Städte stehen vor der Herausforderung, klimaresilient zu werden und gleichzeitig soziale Probleme wie Wohnungsnot und steigende Lebenshaltungskosten zu lösen. Für resiliente Stadtquartiere bedarf es daher einer gerechten Transformation, die ökologischen Wandel mit sozialer Gerechtigkeit verbindet. Urbane Transformationsprozesse stoßen jedoch zunehmend auf Widerstände, die grundsätzliche gesellschaftliche Konflikte aufzeigen. So entladen sich soziale Konflikte auch bei der Ausweitung grüner Infrastrukturen. Gleichzeitig haben Transformationsprozesse zu klimaresilienten Quartieren jedoch auch das Potenzial, Gerechtigkeit und Zusammenhalt im Quartier zu stärken.
Ziel der Nachwuchsgruppe ist es, Gelingensbedingungen und Barrieren von Transformationsprozessen am Fallbeispiel grüner Infrastrukturen systematisch zu identifizieren und praxisorientierte Ansätze für eine gerechte Stadtentwicklung zu erarbeiten. Das Forschungsteam verknüpft dabei eine städteübergreifende Analyse mit Arbeiten in zwei Reallaboren in Augsburg und Berlin. In diesen Reallaboren, die als Experimentierräume dienen, wird lokales Praxiswissen kommunaler und zivilgesellschaftlicher Partner*innen in den Forschungsprozess integriert. Zudem entwickeln die Forschenden neue Ansätze für Aushandlungs-, Beteiligungs- und Umsetzungsprozesse und erproben diese in Kooperation mit den Praxispartner*innen.
Zur Nachwuchsgruppe trägt das IÖW mit zwei Bausteinen bei:
Zum einen untersuchen die Forschenden in ihren Qualifizierungsarbeiten Orte, Formate und Bedingungen, die es benachteiligten Gruppen aktuell ermöglichen, sich wirksam in Stadtentwicklungsprozesse einzubringen. Dazu analysieren sie die Beiträge zivilgesellschaftlicher Akteur*innen zu einer gerechten Stadtentwicklung auf Grundlage von Befragungen und Interviews. Ergänzend untersuchen sie das Potenzial künstlerischer Beteiligungsformate für konstruktive und inklusive Beteiligungsprozesse in Realexperimenten. Zum anderen erforschen sie mit Hilfe von Diskursanalysen, wie die Aushandlungsprozesse in den Beteiligungsverfahren gestaltet sind und welche darunter liegenden Konflikte und Strukturen die Transformationsprozesse prägen. Diese Erkenntnisse und weitere aus Demokratietheorien abgeleitete neue Ansätze zur gerechten Beteiligung fließen in die Reallabore ein.