Home-Office hat sich als Bestandteil moderner Arbeitsmodelle etabliert und verändert zugleich die räumliche und zeitliche Struktur des Energieverbrauchs. Der Beitrag untersucht die energie- und klimapolitischen Auswirkungen einer verstärkten Home-Office-Nutzung und ihre Bedeutung für die Transformation des Energiesystems. Dazu werden drei Szenarien betrachtet: Das Referenzszenario bildet den derzeit realisierten Anteil von Home-Office unter den Erwerbstätigen ab. Ein Szenario mit weniger Home-Office orientiert sich am Stand vor der Pandemie, während im Szenario „Mehr Home-Office“ ein Anteil angenommen wird, der nach verschiedenen Analysen theoretisch möglich wäre.
Grundlage der Untersuchung ist unter anderem eine Befragung von Erwerbstätigen, die Home-Office nutzen. Die Auswirkungen wurden für Wohn- und Nichtwohngebäude, die berufsbedingte Mobilität sowie Informations- und Kommunikationstechnologien untersucht und für Deutschland hochgerechnet. Die Ergebnisse zeigen gegenläufige Effekte: Während Home-Office den Pendelverkehr und damit verbundene Emissionen reduziert, steigt der Energiebedarf in Wohngebäuden. Die dadurch entstehenden Mehremissionen können die Einsparungen in Bürogebäuden überkompensieren. Im Szenario „Mehr Home-Office“ steigen die Gebäudeemissionen gegenüber dem Referenzszenario, während gleichzeitig CO₂-Emissionen im Mobilitätsbereich eingespart werden können. Die Emissionen durch die Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologien verändern sich dagegen nur geringfügig; entscheidender ist die zusätzliche Ausstattung mit Hardware.
Insgesamt liegen die betrachteten Gesamtemissionen der drei Szenarien in einer ähnlichen Größenordnung. Verstärktes Home-Office führt damit weniger zu einer deutlichen Veränderung der Gesamtemissionen als vielmehr zu einer Verschiebung ihrer sektoralen Verteilung.
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