Eine netzgebundene Wärmeversorgung ist ein effektiver Weg fürs Heizen mit erneuerbaren Wärmequellen. Das Interesse von Bürger*innen und Kommunen ist entsprechend groß und viele kommunale Wärmepläne sehen Erschließungsgebiete vor. Die Umsetzung kann jedoch herausfordernd sein. Insbesondere in weniger dicht bebauten Nachbarschaften sehen klassische gewerbliche Akteure oft keine wirtschaftliche Basis. Für diese Gebiete braucht es innovative Betreibermodelle, denn auch Kommunen sind mangels Ressourcen oder Strukturen selten in der Lage Wärmenetze aufzubauen. Stattdessen können gemeinschaftlich organisierte Akteure – Bürger*innen oder lokale Gruppen – als innovative Kraft eine gemeinschaftliche Wärmeversorgung umsetzen.
Das Forschungsprojekt IGWarm begleitet fünf solcher innovativen Wärmeprojekte in Brandenburg, Bremen, Bayern und Baden-Württemberg. Die meisten davon organisieren sich in genossenschaftlichen Strukturen. Wie die Forschung zeigt, eignet sich diese Rechtsform besonders gut, um Finanzierung, Rechtsrahmen und den laufenden Betrieb von Wärmenetzen zu managen. Bestehende Praxisbeispiele sind etwa die Bioenergiedörfer Schlöben und Pfalzgrafenweiler oder die Initiativen ErdwärmeDich in Bremen und kliQ in Berlin.
IGWarm untersucht, unter welchen Bedingungen gemeinschaftliche Wärmenetze als innovative, alternative und quartiersbezogene Wärmeversorgung realisierbar sind. Dies gilt insbesondere für Gebiete, in denen klassische Nah- oder Fernwärmenetze aufgrund geringer Abnehmerdichte nicht umgesetzt werden. Welche Netzversorgungspotenziale können erschlossen werden? Welche Hindernisse gibt es? Wie könnten Rahmenbedingungen verbessert werden? Um diese Fragen zu beantworten, arbeitet das Projektteam von Beginn an mit der Praxis zusammen. Die Erkenntnisse werden in Praxisleitfäden für bestehende sowie gründungswillige Wärmegemeinschaften aufbereitet.