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Accelerated heat transition in Germany: socioeconomic challenges using the example of Berlin

Bestehende Klimaschutzziele, Preissteigerungen und Attentismus haben zu einem erhöhten Handlungsdruck im Wärmesektor geführt, der nicht nur in Deutschland nach wie vor einen großen Anteil an den Kohlendioxidemissionen (CO₂) hat. Die Autor*innen untersuchen in dem Buchbeitrag die sozioökonomischen Herausforderungen der Wärmewende am Beispiel der Stadt Berlin. Berlin hat das Ziel, bis 2045 klimaneutral zu werden. Der Gebäudesektor spielt dabei eine Schlüsselrolle, da ein Großteil der CO₂-Emissionen aus der Wärmeversorgung stammt, die bislang fast vollständig auf fossilen Energien basiert. Gleichzeitig ist der Gebäudebestand überwiegend alt, ein erheblicher Teil steht unter Denkmalschutz, was energetische Sanierungen zusätzlich erschwert. Die Klimaziele zu erreichen kann nur durch die Umstellung auf erneuerbare Energien zur Wärmeerzeugung und die Senkung des Endenergieverbrauchs durch umfassendere Maßnahmen zur Gebäudeeffizienz gelingen. Dem stehen jedoch große Hürden gegenüber, von denen der Beitrag zwei genauer untersucht: die soziale Frage und der Fachkräftemangel im Bau- und Handwerkssektor.

Berlin ist eine ausgeprägte Mietendenstadt mit hoher Mietbelastung, insbesondere für einkommensschwache Haushalte. Die Berechnungen zeigen die Auswirkungen von Energieeffizienzmaßnahmen und erneuerbarer Wärmeversorgung auf Mietende und Vermietende. Energetische Sanierungen können langfristig Energiekosten senken, führen kurzfristig jedoch häufig zu Mieterhöhungen. Ob eine Sanierung für Mietende warmmietenneutral ist, hängt stark vom Verhalten der Vermietenden ab – insbesondere davon, ob Fördermittel genutzt und Instandhaltungskosten korrekt angerechnet werden. Ohne Förderungen können ambitionierte Sanierungen zu erheblichen Mehrkosten und Verdrängung führen.

Soziale Ausgleichsmechanismen, klare Regeln zur Umlage von Kosten und verpflichtende Nutzung von Förderungen sind entscheidend, um Klimaschutz, soziale Gerechtigkeit und Akzeptanz der Wärmewende miteinander zu vereinbaren. 

Ein weiteres Hemmnis ist der Fachkräftemangel im Bau- und Handwerkssektor. Würde die Sanierungsrate, die aktuell sehr niedrig ist, auch nur moderat ansteigen, so würde das tausende zusätzliche Fachkräfte erfordern. Gleichzeitig geht ein großer Teil der heutigen Beschäftigten in den kommenden Jahren in Rente, während es zu wenige Auszubildende gibt, um dies auszugleichen. Migration kann den Bedarf teilweise decken, zudem sollten Aus- und Weiterbildung sowie Umschulung ausgebaut werden. 

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