Die ambitionierten Ziele der Europäischen Union erfordern eine rasche Beschleunigung des Ausbaus erneuerbarer Energietechnologien in den kommenden Jahren, insbesondere der Windenergie. Gleichzeitig gibt es immer wieder Konflikte und Proteste im Zusammenhang mit der Windenergie, die Fragen nach Partizipation und Gerechtigkeit in den Vordergrund rücken. Das EU-Horizon-Projekt JustWind4All mit seinen 13 Konsortialpartnern widmet sich diesen Herausforderungen, indem es die Windenergielandschaft in Europa anhand von sieben empirischen Fallstudien untersucht. Mithilfe eines Mixed-Method-Ansatzes, der Dokumentenanalysen, Interviews sowie Medien- und Politikanalysen kombiniert, erarbeiten die Fallstudien zentrale Empfehlungen für eine effektive und gerechte Energiegovernance auf regionaler Ebene. Besonderes Augenmerk liegt auf den Akteurskonstellationen in der Windenergiegovernance, der Rolle der Bürger*innen, den Verfahren zur Standortauswahl und Aspekten der Gerechtigkeit in der Windenergie.
Die vorliegende Fallstudie untersucht Brandenburg – ein Bundesland, das als „Energieland“ bekannt ist, weil es mehr Energie produziert, als es selbst verbraucht. Eine historische Analyse untersucht entscheidende Governance-Änderungen zwischen 1990 und 2018, die die Entwicklung der Windenergie geprägt haben. Für den Fokuszeitraum von 2018 bis 2023 identifiziert die Analyse drei Hauptphasen:
Die Fallstudie beleuchtet, wie Regulierungen, Normen und Diskurse im historischen und kulturellen Kontext der Region die Gestaltung der Windenergiegovernance beeinflussen. Sie betont die Notwendigkeit inklusiverer Beteiligungsmöglichkeiten und fairer Verteilungsmechanismen, um eine gerechte Energiewende zu gewährleisten. Der Bericht schließt mit konkreten Implikationen und Empfehlungen zur Verbesserung der Governance in Brandenburg und darüber hinaus und leistet so einen Beitrag zum übergeordneten Ziel von JustWind4All: der Förderung von Gerechtigkeit und Effektivität in der Windenergiegovernance in Europa.
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