Die zunehmende Ausdehnung landwirtschaftlicher Flächen in Zentralbrasilien ist ein Faktor, der zur Abholzung von Wäldern, zur Bodendegradation und zur Wasserverschmutzung beiträgt. Die Auswirkungen dieser Expansion reichen über die Grenzen des Territoriums der indigenen Gruppe der Xavante hinaus. In diesen geschützten Gebieten ist ein deutlicher Rückgang der verfügbaren Nahrungsressourcen sowie eine unzuverlässige Energieversorgung zu beobachten.
Der Begriff „indigene Bioökonomie“ steht für einen ganzheitlichen Ansatz, der darauf abzielt, das Wohlbefinden indigener Gemeinschaften zu verbessern. Dabei werden indigene Wissenssysteme anerkannt und eine nachhaltige Nutzung von Ressourcen gefördert. Die indigene Bioökonomie trägt zum Klimaschutz bei, indem Abholzung vermieden und in abgelegenen Gebieten die Nutzung fossiler Brennstoffe durch biogene Alternativen ersetzt wird.
Der Artikel analysiert das lokale Biomassepotenzial einer Gemeinschaft im Pimentel-Barbosa-Indigenengebiet der ethnischen Gruppe der Xavante. Mithilfe partizipativer Forschung wurde ein tiefgehendes Verständnis der traditionellen Praktiken der Xavante gewonnen. Das theoretische Biomassepotenzial wurde auf etwa 2.700 Tonnen pro Jahr geschätzt. Es beschreibt die Gesamtmenge ausgewählter Biomassearten, die im untersuchten Gebiet verfügbar ist.
Das lokal praktisch verfügbare Biomassepotenzial berücksichtigt den Pro-Kopf-Verbrauch dieser Biomasse durch die indigene Bevölkerung. Darüber hinaus quantifizierten die Autor*innen das ungenutzte Biomassepotenzial, also Biomasse, die für verschiedene Zwecke wie Nahrung, Medizin und Energie verwendet werden könnte. Biomasserückstände besitzen ein bislang unerschlossenes Potenzial von etwa 180 Tonnen pro Jahr. Der Beitrag beschreibt mögliche Nutzungsszenarien für diese Rückstände und betrachtet die Herausforderungen im Zusammenhang mit Ernährungs- und Energiesicherheit in indigenen Territorien.
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