderlich.

Fallstudie Lausitz: mehrere tausend Arbeitsplätze möglich

In dem Gutachten wurde für das Lausitzer Revier das regionalökonomische Potenzial einer Transformation zur Energiewenderegion abgeschätzt. Bei einem ambitionierten Ausbau von Windenergie und Photovoltaik können beispielsweise allein in diesem Bereich rund eintausend Vollzeit-Arbeitsplätze entstehen. Darin sind noch keine Effekte aus der Anlagenproduktion enthalten, in der heute bereits mehr als eintausend Menschen beschäftigt sind. Aus weiteren Bereichen der Strom-, Wärme- und Verkehrswende können darüber hinaus zahlreiche zusätzliche Arbeitsplätze entstehen – von Biogas über Solarthermie bis Power-to-Gas und in Bereichen wie ÖPNV, Car-Sharing, E-Mobilität oder autonomes Fahren.

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Redaktionelle Informationen:

Über die Studie:
Projektbericht Erneuerbare Energien-Vorhaben in den Tagebauregionen im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi), 467 Seiten, Berlin.

Mitwirkung von folgenden Forschungs- und Beratungsorganisationen: ► IFOK GmbH ► Deutsche WindGuard GmbH ► Solarpraxis Engineering GmbH ► Prognos AG ► Institut für ökologische Wirtschaftsforschung GmbH (gemeinnützig) ► Becker Büttner Held PartGmbB

Download:
www.erneuerbare-energien.de/EE/Redaktion/DE/Downloads/Berichte/erneuerbare-energien-vorhaben-in-den-tagebauregionen.html  

Pressekontakt:
IFOK GmbH
Martina Richwien
Tel.: +49 (0) 30 536077-15
martina.richwien(at)ifok.de

Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW)
Richard Harnisch
Tel.: +49 (0) 30 884594-16
kommunikation(at)ioew.de

Bundesministerium für Wirtschaft und Energie
pressestelle(at)bmwi.bund.de
Tel: +49 (0) 30 18 615 -6121

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IFOK ist Teil der internationalen Cadmus Group und die marktführende Kommunikations- und Strategieberatung für Beteiligung. In den Kernthemen Energie, Umwelt, Nachhaltigkeit, Digitale Transformation und Beschäftigung gestaltet und begleitet IFOK seit 1995 gesellschaftlich relevante Veränderungsprozesse mit Fach- und Methodenkompetenz. Als Experten für die Herausforderungen der modernen Gesellschaft arbeiten heute rund 120 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an den Standorten in Bensheim, Berlin, Düsseldorf, München und an mehreren Standorten in den USA für Kunden aus Politik, Wirtschaft und zivilgesellschaftlichen Institutionen nach dem Ansatz „Wandel durch Beteiligung und Dialog“.
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Das Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) ist ein führendes wissenschaftliches Institut auf dem Gebiet der praxisorientierten Nachhaltigkeitsforschung. 55 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erarbeiten Strategien und Handlungsansätze für ein zukunftsfähiges Wirtschaften – für eine Ökonomie, die ein gutes Leben ermöglicht und die natürlichen Grundlagen erhält. Das Institut arbeitet gemeinnützig und ohne öffentliche Grundförderung.
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