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Wasserstoff als Allheilmittel? Bedeutung und Konstruktion von Richtungssicherheit für Schlüsselentscheidungen über alternative Transformationspfade – INSIGHTS für die Politikgestaltung

Grüner Wasserstoff wird gegenwärtig in Zukunftsstrategien der Klima-, Energie- und Innovationspolitik fast schon als „Allheilmittel“ gehandelt. Ausdruck beigemessener Bedeutung ist zum Beispiel die Nationale Wasserstoffstrategie der Bundesregierung. Dabei ist zu befürchten, dass die erwartbar zur Verfügung stehenden Mengen grünen Wasserstoffs für die diskutierten Transformationspfade massiv „überbucht“ werden. Dies könnte zu Fehlannahmen bei politischen Schlüsselentscheidungen über Transformationspfade und bei unternehmerischen Investitionsentscheidungen in den nächsten fünf Jahren führen und damit potenziell negative Auswirkungen auf andere Transformationspfade haben. Ziel des Projektes ist es zu analysieren, in welchen Anwendungsbereichen Wasserstoff sinnvoll erscheint, um die Klimaziele zu erreichen, und in welchen eine Fokussierung auf Wasserstoff befürchten lässt, dass alternative und effizientere Technologien verdrängt werden. Denn damit einhergehend würde das Problem vergrößert, ausreichende Mengen an regenerativem Strom bereitzustellen, um den grünen Wasserstoff zu erzeugen.

Aufbauend auf Erkenntnissen der interdisziplinären sozio-technischen Transformationsforschung und den Befunden des ITA-Vorhabens Governance radikaler Systeminnovationen (Go) über die Bedeutung von Richtungssicherheit für den erfolgreichen Umbau von Energie-, Industrie- und Mobilitätssystemen, wird das Vorhaben aktuelle und geplante Entwicklungspfade der Wasserstoffnutzung in den Anwendungsfeldern Industrie, Wärme, Strom und Verkehr identifizieren und diese in ihren Wechselwirkungen mit anderen Technologien und der Verfügbarkeit von grünem Wasserstoff analysieren. Grundlage dafür ist eine Abschätzung, in welchem Ausmaß die intendierte Wasserstoffnutzung in den Feldern Industrie, Wärme, Strom und Verkehr die voraussichtlich mögliche Produktion und die möglichen Importe von grünem Wasserstoff im Zeitverlauf übersteigt. Darüber hinaus untersucht das Projekt Politikinstrumente zur Förderung sowie die Strategien relevanter Akteure in Bezug auf Wasserstoff.

Auf Basis der Transformationsforschung und breiter Stakeholder-Partizipation widmet sich das Projekt der Frage der Richtungssicherheit: Welche Bedeutung hat sie in der Wasserstoffpolitik, den Policy Mixes und Akteursstrategien? Wie entsteht Richtungssicherheit? Welche Rolle spielt dabei die Wissenschaft? Das Vorhaben liefert Erkenntnisse für politische Schlüsselentscheidungen über gangbare Transformationspfade und zieht Schlussfolgerungen für das Forschungs- und Innovationssystem in Deutschland.

Die Erkenntnisse des Vorhabens werden in Form von Beiträgen zu Fachkonferenzen sowie durch Publikationen in referierten Journalen dem Fachpublikum zugänglich gemacht. Ausgewählte Inhalte werden in Form von Policy Papers und Social-Media-Beiträgen für Akteure in Politik, Wirtschaft, Verwaltung, Verbänden und Zivilgesellschaft aufbereitet.

IÖW-Projektteam

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