Der Konsum in der EU ist ein zentraler Treiber globaler Entwaldung, des Biodiversitätsverlusts und des Klimawandels. Die EU-Entwaldungsverordnung (EUDR) gibt eine wegweisende Antwort: Nur Produkte, die nachweislich entwaldungsfrei, legal produziert und bis auf die Parzellenebene rückverfolgbar sind, dürfen im EU-Binnenmarkt ein- oder ausgeführt werden.
Angesichts des Marktgewichts der EU kann eine verbesserte Umsetzung der Verordnung globale Lieferketten umgestalten – jedoch nur, wenn das Ambitionsniveau aufrechterhalten wird. Das Policy Brief zeigt Maßnahmen auf, durch die die Wirkungen der EUDR verstärkt werden können. Konkret braucht es: (1) den Aufbau von Vollzugskapazitäten in den EU-Mitgliedstaaten durch Personalaufstockung und Schulungen; (2) Unterstützung der Unternehmen sowie die Ermöglichung zivilgesellschaftlicher Kontrolle durch robuste Compliance-Instrumente und offenen Datenzugang; (3) Sicherung globaler Legitimität durch finanzielle und technische Unterstützung für Kleinbäuer*innen; (4) Ausweitung des Anwendungsbereichs auf weitere Ökosysteme und Rohstoffe, wobei Überprüfungsklauseln als Hebel dienen können; und (5) die Einbettung der EUDR in einen umfassenderen Politikrahmen, der auch finanzielle, infrastrukturelle und konsumgetriebene Ursachen der Zerstörung von Ökosystemen adressiert.