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KWAPE – Kommunale Wärmeplanung zur Aktivierung privater Eigentümer*innen

Eigentümer*innen von Ein- und Zweifamilienhäusern (EZFH), die ihr Gebäude selbst nutzen, gestalten mit ihren privaten Investitionsentscheidungen die Wärmewende maßgeblich mit. Sie entscheiden, ob und wenn ja wann und wie umfassend sie ihr Haus sanieren, wann sie welche Heizung einbauen und ob sie sich ggf. an ein Wärmenetz anschließen lassen. Oft sind sie mit diesen Entscheidungen überfordert und verändernde Rahmenbedingungen verunsichern sie zusätzlich. Die Kommunen entwickeln mit der kommunalen Wärmeplanung zwar ein vom Grundsatz her flächendeckendes Konzept für die Wärmewende, haben aber vielfach Schwierigkeiten, EZFH-Eigentümer*innen zu gewinnen und deren Entscheidungen zu koordinieren. Vorhandene Beratungs-, Unterstützungs- und Finanzierungsangebote haben die Wärmewende noch nicht ausreichend beschleunigt.

Vor diesem Hintergrund untersuchen wir im Projekt KWAPE, mit welchen Maßnahmen Kommunen selbstnutzende Eigentümer*innen von EZFH für die Wärmewende aktivieren können. Dafür beziehen wir sowohl die Perspektiven der Kommunen als auch die der Eigentümer*innen ein. In einer bundesweiten Befragung erhebt das Projektteam die Einstellungen, Motive und Hemmnisse von EZFH-Eigentümer*innen. In Kooperation mit den beiden kommunalen Praxispartnern Tübingen und Elmshorn wird geprüft, welche Versorgungslösungen für dezentrale Gebiete in den Wärmeplänen betrachtet wurden und wie diese im Vergleich zu alternativen Konzepten ökonomisch zu bewerten sind. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf gemeinschaftlichen, gebäudeübergreifenden Ansätzen. Auf dieser Grundlage werden neue Ansätze zur Beteiligung von EZFH-Eigentümer*innen entwickelt und in den Praxiskommunen erprobt. In einem Kommunalkreis aus etwa 15 Kommunen werden die Ergebnisse regelmäßig diskutiert und weitere Praxiserfahrungen eingeholt, mit dem Ziel, die Übertragbarkeit sicherzustellen. Die Ergebnisse werden abschließend in verschiedenen Produkten aufbereitet und verbreitet.

Der Schwerpunkt der Arbeiten des IÖW in dem Projekt liegt darin, die Wärmeversorgungslösungen ökonomisch zu bewerten. Dabei untersuchen wir neben den Vorschlägen aus den Wärmeplänen auch alternative Möglichkeiten der Wärmeversorgung – alles vor dem Hintergrund lokaler Rahmenbedingungen und der Präferenzen der Eigentümer*innen. Wir ermitteln, wie hoch die jeweiligen Investitionsbedarfe sind, welche Finanzierungsmöglichkeiten es gibt und welche Lösungen für EZFH-Eigentümer*innen kosteneffizient und umsetzbar wären.

IÖW-Projektteam