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Energiewende beschleunigen: Stromnetz für gemeinschaftliches Energy Sharing öffnen

Der Ausbau erneuerbarer Energien wird immer dringlicher. Er bietet einen Ausweg aus der Klimakrise und ist zentral für mehr Energiesouveränität und Versorgungssicherheit. Eine Beschleunigung wird aber nur mit neuen Instrumenten gelingen. Um neue Standorte für Windenergie und Photovoltaik auf Freiflächen zu erschließen, ist die Akzeptanz der Menschen vor Ort wesentliche Voraussetzung. Ein Schlüssel für Akzeptanz ist Teilhabe, wie sie das Konzept Energy Sharing ermöglicht: Die Bürger*innen können Windkraft- oder Solaranlagen in ihrer Umgebung mitfinanzieren und den produzierten Strom selbst beziehen. Doch die bestehenden Strukturen zur Förderung erneuerbarer Energien sehen dies aktuell nicht vor. Wir schlagen daher vor, dass Erneuerbare-Energie-Gemeinschaften das Stromnetz nutzen können und einen finanziellen Vorteil erhalten sollten, wenn sie selbst erzeugten Strom aus „ihrer“ Anlage zeitgleich verbrauchen. Die regulatorischen Rahmenbedingungen hierfür müssen jetzt geschaffen werden.

Empfehlungen für eine schnelle Verbreitung von Energy Sharing in Deutschland 

1. Bürger*innen an Energiewende beteiligen: Energy Sharing kann 42 Prozent der ambitionierten EE-Ausbauziele bis 2030 beitragen:
Die Ausbauziele der neuen Bundesregierung sind ambitioniert. Doch die Akzeptanz der Bürger*innen für Erzeugungsanlagen in ihrer Nähe schwindet vielerorts. Deshalb müssen nicht nur die bestehenden Förderinstrumente überarbeitet, sondern auch neue schlagkräftige Maßnahmen eingeführt werden. Energy Sharing bietet die Chance, dass die Bürger*innen an der Energiewende teilhaben und sich finanziell beteiligen können. 

2. Neuen Marktrahmen für Energy Sharing schaffen:
Damit Energy Sharing im öffentlichen Netz wirtschaftlich möglich ist, muss der gesetzliche Rahmen an das geltende EU-Recht angepasst werden. So können sich Erneuerbare-Energie-Gemeinschaften bilden, die gemeinsam in EE-Anlagen investieren und den Strom verbrauchen. Ein angepasster Marktrahmen kann netzdienliches Verhalten von Erneuerbare-Energie-Gemeinschaften, bei denen Stromerzeugung und -verbrauch räumlich nah beieinanderliegen, im Energiesystem stimulieren. 

3. Energy Sharing muss für Bürger*innen attraktiv und unkompliziert sein:
Neben ideellen Motiven, die lokale Stromproduktion zu fördern, sollten auch finanzielle Anreize Energy-Sharing-Konzepte voranbringen. Verringerte Stromnebenkosten oder eine Prämienzahlung können dabei unterstützen, wirtschaftlich tragfähige Modelle zu fördern. Gleichzeitig sollte der Wechsel in eine Erneuerbare-Energie-Gemeinschaft unkompliziert möglich sein. Das verringert Einstiegsbarrieren und aller Voraussicht nach auch Kosten für die Gemeinschaft.

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