Bürgerenergiegemeinschaften gelten als vielversprechende Organisationsform der Energiewende, weil sie lokale Wertschöpfung mit demokratischer Mitbestimmung und bürgerschaftlichem Engagement verbinden. Doch bestimmte Bevölkerungsgruppen wie sozioökonomisch benachteiligte Haushalte werden nur unzureichend erreicht und sind selten an Entscheidungsprozessen beteiligt. Ziel des Projekts EnerFair ist, die Reichweite und gesellschaftliche Verankerung von Bürgerenergiegemeinschaften zu erhöhen, indem ihre Strukturen und Anspracheformate für neue Zielgruppen geöffnet werden. Im Mittelpunkt stehen dabei einkommensarme Haushalte, die bislang kaum an der gemeinschaftlichen Erzeugung, Nutzung und Steuerung von Energie beteiligt sind.
Vor diesem Hintergrund zielt das Projekt auf einen doppelten Erkenntnisgewinn: Zum einen soll systematisch erfasst werden, welche Modelle sozialer Teilhabe sich in der Praxis bewährt haben und unter welchen Bedingungen sie als übertragbar gelten können, ohne die ökonomische Stabilität der Energiegemeinschaften zu gefährden. Zum anderen sollen praxisnahe, zielgruppenspezifische Kommunikationsstrategien entwickelt werden, die eine wirksame Ansprache von Haushalten mit geringem Einkommen ermöglichen.
Die Ergebnisse fließen in einen praxisorientierten Leitfaden ein, der Bürgerenergiegemeinschaften bundesweit bei der Entwicklung und Umsetzung inklusiver Ansätze unterstützen soll. Abschließend vermittelt ein Transferworkshop die erarbeiteten Inhalte an relevante Multiplikator*innen, insbesondere aus Energiegenossenschaften, Sozialverbänden und kommunalen Einrichtungen.
Das Vorhaben wird im Rahmen des DATIpilot-Projekts CommunitE-Innovation gefördert.