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Nachhaltige Ernährung und Bürgerbeteiligung Deliberative Bewertung und Ergänzung umweltpolitischer Interventionsoptionen in das Ernährungssystem

Das Ernährungssystem spielt eine zentrale Rolle, um Nachhaltigkeitsziele, insbesondere in den Bereichen Klima- und Biodiversitätsschutz, zu erzielen. Vor allem der Verzehr von tierischen Lebensmitteln, insbesondere Molkerei- und Fleischprodukten, führt zu negativen externen Effekten wie hohen Treibhausgasemissionen. Zudem besteht ein Zusammenhang zwischen der derzeitigen westlichen Ernährungsweise und der Entstehung von chronischen nicht-übertragbaren Erkrankungen. Eine umfassende und nachhaltige Transformation des Ernährungssystems ist daher nur mit einer Veränderung von Ernährungsverhalten realisierbar. In der Gesamtbevölkerung wächst das Interesse an dem Thema und es ist eine Handlungsbereitschaft für eine Ernährungswende zu verzeichnen. Entscheidungsträger*innen scheuen sich häufig noch vor umfangreichen politischen Maßnahmen, die private Lebensbereiche berühren. Aus der Mitte der Gesellschaft heraus entwickelte Bürger*innenratschläge können dazu beitragen, die Akzeptanz für dringend notwendige und nachhaltige Veränderungen im Ernährungssektor zu stärken. 

Das Vorhaben „Nachhaltige Ernährung und Bürgerbeteiligung“ umfasst einen partizipativen Prozess mit Bürger*innen, der darauf abzielt, einen Bürger*innenratschlag mit politischen Handlungsempfehlungen für nachhaltige Ernährung zu entwickeln. Der thematische Fokus liegt dabei darauf, einen sogenannten “dietary shift” hin zu einer pflanzenbasierten Ernährung zu fördern. Hierzu führt das Vorhaben Bürger*innenwerkstätten durch. Die Teilnehmenden werden gesellschaftlich repräsentativ und zufällig ausgewählt, um demokratische Teilhabeprinzipien zu garantieren. Expert*innen begleiten den Werkstattprozess, bereichern ihn mit Kurzreferaten und stehen als Ansprechpartner*innen zur Verfügung. 

Der Prozess wird ergänzt von einer Erprobungsphase, in der die Teilnehmenden wissenschaftlich begleitet potenzielle Maßnahmen im Alltag ausprobieren. Mittels aufsuchender Beteiligungsformate werden zudem gezielt solche Personenkreise eingebunden, die ansonsten beteiligungsfern sind. Ideen, Abwägungen und Lösungsvorschläge aus allen Beteiligungsformaten sollen in einem Bürger*innenratschlag münden, der konkrete Vorschläge zu politischen Maßnahmen für den Umbau des Ernährungssystems formuliert. Akteur*innen mit politikwissenschaftlicher und juristischer Expertise prüfen den Bürger*innenratschlag abschließend unter anderem hinsichtlich seiner Umsetzbarkeit und Wirksamkeit.

IÖW-Projektteam

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