Die sozial-ökologische Transformation erfordert tiefgreifende Veränderungen des Finanzsystems. Obwohl Sustainable Finance politisch an Bedeutung gewonnen hat, fließen weiterhin große Kapitalmengen in fossile und andere klimaschädliche Aktivitäten, während Investitionen in eine nachhaltige Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft deutlich hinter dem Bedarf zurückbleiben. Die Zivilgesellschaft spielt eine zentrale Rolle, um auf EU-Ebene und innerhalb der globalen Finanzarchitektur tiefgreifendere Reformen im Einklang mit ökologischen Grenzen und sozialer Gerechtigkeit voranzutreiben.
Dieses Reflexionspapier lädt zivilgesellschaftliche Organisationen (CSOs) dazu ein, ihre bisherigen Ansätze zu reflektieren und formuliert Überlegungen für zukünftige Strategien zur Gestaltung von Transformationsprozessen im Finanzsektor. Es stützt sich auf aktuelle Forschung zu CSO-Strategien und deren Wirkung im Bereich Sustainable Finance in Deutschland und auf EU-Ebene.
Die Ergebnisse zeigen, dass viele CSOs bislang vor allem auf Kooperation, Transparenz und reputationsbasierte Ansätze setzen, etwa durch Rankings, Berichte oder politische Beratung. Diese Strategien haben zwar die Sichtbarkeit zivilgesellschaftlicher Perspektiven im Finanzsektor erhöht, jedoch meist nur begrenzte Veränderungen bewirkt. Tiefgreifende strukturelle Reformen des Finanzsystems bleiben aus. Weniger verbreitet, aber potenziell sehr wirkungsvoll, sind konfrontative Ansätze wie Klagen, öffentliches „Naming and Shaming“ sowie eine stärkere Einbindung der breiten Öffentlichkeit.
Auf Grundlage der Ergebnisse lassen sich drei zentrale Überlegungen für das zukünftige Engagement zivilgesellschaftlicher Akteure im Bereich Sustainable Finance ableiten: