Lithium ist ein wichtiger Rohstoff für die Herstellung von Batterien und damit für die Energie- und Verkehrswende. Die europäischen und deutschen Förder- und Verarbeitungskapazitäten sind trotz stark steigendem Bedarf bislang allerdings vernachlässigbar. Lithium gilt daher als strategischer und kritischer Rohstoff.
Das Projekt RoLiXX untersucht, wie Lithium aus tiefen geothermischen Wässern des Norddeutschen Beckens nachhaltig gewonnen werden kann. Die Region weist außergewöhnlich hohe Lithiumgehalte in der sogenannten Rotliegend‑Formation (bis zu 5.000 Meter Tiefe) auf, deren geologische Herkunft, Mobilisierung und Extraktion bislang wenig erforscht sind. Das Vorhaben entwickelt dafür innovative Verfahren der feststofffreien Direktlithiumextraktion und verknüpft geowissenschaftliche Analysen mit technischen Versuchen.
Das IÖW verantwortet in dem Vorhaben die inter‑ und transdisziplinäre Nachhaltigkeitsbewertung und untersucht, welche ökologischen, ökonomischen und gesellschaftlichen Auswirkungen eine Lithiumförderung in Deutschland hätte. Eine repräsentative Bevölkerungsbefragung im norddeutschen Becken und eine Fokusgruppe in der Region der Altmark erfassen Einstellungen, Sorgen und Bedürfnisse bei einer heimischen Förderung. Ergänzend erstellt das IÖW eine Ökobilanz auf Basis von Versuchsdaten, ermittelt die Förderkosten und analysiert die Wertschöpfungs‑ und Beschäftigungseffekte einer möglichen heimischen Lithium‑Wertschöpfungskette. Die Ergebnisse fließen in Handlungsoptionen für Politik, Verwaltung und Unternehmen ein und sollen dazu beitragen, die Voraussetzungen für eine umweltschonende, wirtschaftlich sinnvolle und gesellschaftlich tragfähige Lithiumgewinnung im Norddeutschen Becken zu schaffen.