Welche Folgen des Klimawandels treffen Deutschland besonders stark und wie gut sind wir darauf vorbereitet? Das muss eine Klimarisikoanalyse entsprechend dem Klimaanpassungsgesetz alle acht Jahre untersuchen. Die Analyse liefert eine wissenschaftliche Grundlage für die politische Schwerpunktsetzung und die Fortschreibung der Deutschen Anpassungsstrategie (DAS). Das Projektteam baut dafür auf der Klimawirkungs- und Risikoanalyse 2021 auf und entwickelt die Methodik weiter. Die Forscher*innen identifizieren für die einzelnen Handlungsfelder der DAS relevante Klimarisiken und untersuchen, wie sich diese Mitte und Ende des Jahrhunderts entwickeln. Dabei berücksichtigen sie unterschiedliche Ausprägungen des Klimawandels sowie verschiedene sozioökonomische Entwicklungen.
Das Forschungsteam untersucht, wie Anpassungsmaßnahmen die Klimarisiken abschwächen können. Neben bereits beschlossenen Klimaanpassungsmaßnahmen betrachten die Wissenschaftler*innen auch das Minderungspotenzial durch weitergehende sowie transformative Maßnahmen. Die Anpassungsmaßnahmen werden unterschiedlichen Anpassungsdimensionen – etwa Wissen, finanzielle Ressourcen oder rechtliche Rahmenbedingungen – zugeordnet und kriterienbasiert bewertet. Die Forscher*innen bündeln die Einzelmaßnahmen zu Policy Mixes. Dabei prüfen sie, ob Maßnahmen kohärent sind, sich gegenseitig verstärken oder in Konflikt stehen.
In einer integrierten Analyse führen die Forscher*innen die Ergebnisse handlungsfeldübergreifend zusammen und erarbeiten, in welchen Handlungsfeldern, Klimawirkungen und Regionen besonders hohe Klimarisiken bestehen und leiten daraus Handlungserfordernisse ab. Ergänzend werten sie die Ergebnisse hinsichtlich übergreifender Aspekte aus wie beispielsweise die Bedeutung von Klimarisiken für besonders betroffene vulnerable Gruppen, die Frage nach Klimagerechtigkeit und sozioökonomischer Verteilungswirkung oder das Potenzial für Kaskadeneffekte.
Die Risikobewertung von Klimawirkungen ist nicht vollständig objektivierbar, da Unsicherheiten bestehen und klare Schwellenwerte fehlen. Daher arbeitet das Projektteam eng mit dem Behördennetzwerk Klimawandel und Anpassung zusammen, das die notwendigen normativen Bewertungen der Klimarisiken vornimmt.
Das Projektteam setzt Literaturstudien sowie Expert*inneninterviews und -workshops ein. Die Ergebnisse werden etwa in wissenschaftlichen Berichten, einem Fachartikel, einem Policy Paper und einer interaktiven Grafik für Politik, Verwaltung, Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Wissenschaft aufbereitet.