In der sächsischen Lausitz bieten Faserpflanzen wie Hanf und Flachs sowie landwirtschaftliche und kommunale Reststoffe wie Stroh und Laub bislang weitgehend ungenutzte Potenziale für eine biobasierte Wertschöpfung. Das Projekt LauTra untersucht, wie diese regionalen Rohstoffe zum Ausgangspunkt einer zirkulären, ressourcenschonenden Wirtschaftsweise werden können – und welche gesellschaftlichen und strukturellen Voraussetzungen dafür erforderlich sind.
Als Strukturwandelregion muss die sächsische Lausitz den Ausstieg aus der Braunkohle bewältigen und ist auf tragfähige, regional verankerte Entwicklungspfade angewiesen. Das LauTra-Projektteam geht davon aus, dass erfolgreiche Transformationsprozesse nicht allein durch technologische Innovation gelingen. Vielmehr hängen sie wesentlich von den Interessen, Positionen und Machtverhältnissen der beteiligten Akteure ab. Ansätze, die „bottom up” – also aus der Region selbst – entwickelt werden, sind dabei besonders erfolgversprechend.
Das Projekt verfolgt drei miteinander verknüpfte Ziele: Erstens werden die Akteurskonstellationen entlang bestehender bioökonomischer Wertschöpfungsketten systematisch analysiert. Zweitens entwickelt LauTra in einem dialogorientierten Prozess Transformationspfade, die unterschiedliche Gruppen einbinden – von progressiven Innovator*innen bis hin zu eher konservativen Akteuren. Drittens werden diese Pfade durch die Verbindung modellierter Stoffströme mit Akteursperspektiven integriert, entwickelt und bewertet.
Das Projekt wird vom IÖW gemeinsam mit der Hochschule Zittau/Görlitz sowie einem breiten Netzwerk regionaler Praxisakteure aus Wirtschaft und Gesellschaft umgesetzt.